Der Oglebay Park ist ein selbstfinanzierter öffentlicher Stadtpark in Wheeling im US-Bundesstaat West Virginia. Er umfasst rund 668 Hektar. 1926 vermachte Earl W. Oglebay, Mitbegründer der Oglebay Norton Corporation, sein Anwesen Waddington Farms der Stadt Wheeling zur öffentlichen Erholung. Betreiber des seit 1928 öffentlich zugänglichen Parks ist die Wheeling Park Commission.
Mehrere Gebäude von Waddington Farms, darunter das Mansion Museum und das Gewächshaus, werden bis heute genutzt. Andere Gebäude, darunter das Carriage House, wurden im Stil der ursprünglichen Bauwerke rekonstruiert. Das Oglebay Mansion wurde 1979 in das National Register of Historic Places aufgenommen und wird vom Oglebay Institute als Museum betrieben.National Register of Historic Places:Oglebay Mansion Museum
Der Park verfügt heute über zwei Meisterschaftsgolfplätze, zwei reguläre Golfplätze mit neun beziehungsweise 18 Löchern, einen Par-3-Platz, elf Tennisplätze, ein großes Freibad, ausgedehnte Wanderwege, den Good Zoo, das vom Oglebay Institute betriebene Mansion Museum, Gärten, ein Gewächshaus, das Oglebay Amphitheater, die Oglebay Lodge mit mehr als 250 Zimmern, 54 Ferienhäuser, das Schrader Environmental Education Center, ein vom Oglebay Institute betriebenes Naturkundezentrum, ein im Good Zoo gelegenes Planetarium, eine Skipiste, Camp Russel und den Schenk Lake. Der See wird zum Angeln, für Tretbootfahrten und Segway-Touren genutzt. Zum Park gehört außerdem das Speidel Observatory.
Zu den jährlich stattfindenden Veranstaltungen gehören unter anderem das Festival of Lights, das Oglebayfest, die Ohio County Fair, die West Virginia Open im Tennis und die Fort Henry Days, eine Veranstaltung zur Living History.
Oglebay Mansion und Waddington Farm mini|links|Sunken Gardens, etwa 1930–1945 Das Oglebay Mansion wurde 1846 von Paul Matvey als acht Räume umfassendes Bauernhaus errichtet. Earl W. Oglebay, Mitbegründer der Oglebay-Norton Company, erwarb das Gebäude und die angrenzenden rund zehn Hektar im Jahr 1900, benannte das Anwesen in Waddington Farm um und nutzte es als Sommersitz und Musterbetrieb. Er war der neunte Eigentümer des Hauses und der dazugehörigen Grundstücke und erweiterte das Bauernhaus zu einem Herrenhaus, indem er zusätzliche Gebäudeflügel und architektonische Elemente wie den Portikus an der Vorderseite hinzufügen ließ.
Oglebay vergrößerte das Anwesen schrittweise durch den Erwerb benachbarter Farmen, bis Waddington Farm bei seinem Tod 1926 eine Fläche von rund 304 Hektar umfasste. Das Herrenhaus wurde 1930 zu einem Museum. Das Museum umfasst restaurierte Räume, Ausstellungen zur Lokalgeschichte sowie Ausstellungen über Earl W. Oglebay und sein früheres Anwesen. Es wird vom Oglebay Institute betrieben und ist ganzjährig für Führungen und Veranstaltungen geöffnet.
Earl W. Oglebay wollte Waddington Farm als Musterbetrieb und als Versuchsstation für neue landwirtschaftliche Verfahren entwickeln, die zur Beendigung der großen Hungersnot in den Vereinigten Staaten beitragen sollten. Er überließ Teile der Farm verschiedenen Forschern, damit diese sich mit Fruchtfolge, Bodenverbesserung und kostensenkenden Verfahren beschäftigen konnten. Waddington Farm umfasste einst eine Milchviehfarm, eine Geflügelfarm, eine Schweinefarm und eine Schaffarm sowie Stallungen, Weinberge, ein Gewächshaus, einen Rosengarten, Obstbaumhaine, Gemüsegärten zur Versorgung der Bewohner des Anwesens und Flächen für die Erforschung landwirtschaftlicher Verfahren. Oglebays unkonventionelle landwirtschaftliche Methoden wurden von der landwirtschaftlichen Fachwelt zunächst kritisiert. Er galt als „ein Mann aus der Stadt, der abwegige Dinge ausprobiert“. Nachdem die Ergebnisse seiner Versuche sichtbar geworden waren, änderte sich diese Einschätzung.
Festival of Lights
Die 1985 begonnene Weihnachtstradition des Festival of Lights entstand im Oglebay Park und breitete sich bald über die gesamte Stadt Wheeling aus. Im ersten Jahr erstreckten sich die Beleuchtungen und Landschaftsinszenierungen über rund 51 Hektar entlang einer etwa fünf Kilometer langen Fahrstrecke durch das Resort. Heute umfasst die Veranstaltung mehr als 121 Hektar entlang einer etwa zehn Kilometer langen Fahrstrecke durch den Park.Festival of Lights
Der Beleuchtungsexperte Dick Bosch und Robert J. Otten, der langjährige künstlerische Leiter der Wheeling Park Commission, waren maßgeblich für die Gestaltung des Festivals verantwortlich. Bosch war für die Beleuchtung der Bäume und Gebäude zuständig. Otten entwarf die ersten fünf Installationen für die Eröffnung 1985 und bis zu seinem Tod 2005 nahezu 50 weitere.
Jedes Jahr kommen mehrere neue Installationen hinzu. Zu den bekannten früheren Installationen gehören der Snowflake Tunnel, durch den Besucher durch einen mit Tausenden von blinkenden Schneeflocken dargestellten beleuchteten Tunnel fahren können, der große Polyhedron Star mit mehr als 2000 Lichtern sowie der Poinsettia Wreath and Candle, die höchste Installation des Festivals. Weitere Installationen sind der Candy Cane Wreath, The Twelve Days of Christmas und Willard the Snowman, benannt nach dem Fernsehmoderator Willard Scott, der 1986 bei der Light-Up Night die Beleuchtung einschaltete.
In früheren Jahren reichten Schüler der Ohio County Schools Vorschläge für neue Installationen ein. Viele der Installationen wurden an der Wheeling Park High School gefertigt, wo Schüler des Fachbereichs Schweißtechnik die Rahmen herstellten. Das Elektroniktechnikprogramm der Schule entwickelte, baute und programmierte die Steuerungen für sämtliche animierten Installationen des Festivals. Der Radiosender der Schule, der Hörfunksender WPHP 91.9, sendete zudem saisonale Musik sowie Informationen über das Resort und die gesamte Lichtshow.
Anfang der 2000er Jahre wurden zwei der Lichtinstallationen des Parks mit Musik synchronisiert. Gardens of Light und die Licht- und Musikshow des Good Zoo wurden von Carson Williams gestaltet, der die ursprüngliche Lichtinstallation Wizards in Winter an seinem Wohnort in Mason, Ohio, geschaffen hatte. Die 2006 hinzugefügte Lichtshow des Good Zoo verwendet mehr als 35.500 LED-Lampen und wird computergesteuert. Dadurch können die Lichter mit Musik synchronisiert werden.
Die 2007 hinzugefügte Installation Gardens of Light ähnelt der Lichtshow des Good Zoo, ist jedoch wesentlich größer. Besucher gehen dabei durch die Gärten, in denen hängende Blumenkörbe mit Beleuchtung und beleuchtete Blumenbeete integriert sind. Die Installation soll das Erscheinungsbild der Blumengärten des Oglebay Park während der Frühlings- und Sommermonate nachbilden.
2008 kündigte Oglebay an, dass für alle neuen Installationen LED-Lampen anstelle der zuvor verwendeten Glühlampen eingesetzt werden sollten. Zudem sollte die vorhandene Beleuchtung schrittweise auf LED-Technik umgestellt werden. Nach Angaben der Website von Oglebay verbrauchen die neuen Lampen 85 % weniger Energie und haben eine fünfmal längere Lebensdauer.
Oglebay Good Zoo Der Oglebay Good Zoo ist eine rund 12 Hektar große Anlage mit mehr als 68 Tierarten.Good Zoo Der Zoo wurde zum Gedenken an Philip Mayer Good eingerichtet, einen siebenjährigen Jungen, der sich für die Natur begeisterte. Er war der Sohn von Barbara und Larry Good aus Wheeling.
Die Sammlung des Good Zoo umfasst unter anderem Geparde, Zebras, Kängurus, Tamarine, Lemuren, Straußen, Lamas, Ziegen, Schleiereulen, Weißkopfseeadler, Kleine Pandas, Gorale, Pfauen und Weißnackenkraniche sowie zahlreiche weitere Tierarten aus aller Welt. Zum Zoo gehören ein Discovery Lab mit einer überdachten Ausstellung zum südamerikanischen Regenwald sowie weitere Einrichtungen. Der Good Zoo ist der einzige von der Association of Zoos and Aquariums (AZA) akkreditierte Zoo in West Virginia.
Der Good Zoo verfügt außerdem über ein tiermedizinisches Krankenhaus, in dem Besucher Operationen und Routineuntersuchungen beobachten können. Das Krankenhaus dient als Behandlungsbereich für Zootiere, als Zuchtzentrum für bestimmte Arten, als Quarantänebereich für neu eintreffende Tiere und als Rehabilitationszentrum für wildlebende Greifvögel. Das Rehabilitationsprogramm des Zoos für Greifvögel hat seit seiner Einrichtung zahlreiche Greifvögel und andere einheimische Vögel behandelt. Zu den ausgestellten Tieren gehören unter anderem Truthahngeier und Weißkopfseeadler.
Der Good Zoo nimmt an zahlreichen Species-Survival-Plan-Programmen (SSP) teil. Der Species Survival Plan ist ein von der AZA eingerichtetes kooperatives Zucht- und Artenschutzprogramm. Ziel der SSP-Programme ist es, durch Zucht in menschlicher Obhut, Bildung, Forschung und den Erhalt von Lebensräumen möglichst viele Arten zu unterstützen.
Zu den jährlich stattfindenden Veranstaltungen des Good Zoo gehören Boo at the Zoo im Oktober und The Good Zoo Lights Up For You während des Festival of Lights sowie eine jährliche Autoschau im nahegelegenen Camp Russel und eine Ostereiersuche.
Galerie
Weblinks
Offizielle Website The Museums of Oglebay Institute Oglebay Foundation
Einzelnachweise
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