Eckhard Kempin (* 25. Juli 1941 in Neu Schönwalde, Kreis Regenwalde) ist ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Die Familie Kempins wurde in der Folge des Zweiten Weltkriegs aus Hinterpommern vertrieben und kam in die Sowjetische Besatzungszone. Sein Vater wurde im Sommer 1955 unter nicht bekannten Umständen erschossen. Die Mutter wurde mit ihren drei Kindern in Domsdorf untergebracht. Kempin absolvierte von 1958 bis 1961 im HO-Kreisbetrieb Bad Liebenwerda eine Lehre als Gebrauchswerber. Dann arbeitete er in Bad Liebenwerda in seinem Beruf. Daneben besuchte er die Abendschule, wo er 1966 das Abitur machte.

Von 1968 bis 1973 studierte er bei Gerhard Kettner, Hans Mroczinski und Herbert Kunze Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Einer seiner Kommilitonen war Christoph Wetzel. Für das Diplom schuf Kempin u. a. nach einem Motiv, das er bei einer Fahrradtour in Bulgarien aufgenommen hatte, ein Tafelbild Brigade am Strand. Kempin arbeitete dann als freischaffender Maler und Grafiker in Heimburg, Weimar, Dresden, Radebeul und seit 2009 wieder in Dresden. In Radebeul hatte er ab 2001 eine Gemäldegalerie und ab 2005 die Galerie „KunstKabinettKempin“. Er unterhält oder unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu Radebeuler Künstlern wie Klaus Liebscher (* 1940), Gunter Herrmann, Peter Graf und Dieter Beirich.

Als Künstler nutzt Kempin insbesondere die Techniken der Farbmonotypie, Aquarell, Collage und Öl- und Mischtechniken.

Von 1980 bis gegen Ende der 1990er Jahre machte er zum Broterwerb zeitweise Restaurierungs-Arbeiten an historischen Gebäuden u. a. in Dresden, Pillnitz, Moritzburg, Nossen, Weimar und Radebeul und führte er Wandmalereien, Deckengestaltungen und Hinterglasmalereien in Schulen und Jugendclubs in Erfurt und Weimar aus. 1996/1997 leitete er in Weimar das Projekt „Kreative Nähwerkstatt“, und von 1997 bis 1999 arbeitete er in Falkenrehde wieder im Atelier.

Seit 2017 lebt Kempin in Dresden-Laubegast im denkmalgeschützten Melli Beese-Haus in der Österreicher Straße 84, wo er in seinem Atelier auch Ausstellungen und Lesungen veranstaltet.

Kempin war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Von 1993 bis 1995 war er an der Volkshochschule Weimar Dozent für Grundlagen Malerei/Grafik.

Kempin hatte eine große Zahl von Ausstellungen. Allein bis 2015 wurden über 110 Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland genannt.

Kempin war bis zur Scheidung mit der Malerin Regina Kempin (* 1953) verheiratet, mit der er zwei Töchter hat.

Rezeption „Seine abstrakten Kompositionen spiegeln eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Reduktion und Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten wider.“

„Oft verbindet er geometrisch-abstrakte Formen mit malerischen Flächen und Collageelementen, wodurch seine Werke eine klare, aber zugleich vielschichtige Bildsprache entwickeln.“

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Kempins (unvollständig) Altenburg: Lindenau-Museum Berlin: Kupferstichkabinett Dresden: Kupferstichkabinett Dresden: Kunstfonds des Freistaats Sachsen Dresden: Städtische Galerie Halberstadt: Städtisches Museum Halberstadt Neubrandenburg: Kunstsammlung Neubrandenburg Schwerin: Staatliches Museum Schwerin Weimar: Stadtmuseum Weimar Weimar: Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität

Literatur Kempin, Eckhard. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 427

Weblinks Werkdatenbank Sachsen biografische Informationen Vorschau und Rückblick – Alterna(k)tiv oder ewiger Wanderer im Geiste Eckhard Kempin - Suche Werke

Einzelnachweise

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