mini|Dietmar Lehmann (2017) Dietmar Karl Lehmann (* 16. Juni 1953 in Bremen) ist ein deutscher Bildhauer, Bildungs- und Kulturmanager. Er lebt in Porta Westfalica.

Biographie Dietmar Lehmann studierte von 1972 bis 1976 Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung in Bremen und schloss das Studium als Diplom-Designer ab. Zu seinen wichtigsten Lehrern zählten Gerhart Schreiter und Waldemar Otto. Anschließend absolvierte er von 1976 bis 1983 ein Studium für das höhere Lehramt in Kunst und Geografie an der Universität Oldenburg, das er 1983 mit der Wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an Gymnasien abschloss.

Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit Beate Anneken und Wolfgang Heppner die „Oldenburger Werkschule“ als Initiative zur Förderung künstlerischer Praxis, Kunstvermittlung und ästhetischer Bildung für Erwachsene sowie für soziokulturelle Projektarbeit.

1985 übernahm Lehmann die Leitung des Bereichs Kulturelle Bildung an der Volkshochschule Minden. Von 2007 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2019 war er Direktor der Volkshochschule Minden, eines Zweckverbandes der Städte Minden, Porta Westfalica, Petershagen, Bad Oeynhausen sowie der Gemeinde Hille. In dieser Funktion entwickelte er die Einrichtung in den Folgejahren zu einem bedeutenden regionalen Bildungsdienstleister weiter und veröffentlichte hierzu mehrere Fachbeiträge.

Von 2022 bis 2023 hatte er zudem die Interimsgeschäftsführung für das Besucherbergwerk und Museum Kleinenbremen inne.

Kulturmanagement Lehmann organisierte zahlreiche Ausstellungen und Künstlerbegegnungen im In- und Ausland. 1994 initiierte er die erste deutsch-russische Künstlerbegegnung im Haus der Sankt Petersburger Künstlervereinigung in Sankt Petersburg. Die begleitende Ausstellung wurde in Anwesenheit des deutschen Honorarkonsuls Eberhard von Puttkammer eröffnet. Weitere Ausstellungen folgten, unter anderem im Sommergarten des Russischen Museums. mini|(v.l.) Dietmar Lehmann, Waldemar Otto, Michail Piotrowski (Direktor der Staat. Eremitage, St. Petersburg) und Andreas Laubig (1987) Ein bedeutendes Projekt initiierte Lehmann 1997 mit der ersten deutschen Kunstausstellung in der Staatlichen Eremitage in Sankt Petersburg. Unter der Schirmherrschaft des Bremer Bürgermeisters Henning Scherf wurden dort Werke des Bildhauers Waldemar Otto gezeigt. Zur Vorbereitung dieser bundesweit vielbeachteten Ausstellung lud Lehmann führende Vertreter der Eremitage, darunter Victor Alexandrowitsch Pavlov und Sergej Androsov, nach Deutschland ein. Das Ausstellungsprojekt wurde als Beitrag zur deutsch-russischen Kulturzusammenarbeit der 1990er Jahre rezipiert.

Regional verantwortete Lehmann unter anderem das „LandArtFestival 2006“ des Kreises Minden-Lübbecke sowie die Konzeption der Begleitausstellung „Wagnis Wagner“ im Rahmen der Mindener Aufführung des Opernzyklus Der Ring des Nibelungen im Stadttheater Minden.

2022 wurde er von der Neuen Westfälischen mit dem Kulturpreis „Stern des Jahres“ ausgezeichnet. Anlass war seine Rolle als Initiator der Ausstellung „In der Schwebe“ auf dem Aqua-Magica-Gelände in Bad Oeynhausen.

Künstlerische Tätigkeit mini|Sowjetflagge auf dem Dach des Stadttheaters Minden (2009) Lehmanns frühe bildhauerische Arbeiten stehen in der Tradition realistischer deutscher Bildhauerkunst. Im Mittelpunkt steht der Mensch in seinem Verhältnis zur Gesellschaft. Viele Werke sind figürlich gestaltet und weisen eine expressive Formensprache auf. Die Skulpturen zeigen häufig deformierte Körperformen, die Verletzlichkeit und existenzielle Spannungen thematisieren.

Sein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Porta Westfalica wurde 2024 vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland als Kulturdenkmal des Jahres 2024 neben weiteren Beispielen zum Jahresthema „Zeichen von Krieg und Frieden“ ausgewählt.

Neben Skulpturen entstanden im weiteren Verlauf seines künstlerischen Schaffens auch Installationen und Arbeiten für den öffentlichen Raum. Dazu zählt Show your colours – Banner des Sieges, eine Arbeit zur Ikonografie der Siegesflagge, die sich auf die 1945 entstandene Fotografie des sowjetischen Fotografen Jewgeni Chaldej von der Hissung der sowjetischen Flagge auf dem Reichstagsgebäude in Berlin bezieht. Die Installation wurde 2010 u. a. auf der OSTRALE – Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden gezeigt. Im folgenden Jahr war Lehmann dort erneut mit einer weiteren Arbeit vertreten.

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)

Abraham Jacobi (1988), Bronze-Porträtbüste, Johannes-Weslings-Klinikum Minden

Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (1992), Porta Westfalica

Gedenkbrunnen an der Auferstehungskirche (2004), Bad Oeynhausen

Ausstellungen (Auswahl) 1987: Kultur vor Ort, Landeskulturtage Nordrhein-Westfalen 1988: Skulpturen und Zeichnungen, Kunstkreis Porta Westfalica 1992: 10 Künstler aus Ostwestfalen, Städtische Galerie Bad Oeynhausen 1994: Ansichtssachen, Russischer Künstlerbund, St. Petersburg – GUS 1995: Von vier Seiten, an drei Orten, Objekte und Installationen, Mindener Museum 1995: Skulptur und Grafik, Museum Peter der Große (Sommergarten), St. Petersburg – GUS 1996: Einblicke, Stadttheater Grodno (Belarus) 1997: Kunsträume ´97, Besucherbergwerk Kleinenbremen 1998: Kunst-Raum-Medien, Haus des Russischen Künstlerbundes, St. Petersburg 1998: Stadt-Raum-Geschichte-Leben, Förderpreis Bildende Kunst Unternehmensgruppe Melitta 1999: Zeitsichten, Kunstverein Schieder - Schwalenberg (mit Prof. Welski) 2005: Formen der Stille, Schönfelsche Villa, Herford 2009: Schlachtfelder, Stadtraum Minden 2010: OSTRALE – Internationale Ausstellung für zeitgenössische Künste, Dresden 2011: OSTRALE – Internationale Ausstellung für zeitgenössische Künste, Dresden 2011: Kunsträume, St. Martinikirche, Minden 2022: Frühe 80er, Mindener Museum

Literatur

Weblinks Offizielle Website von Dietmar Lehmann Christiane Hoffmans: Minden streitet um Sowjet-Flagge. In: Die Welt, 9. August 2009, abgerufen am 19. August 2026. Rote Fahne weht über Minden. In: NW Kultur (August 2009) KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica, „Zur Geschichte der Mahnmale gegen den Nationalsozialismus in Porta Westfalica“ Gedenkbrunnen an der Auferstehungskirche wird wiedereröffnet von Kirchenkreis Vlotho Künstlerische Vermittlung + NS-Gedenkstätten: Die Gedenktafel für das KZ-Außenlager Porta Westfalica (Universität Oldenburg)

Einzelnachweise

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