Illa de s’Espartar ist eine unbewohnte Insel vor der Westküste der spanischen Baleareninsel Ibiza. Sie gehört zur Gemeinde Sant Josep de sa Talaia und zur Inselgruppe der Pityusen. Die s'Espartar-Insel ist etwa 20 Hektar groß, maximal 890 Meter lang und 360 Meter breit und erreicht eine Höhe von 70 Metern. Sie liegt rund 1,3 Kilometer vor der Küste Ibizas.

S'Espartar gehört zu den westlich von Ibiza gelegenen Illots de Ponent. Nach sa Conillera ist sie die zweitgrößte der sechs größeren Inseln dieser Gruppe und damit größer als die Illa des Bosc. In ihrer unmittelbaren Umgebung liegen mehrere wesentlich kleinere Felseninseln, darunter der Escull de s'Espartar und s'Espardell de s'Espartar. Sie werden von der Balearenregierung ausdrücklich als von s'Espartar getrennte Inselkörper geführt.

Geographie und Geologie Die Insel ist felsig und trocken und weist stellenweise steile Küstenabschnitte auf. Geologisch besteht s'Espartar aus Gesteinen der Unterkreide und quartären Ablagerungen. Die kreidezeitlichen Schichten bestehen vor allem aus kompakten Kalksteinen und Dolomiten. Am östlichen Ende treten Kalkkrusten, kalzifizierte Schluffe und Hangschutt aus dem Quartär auf.

Flora und Fauna Die Vegetation wird in weiten Teilen von Beständen des Halfagrases (Macrochloa tenacissima, Synonym Stipa tenacissima) geprägt. Auf s'Espartar befinden sich die ausgedehntesten Espartogras-Bestände der Pityusen. In höher gelegenen Bereichen wachsen unter anderem wilde Formen des Olivenbaums, Aleppo-Kiefern und Mastixsträucher. An Küstenhängen und in Rinnen kommt Atriplex halimus vor.

Von besonderer Bedeutung ist die Insel für seltene Pflanzenarten. Dazu zählen Medicago citrina, Lamottea dianae, Diplotaxis ibicensis und Silene hifacensis. Nach der Beseitigung einer eingeschleppten Kaninchenpopulation erholte sich insbesondere Medicago citrina stark. Bei einer Bestandsaufnahme wurden 2019 insgesamt 2322 Pflanzen mit einer Höhe von mehr als 15 Zentimetern gezählt; Sämlinge und Exemplare an unzugänglichen Felswänden waren darin nicht enthalten.

Auf s'Espartar lebt mit Podarcis pityusensis krameriana eine Unterart der Pityusen-Eidechse. Der nahe gelegene Escull de s'Espartar besitzt mit Podarcis pityusensis zenonis eine davon unterschiedene Unterart.

Die Insel ist zudem ein bedeutender Brutplatz des Sturmwellenläufers (Hydrobates pelagicus). Die Kolonie gehört zu den wichtigsten im westlichen Mittelmeer. Sie wird seit 2014 demografisch untersucht. Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung stellte trotz eines über längere Zeit relativ konstanten Bruterfolgs einen deutlichen Rückgang der Zahl der Brutpaare fest, der sich zuletzt durch Prädation durch die Schleiereule (Tyto alba) verstärkt hatte.

Kaninchenbekämpfung Auf der Insel lebte über längere Zeit eine eingeschleppte Population von Wildkaninchen, die erheblichen Einfluss auf die Vegetation hatte. Zwischen 2011 und 2016 wurden im Rahmen eines Bekämpfungsprogramms etwa 300 Kaninchen entfernt. Seit 2016 gilt die Population als beseitigt.

Untersuchungen zwischen 2015 und 2019 zeigten nach der Beseitigung der Kaninchen eine deutliche Zunahme der Vegetationsbedeckung und der Pflanzenvielfalt. Besonders stark erholte sich Medicago citrina. Von der Art waren bei früheren Erfassungen 2003 und 2010 jeweils weniger als zehn zugängliche Exemplare festgestellt worden; nach der Kaninchenbekämpfung breitete sie sich wieder über größere Bereiche der Insel aus.

Naturschutz und Nutzung S'Espartar gehört zu den Reserves Naturals des Vedrà, es Vedranell i els illots de Ponent, die 2002 unter Schutz gestellt wurden. Außerdem ist die Insel Bestandteil des Natura-2000-Gebiets ES5310023 Illots de Ponent d'Eivissa, das sowohl als besonderes Erhaltungsgebiet als auch als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist.

Das Betreten der Inseln des Naturreservats ist ohne Genehmigung nicht gestattet. Die traditionelle Gewinnung von Espartogras auf s'Espartar ist weiterhin möglich, bedarf jedoch einer Genehmigung der Naturschutzverwaltung. Das Sammeln und Verarbeiten des Grases gehörte über Generationen zu den traditionellen Nutzungen der westlich von Ibiza gelegenen Inseln.

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