mini|Das Anwesen 2017 Die Villa in der Großen Allee 31 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Dillingen an der Donau, das nördlich der Altstadt an der Ausfallstraße nach Lauingen liegt. Der zweigeschossige Walm- beziehungsweise Mansardwalmdachbau mit rundem Turmerker entstand im Formenkanon des späten Jugendstils und ist samt zeittypischer Gartenumzäunung unter der Nummer D-7-73-125-322 in die bayerische Denkmalliste eingetragen.
Bauherr des Anwesens war der Dillinger Bezirksarzt Konrad Imminger (1882–1931), der das Grundstück 1912 erwarb und noch im selben Jahr nach Plänen des Stuttgarter Architekten Paul Schaefer ein stattliches Anwesen errichten ließ. Das Gebäude diente zugleich als Wohnhaus der Familie Imminger und als Praxisräume des Bauherrn und reiht sich damit in eine Gruppe repräsentativer Anwesen ein, die zwischen 1890 und 1914 von Dillingens Oberschicht – hochrangigen Offizieren, Bankdirektoren und Fabrikanten – an der Großen Allee errichtet wurden und der Straße ein vornehmes Gepräge verliehen.
Die herrschaftlich wirkende Fassade zur Großen Allee weist mittig einen halbrunden, mit einem Wappen geschmückten Turmerker auf und verzichtet bewusst auf strenge Symmetrie. Im Obergeschoss durchbricht eine von sechs Säulen getragene, heute verglaste Loggia die Südostecke des Hauses und zieht sich bis in den westlichen Gebäudevorsprung; der überdachte Hauseingang befindet sich an der Ostseite.
Nachdem die Villa mehrere Jahre leer gestanden hatte, befand sie sich 2010 in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Großflächig abgeplatzter Putz, verrostete Kehlbleche und schadhafte Ziegel hatten bereits zu Feuchtigkeitsschäden geführt. Im Zuge der binnen vier Monaten durchgeführten Generalsanierung wurden Dach und Fassade instand gesetzt, die prachtvolle Eichentreppe von PVC-Belägen befreit und ihr Unterbau erneuert, historische Kastenfenster samt Beschlägen und Verglasung aufgearbeitet sowie fehlende Fenstersimse rekonstruiert. Erhaltene Mosaik- und Terrazzoböden blieben bewahrt, das Dachgeschoss wurde ausgebaut und das Gebäude energetisch ertüchtigt. Aus der Loggia entstand durch Verglasung ein besonders heller Innenraum. Die professionelle Sanierung würdigte der Bezirk Schwaben 2011 mit einem Sonderpreis für Denkmalpflege.
Literatur
Peter Fassl/Barbara Kanelakis: Dillingen a.d. Donau. Große Allee 31. In: dies. (Hrsg.): 10 Jahre Denkmalpreis des Bezirks Schwaben, Friedberg 2014, S. 182–85.
Weblinks
Eintrag des Anwesens im digitalen bayerischen Denkmal-Atlas.
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