Mein Kind ist ein Kompilationsfilm von Joris Ivens, Alfons Machalz und Vladimir Pozner von 1955.

Inhalt Der Film zeigt Kinder und deren Mütter von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter in verschiedenen Ländern auf mehreren Kontinenten. Gezeigt werden auch Kriegsszenen mit Leid und Zerstörung. Die Mütter der Welt werden aufgerufen, ihre Kinder vor dem Krieg zu schützen und diesen zu bekämpfen.

Hintergründe Der niederländische Filmemacher Joris Ivens drehte seit 1952 Dokumentarfilme in der DDR und weiteren Ostblockländern, darunter das Großprojekt Lied der Ströme (1954) mit Aufnahmen von 300 Kameraleuten über arbeitende Menschen und deren Familien in vielen Ländern der Welt. Aus diesem Filmmaterial wurden auch die Aufnahmen für Unser Kind genommen, bei dem er die künstlerische Gesamtleitung hatte, ansonsten aber nicht beteiligt war. Die Gestaltung übernahmen der DDR-Dokumentarfilmer Alfons Machalz und der französische Schriftsteller Vladimir Pozner. Den Text sprach die Theaterintendantin und Brecht-Ehefrau Helene Weigel.

Der Film entstand anlässlich des ersten Kongresses von Müttern aus aller Welt, den die Internationale Demokratische Frauenföderation 1955 in Lausanne veranstaltete. Er sollte ein eindringliches Plädoyer gegen den Krieg sein.

Die Abteilung für Agitation und Propaganda des ZK der SED fand den Film zu pazifistisch, erlaubte aber dennoch dessen Aufführung.Günter Jordan, Unbekannter Ivens, Berlin 2018, S. 164ff., mit weiteren Details; zitiert in DEFA-Chronik für das Jahr 1956 DEFA-Stiftung, zum 10. Februar 1956.

Am 10. Februar 1956 wurde er erstmals in Ost-Berlin aufgeführt.Mein Kind Filmportal Danach wurde er in verschiedenen Sprachfassungen in mehreren Ländern gezeigt. Bei der Dokumentarfilmwoche in Mannheim erhielt er 1956 einen Preis, weitere Aufführungen in Westdeutschland wurden aber erst 1957 erlaubt.Mein Kind Filmzensur West-Ost, 1956 wurde er von der westdeutschen Zensur nur für die Dokumentarfilmwoche in Mannheim freigegeben, erst 1957 durfte er nach zwei weiteren Anträgen dort auch an anderen Orten gezeigt werden.

1961 wurde er bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen wieder gezeigt, 2009 beim Dokumentarfilmfestival in Leipzig und 2010 im Filmmuseum Potsdam.Mein Kind / Eine Geschichte über den Wind Filmmuseum Potsdam

Auszeichnungen 1956 Internationales Filmfestival Montevideo, 1. Preis 1956 Kultur- und Dokumentarfilmwoche Mannheim, Kritikerpreis

Literatur Günter Jordan, Unbekannter Ivens. Berlin 2018. S. 164ff., mit einigen Details. Günter Jordan: Wie können Frauen kämpfen? Joris Ivens in der DDR (1). "Mein Kind" – ein Film, den Menschen in der ganzen Welzt verstanden. In: Junge Welt vom 14. Januar 2017 (Artikelanfang). Günter Jordan, Ralf Schenk: Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946–92. Berlin 1996. S. 56. DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme 1946–1964. Filmografie. Henschel, Berlin 1969. S. 70.

Weblinks

Mein Kind DEFA-Stiftung Mein Kind Filmportal Mein Kind Ivens (niederländisch) Mein Kind Dokumentarfilmgeschichte

Mein Kind Film auf YouTube, Länge: 20:47

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1956 Kategorie:Kompilationsfilm Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kurzfilm Kategorie:DDR-Film Kategorie:Pazifismus Kategorie:Kindheit im Film