Sabine Richert ist eine physikalische Chemikerin. Sie ist Professorin für Chemie am Institut für Physikalische Chemie der Universität Ulm. Sie erhielt den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2023.

Leben Sabine Richert studierte von 2005 bis 2010 Chemie an der Universität Graz und schloss mit einem Master ab. Der Titel ihrer Masterarbeit lautet „Time-resolved magnetic field dependent radical pair dynamics“ (Zeitaufgelöste magnetfeldabhängige Radikalpaardynamik). Anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Genf. Ihr Forschungsthema waren ultraschnelle photochemische Prozesse an Flüssigkeitsgrenzflächen. Von 2013 bis 2016 arbeitete sie an der Universität Oxford an ihrer Doktorarbeit, die von Christiane Timmel betreut wurde. Der Titel ihrer Dissertation lautet „Electron paramagnetic resonance studies and magnetic field effects on porphyrin nanostructures and triad systems“.

Nach ihrer Promotion war sie als Postdoc zunächst in der Gruppe von Christiane Timmel an der Universität Oxford und anschließend in der Gruppe von Stefan Weber an der Universität Freiburg tätig. Seit 2019 leitet sie eine Emmy-Noether-Forschungsgruppe am Institut für Physikalische Chemie der Universität Freiburg. Von Oktober 2024 bis September 2025 hatte sie eine Professur für Chemie am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt inne. Seit Oktober 2025 ist sie Professorin für Chemie am Institut für Physikalische Chemie II der Universität Ulm.

Sabine Richert arbeitet an der Schnittstelle zwischen Physik, Chemie und Materialwissenschaften. Sie kombiniert Elektronenspinresonanz und optische Spektroskopie, um den Spin-Informationstransfer in molekularen Systemen zu untersuchen, die für Anwendungen in der molekularen Spintronik und der Quanteninformatik entwickelt wurden. Durch Lichtanregung werden verschiedene Spinzustände erzeugt und so Multi-Spin-Systeme gebildet, durch die sich neue Erkenntnisse über die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Materie gewinnen lassen. Diese Erkenntnisse können beispielsweise zu einer verbesserten Umwandlung von Solarenergie, zur Optimierung von elektronischer Datenverarbeitung oder zur Fertigung neuartiger Quantencomputer beitragen.

Preise und Auszeichnungen

2022: Ernst Haage-Preis (national) 2023: Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2024: LOEWE-Start-Professur des Landes Hessen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Ulm) Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau