Die Musser-Weißzahnspitzmaus (Crocidura musseri) ist eine Spitzmausart aus der Gattung der Weißzahnspitzmäuse (Crocidura). Sie ist auf Sulawesi endemisch. Das Artepitheton ehrt den US-amerikanischen Zoologen Guy Musser.

Merkmale Die Musser-Weißzahnspitzmaus hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 62–77 mm, eine Schwanzlänge von 57–72 mm, eine Ohrlänge von 6 mm, eine Hinterfußlänge von 13,4–14,8 mm und ein Gewicht von 5,5–10 g. Sie ist mittelgroß und graubraun gefärbt und besitzt ein weiches, dichtes Fell. Die langen Haare (7 mm in der Rückenmitte) sind zweifarbig: an der Basis schiefergrau und zur Spitze hin rostbraun. Die Bauchseite ist heller braun. Die Oberseiten der Füße sind braun. Der Schwanz ist etwas kürzer als die Kopf-Rumpf-Länge und mit kurzen Haaren bedeckt, die die Schuppen verbergen; entlang des größten Teils seiner Länge sind lange Borsten spärlich verteilt. Der Schädel ist aufgrund des kurzen Rostrums, der breiten Einschnürung zwischen den Augenhöhlen und der kugelförmigen Hirnkapsel deutlich gedrungen. Der Chromosomensatz beträgt 2n = 32 und FN = 54 und ist damit unter den südostasiatischen Spitzmäusen einzigartig; die meisten von ihnen weisen eine höhere fundamentale oder chromosomale Zahl oder beides auf.

Systematik Crocidura musseri gehört zu einer gut belegten Klade der Spitzmäuse, die sich aus einer alten Besiedlung Sulawesis vom Sunda-Schelf aus dem Miozän entwickelt hat. Weitere Spitzmäuse dieser alten Radiation sind die auf Sulawesi endemischen Arten Crocidura lea, Crocidura levicula, Crocidura rhoditis und Crocidura elongata, nicht jedoch Crocidura nigripes, die aus einem jüngeren Besiedlungsereignis hervorgegangen ist. Die Art ist monotypisch.

Verbreitung mini|Verbreitungsgebiet der Musser-Weißzahnspitzmaus Die Musser-Weißzahnspitzmaus ist endemisch im zentralen Sulawesi. Sie ist aus mindestens vier Gebirgsregionen bekannt, darunter Gunung Rorekatimbo, Gunung Balease, Gunung Gandangdewata und Gunung Latimojong.

Lebensraum mini|Mooswälder sind der bevorzugte Lebensraum der Musser-Weißzahnspitzmaus Die Musser-Weißzahnspitzmaus bewohnt primäre montane Regenwälder bis hin zu Mooswäldern, die die Berggipfel in Höhenlagen von 800–2300 m bedecken. Die Art ist in den höheren Lagen dieses Bereichs am häufigsten, die von kalten und feuchten Mooswäldern geprägt sind. Sie ist terrestrisch und wurde in Fallen gefangen, die unter umgestürzten Bäumen und Baumstämmen sowie in Moos auf Felsen aufgestellt waren. Die Musser-Weißzahnspitzmaus wurde gemeinsam mit anderen insektenfressenden Säugetieren nachgewiesen, darunter vier weitere Spitzmausarten und mehrere Arten der Langschwanzmäuse (Muridae), darunter Taeromys spp. und Melasmothrix spp.

Nahrungsverhalten Die Musser-Weißzahnspitzmaus ist insektivor. In Gefangenschaft gehören Grillen und Regenwürmer zum Nahrungsangebot.

Fortpflanzungsverhalten Drei im August gefangene Weibchen waren laktierend. Es liegen jedoch keine bekannten Daten zur Wurfgröße oder zur Dauer der Fortpflanzungsperiode vor.

Aktivitätsmuster Die Musser-Weißzahnspitzmaus ist wahrscheinlich überwiegend nachtaktiv, wurde jedoch auch tagsüber in Fallen gefangen. Sie ist in dichter Bodenvegetation feuchter und kalter Wälder in höheren Lagen aktiv.

Gefährdungsstatus und Schutz Die Art wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „gefährdet“ (vulnerable) eingestuft. Die Musser-Weißzahnspitzmaus wurde bislang nur im zentralen Sulawesi nachgewiesen und gilt als Art mit begrenztem Verbreitungsgebiet. Sie kommt in mehreren Schutzgebieten vor, beispielsweise im Nationalpark Lore Lindu. Ihr Lebensraum in höheren Gebirgslagen ist wahrscheinlich weniger durch Entwaldung bedroht als Wälder in tieferen Lagen. Genaue Daten zur Häufigkeit und zu Bestandstrends liegen jedoch nicht vor.

Literatur

Weblinks

Kategorie:Weißzahnspitzmäuse Kategorie:Endemisches Tier Sulawesis