Die Illa des Bosc ist eine unbewohnte Insel vor der Westküste der spanischen Baleareninsel Ibiza. Sie gehört zur Gemeinde Sant Josep de sa Talaia und liegt nördlich der Platges de Comte, rund 500 Meter vor der Küste. Die Insel hat eine Fläche von etwa 16,7 Hektar und erreicht eine Höhe von 69 Metern.
Die Illa des Bosc gehört zu den Illots de Ponent d'Eivissa. Innerhalb der sechs größeren Inseln dieser Gruppe ist sie nach sa Conillera und der Illa de s’Espartar die drittgrößte.
Geographie und Geologie Die Insel liegt den Platges de Comte vorgelagert. Zwischen der Küste Ibizas und der Illa des Bosc befinden sich unter anderem die kleinen Felseninseln s'Escull Llarg und s'Escull de ses Punxes. Nördlich der Insel erstreckt sich in Richtung sa Conillera eine flache, teilweise unter der Meeresoberfläche verlaufende Felsformation.
Geologisch besteht die Illa des Bosc aus Ablagerungen des Quartärs und des unteren Miozäns, die zur strukturellen Einheit von Aubarca gehören. Am nördlichen Rand treten Mergel und Mikrobrekzien des unteren Miozäns auf. Der überwiegende Teil der Insel wird von quartären Ablagerungen wie kalzifizierten Schluffen, Hangschutt und Kalkkrusten gebildet.
Der Name der Insel bedeutet auf Katalanisch „Waldinsel“. Er wird auf einen früheren Bestand von Phönizischem Wacholder zurückgeführt, der heute nicht mehr vorhanden ist.
Geschichte Nach Schätzungen wurde die Illa des Bosc vor etwa 6000 Jahren durch den Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Kaltzeit von Ibiza getrennt. In einem ähnlichen Zeitraum entstanden auch die heutigen Inseln sa Conillera und s'Espartar.
Im Süden und Südosten der Insel sind Reste einer Steinmauer erhalten. Ihre ursprüngliche Länge wird auf etwa 448 Meter geschätzt. Als mögliche Funktion wird eine Befestigung angenommen, die den Bewohnern der gegenüberliegenden Küste im Gefahrenfall als Zufluchtsort gedient haben könnte. Ein dauerhafter oder zeitweiliger Siedlungsplatz konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Auf dem flacheren und der Küste Ibizas zugewandten Teil der Insel wurden zudem Keramikfragmente gefunden, die in das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert wurden.
Am höchsten Punkt der Insel befindet sich ein geodätischer Vermessungspunkt des spanischen Instituto Geográfico Nacional.
Flora und Fauna Die Illa des Bosc gehört zu den Lebensräumen der endemischen Pityusen-Eidechse (Podarcis pityusensis). Bei einer Bestandserhebung der Naturreservatsverwaltung wurde eine stabile Population von rund 400 Tieren je Hektar festgestellt.
Auf der Insel befindet sich außerdem eine Brutkolonie der Mittelmeermöwe (Larus michahellis). Die Kolonie wurde unter anderem im Rahmen von Forschungsprojekten zur Populationsentwicklung der Art untersucht.
Naturschutz Die Illa des Bosc ist Bestandteil der Reserves Naturals des Vedrà, es Vedranell i els illots de Ponent. Das Betreten der Inseln des Naturreservats ist ohne Genehmigung nicht gestattet.
Außerdem gehört die Insel zum Natura-2000-Gebiet ES5310023 Illots de Ponent d'Eivissa, das als besonderes Erhaltungsgebiet und als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist. Das Natura-2000-Gebiet umfasst neben den Inseln auch die umliegenden Meeresflächen und unter anderem ausgedehnte Bestände von Posidonia oceanica.
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