mini|hochkant|Cristián Valenzuela Cristian Ricardo Valenzuela Bustos (* 15. März 1981 in Recoleta, Santiago), auch unter seinem Spitznamen Guatón bekannt, ist ein chilenischer politischer Berater. Er gilt als einer der wichtigsten Kommunikationsstrategen und engsten Berater des Präsidenten José Antonio Kast und verfügt über erheblichen Einfluss im sogenannten Segundo Piso des Palacio de La Moneda.

Seit dem 11. März 2026 ist er Inhaltsdirektor der chilenischen Präsidentschaft.

Biografie Valenzuela wurde am 15. März 1981 in der Gemeinde Recoleta in Santiago de Chile geboren. Er ist der Sohn von Carlos Valenzuela, einem ehemaligen Oberst des chilenischen Heeres. Er wuchs in einer Militärfamilie auf und besuchte eine Schule der Fundación Alcanzar, die mit Familien von Angehörigen des chilenischen Heeres verbunden ist.

Ausbildung Valenzuela studierte Rechtswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile, wo er außerdem einen Masterabschluss in Politikwissenschaft erwarb. Anschließend absolvierte er einen Master of Public Administration (MPA) an der Cornell University in den Vereinigten Staaten.

Laufbahn Seine ersten Erfahrungen in der Politik sammelte Valenzuela als Fotograf von Joaquín Lavín während eines Wahlkampfes, bei dem er Polaroidaufnahmen anfertigte. Von 2007 bis 2009 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Gesetzgebungsfragen bei der Fundación Jaime Guzmán. Dort intensivierte sich seine Beziehung zu José Antonio Kast. 2008 war er außerdem an dem Amtsenthebungsverfahren gegen Bildungsministerin Yasna Provoste beteiligt.

Valenzuela war Büroleiter des UDI-Abgeordneten Rodrigo Álvarez, als dieser von 2009 bis 2010 Präsident der chilenischen Abgeordnetenkammer war. Später begleitete er Álvarez als Büroleiter während dessen Amtszeiten als Unterstaatssekretär im Finanzministerium und als Energieminister in der ersten Regierung von Sebastián Piñera.

Valenzuela war Mitglied der Unión Demócrata Independiente (UDI) und bekleidete akademische Positionen an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile.

Er begleitete Kast bei dessen Präsidentschaftskampagnen 2017 und 2021. Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2025 leitete Valenzuela das strategische Kommunikationsteam von Kast. Zudem gehörte er sieben Jahre lang dem Expertenrat des chilenischen Systems für höhere öffentliche Führungskräfte (Sistema de Alta Dirección Pública, SADP) an.

Von 2021 bis 2024 war er Geschäftsführer von Ideas Republicanas, der Denkfabrik des Republikanische Partei.

Tätigkeit im Segundo Piso Nach Kasts Wahlsieg im Dezember 2025 wurde Valenzuela strategischer Berater und Koordinator für Inhalte im Segundo Piso von La Moneda. Dort gilt er als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Regierung.

Am 11. März 2026 übernahm er das Amt des Inhaltsdirektors der chilenischen Präsidentschaft.

Für seine Beratertätigkeit im Rahmen von Kasts Präsidentschaftskampagne 2021 erhielt Valenzuela mehr als 24 Millionen chilenische Pesos, die vom chilenischen Wahldienst Servel erstattet wurden. Sein Vertrag in La Moneda sah 2026 monatliche Zahlungen von bis zu 8,9 Millionen Pesos vor.

Mediale Tätigkeit Valenzuela war außerdem als Kolumnist für die Tageszeitung La Tercera tätig.

Im November 2018 veröffentlichte er nach der Tötung von Camilo Catrillanca und einer anschließenden Würdigung seiner Mapuche-Wurzeln durch den chilenischen Fußballspieler Jean Beausejour die Kolumne Mapuche por Conveniencia („Mapuche aus Bequemlichkeit“). Darin warf er Beausejour Doppelmoral vor und verteidigte den damaligen Innenminister Andrés Chadwick.

Im Oktober 2025 veröffentlichte Valenzuela in La Tercera eine Kolumne mit dem Titel Parásitos („Parasiten“), in der er die Funktionsweise des chilenischen Staates scharf kritisierte und einen Teil seiner Beschäftigten als „Parasiten“ bezeichnete. Die Kolumne führte zu Kritik und Spannungen auch innerhalb des rechten politischen Spektrums.

Valenzuela wurde aus dem eigenen politischen Lager kritisiert, nachdem bekannt geworden war, dass er entgegen früheren Aussagen doch in der Regierung Kast arbeiten würde. In diesem Zusammenhang erklärte er, „Versprechen sind dazu da, gebrochen zu werden“.

Er wurde zudem als Urheber der Formulierung Estado en quiebra („Staat im Bankrott“) bezeichnet, die im März 2026 in offiziellen Veröffentlichungen der Regierung in sozialen Netzwerken verwendet wurde. Die Äußerung führte zu einer Kontroverse zwischen La Moneda, dem chilenischen Rechnungshof und der chilenischen Zentralbank. Valenzuela übernahm öffentlich die Verantwortung für die Kommunikationsstrategie.

Valenzuela wurde darüber hinaus als eine der maßgeblichen Personen hinter der Kommunikationsstrategie bezeichnet, die mit der kurzen Amtszeit der Regierungssprecherin Mara Sedini verbunden war.

Einzelnachweise

Kategorie:Politischer Berater Kategorie:Politiker (Chile) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Rechtsanwalt (Chile) Kategorie:Absolvent der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile Kategorie:Absolvent der Cornell University Kategorie:UDI-Mitglied (Chile) Kategorie:Mitglied der Republikanischen Partei (Chile) Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann