Die Parkland Lutheran Church () ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Camrose County in der kanadischen Provinz Alberta. Der nächstgelegene Ort ist Ohaton. Sie wurde zwischen 1930 und 1946 von norwegischen Einwanderern errichtet und wird heute nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Seit 2010 ist sie als Provinz-Denkmal im Canadian Register of Historic Places gelistet.

Architektur Lage und Außenansicht Die Kirche liegt am Alberta Highway 26 abseits größerer Siedlungen und ist hauptsächlich von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben. Die nächstgelegene Ortschaft ist der Weiler Ohaton etwa acht Kilometer südwestlich. Das Grundstück der Kirche ist von einer Nadelbaumreihe umwachsen und sonst nicht bebaut. Ebenfalls auf diesem Grundstück liegen zwei Friedhöfe: der Parkland Lutheran Church Cemetery, der zur Kirchengemeinde gehört, und der private Larson Cemetery.

Die Kirche ist nach Süden ausgerichtet und im besonders für Kirchengebäude im Westen Nordamerikas typischen neogotischen Carpenter-Gothic-Stil auf einem Fundament aus Stein errichtet. Die Holzkirche aus Zedernholz ist in weißer Farbe gestrichen. Ihr rechteckiger Grundriss wird durch einen Kirchturm an der nordöstlichen Ecke des Langhauses, einen überdachten Vorbau am Eingang im Norden und einen kleinen Anbau auf der Südseite durchbrochen. Nach Osten und Westen hin weist die Kirche je vier Spitzbogenfenster ohne Glasmalereien auf, an der Nordseite je eines links, rechts und über dem Eingang. Im Fundament der Kirche sind je vier quadratische Fenster, die das Untergeschoss erhellen. Das Giebeldach ist mit Zedernholzschindeln gedeckt. Der Kirchturm erhebt sich bis etwa zur Höhe des Dachfirstes und hat keinen Helm. Stattdessen weist er kleine Zinnen auf. In ihm befinden sich mit Lamellen verdeckte Lüftungsfenster zu den Kirchenglocken und ein weiteres Spitzbogenfenster nach Osten hin. Der Zugang zur Kirche ist mit einem kleinen Giebeldach überdeckt. Auf der Südseite steht ein aus Backsteinen gemauerter Kamin.

Innenraum Der Innenraum der Kirche ist vollständig mit weißen Holzbrettern ausgekleidet. Der Parkettboden ist im Mittelgang mit einem Teppich ausgelegt, der Altarraum ist leicht erhöht und mit einem hüfthohen Gitter abgetrennt. Als Sitzgelegenheit dienen eine Reihe von hölzernen Kirchenbänken. Vor dem Altarraum steht auf der linken Seite ein Wandklavier. Der Altar selbst ist aus Holz gearbeitet, das Altarbild stellt Jesus als Licht der Welt dar, der an die Pforten des Himmels klopft. Um den Altar herum ist ein Kommuniongitter mit roten Polstern angebracht. Zur linken des Altars steht ein geschnitztes Taufbecken, zur rechten ein hölzerner Ambo. Ganz rechts im Raum führt eine Türe in den südlichen Anbau. Gegenüber des Altars liegt eine kleine Erhöhung für den Kirchenchor. Der gesamte, weitgehend schmucklose Innenraum ist für eine Kirche mit norwegischem ethnischen Hintergrund sehr schlicht gehalten und reflektiert damit die haugianische Einstellung der ehemaligen Gemeinde.

Geschichte Die Fertigstellung der Calgary and Edmonton Railway im Jahr 1891 erschloss die großen Prärielande in Zentral-Alberta und lockte so zahlreiche Siedler an. In der Gegend um Camrose ließen sich vor allem norwegischstämmige Einwanderer aus Minnesota und Süddakota nieder, die ihren lutherischen Glauben mit sich brachten. 1903 gründeten 39 Siedler aus dem südöstlichen Umland von Camrose die norwegische evangelisch-lutherische Parkland-Gemeinde (), im selben Jahr wurde auch ein Frauenhilfsverein gegründet. Obwohl die Gemeinde durch die pietistische Strömung des Haugianismus geprägt war, schloss sie sich der moderaten Vereinigten Norwegischen Kirche an. Erster Pfarrer der Gemeinde, die sich in Privathäusern und den Schulen vom Hampton und Hartland versammelte, wurde C. S. Vang aus Bardo. Schon im nächsten Jahr konnte jedoch mit C. S. Halvorson ein eigener Pfarrer nach Ohaton berufen werden. 1908 gründete sich ein Kirchenchor und 1914 eine Sektion der Jugendgruppe Luther League. Die Gemeinde wurde 1913 inkorporiert. Dennoch wurde lange nicht mit dem Kirchenbau begonnen. Erst im Juni 1930 trat ein Komitee der Gemeinde zusammen und beauftragte Milford Bragar mit der Planung des Baus. Der Keller wurde im selben Jahr ausgehoben und mit der Konstruktion des Fundaments begonnen. Schon bald darauf pausierten die Arbeiten jedoch vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und dem einhergehenden Mangel an finanziellen Mitteln. Erst im Oktober 1946 wurde die Kirche fertiggestellt und durch Mars Dale, den Präsidenten des Kanada-Distrikts der Norwegischen Lutherischen Kirche in Amerika, eingeweiht.

Bis zu den 2000er-Jahren war die Gemeinde so stark geschrumpft, dass nur noch selten Gottesdienste in der Kirche stattfanden. Bis 2026 wurde die Kirchengemeinde aufgelöst.

Am 21. April 2010 wurde das Kirchengebäude durch die Provinzregierung von Alberta als historisches Denkmal anerkannt.

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Einzelnachweise

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