Rolf Disch (* 18. November 1910 in Leipzig; † 27. August 1968 in Rinteln) war ein deutscher Verwaltungsjurist.
Werdegang Disch legte 1930 das Abitur am Realgymnasium in Liegnitz ab. Er studierte von 1930 bis 1934 Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Göttingen, Königsberg und Breslau. Er trat zum 1. Januar 1931 der SA und zum 1. Februar 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 447.121).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6421009 Nach seinem ersten juristischen Staatsexamen absolvierte Disch sein Rechtsreferendariat beim Amtsgericht Liegnitz und bei den Regierungen in Breslau und Liegnitz.
1938 trat Disch als Regierungsassessor in den Staatsdienst ein; er war zunächst bei den Landratsämtern Unna und Soest tätig, bei letzterem als Stellvertreter des Landrats. Daraufhin war er von Juni bis Dezember 1939 Dezernent für Kommunalsachen, Bank- und Sparkassenwesen bei der Bezirksregierung Koblenz. Von Januar bis Juli 1940 hatte er eine leitende Position beim Landratsamt Koblenz inne und war Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Koblenz und Aufsichtsratsmitglied der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG.
Von Juli 1940 bis September 1941 leistete Disch Kriegsdienst bei der Wehrmacht, zuletzt als Leutnant bei der Infanterie. Er wurde 1934 zum SA-Sturmführer, 1939 zum SA-Obersturmführer und 1942 zum SA-Hauptsturmführer befördert. Er wurde im Juni 1941 zum Regierungsrat ernannt und wurde im Oktober 1941 Referent für Kommunalrecht und stellvertretender Leiter der Abteilung „Innere Verwaltung“ im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete. Im August 1942 wurde er zum Oberregierungsrat befördert. Von Mai 1943 bis März 1944 leistete er erneut Kriegsdienst bei der Wehrmacht, zuletzt als Kompanieführer in einem Grenadier-Regiment. Von April 1944 bis zum Kriegsende im Mai 1945 diente er als Erster Ordonnanzoffizier beim Armeeoberkommando 4. Bei Kriegsende geriet er in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1946 entlassen wurde.
Danach war Disch von Dezember 1946 bis Dezember 1951 Verkaufs- und Werbeleiter bei der Likörfabrik Keuck & Söhne in Braunschweig. Bei seinem ersten Spruchkammerverfahren im Februar 1949 wurde er als „Mitläufer“ eingestuft; er legte Revision ein und wurde bei einem zweiten Verfahren im Mai 1950 als „Entlasteter“ eingestuft.
Im Januar 1950 trat Disch in den Dienst der Bezirksregierung Hannover ein. Er war zunächst angestellt und wurde dann im Dezember 1952 verbeamtet. Er war Gewerbe- und Wirtschaftsdezernent der Bezirksregierung und anschließend Abteilungsleiter. Von April 1954 bis zu seinem Tod im August 1968 im Alter von 57 Jahren war er Oberkreisdirektor des Landkreises Grafschaft Schaumburg.
Literatur Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945. (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichte. 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4.
Weblinks Rolf Disch auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
Einzelnachweise
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