mini|Ruhepark Robert Heck Der Ruhepark Robert Heck ist ein historischer Friedhof und heutiger Begräbnis- und Erholungsort in Diez im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Die etwa 10.000 m² große Anlage liegt am Rand der historischen Altstadt vor der Stadtmauer an der Oraniensteiner Straße und ist neben ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung für ihren alten Baumbestand bekannt.

Geschichte Die erste belegte Beisetzung auf dem Gelände fand im Jahr 1731 statt. Nach rund 200 Jahren war der Friedhof vollständig belegt und wurde zugunsten des Neuen Friedhofs in Oranienstein aufgegeben. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Anlage durch den kontrollierten Verfall der Grabstätten und die weitgehend selbstständige Ausbreitung der Vegetation zu einem parkartigen historischen Ort.

Der Stadtrat der Stadt Diez beschloss am 21. März 2024 die Umbenennung des Robert-Heck-Parks in Ruhepark Robert Heck. Benannt wurde er nach dem Diezer Bürgermeister Robert Heck (1873–1958). Mit der neuen Bezeichnung sollte die heutige Funktion der Anlage als Ort der Ruhe, des Gedenkens und der Urnenbeisetzung stärker hervorgehoben werden.

Seit 2019 engagieren sich der Museums- und Geschichtsverein für Diez und Umgebung e.V., die Stadt Diez und weitere Unterstützer für den Erhalt und die nachhaltige Weiterentwicklung des Alten Friedhofs.

Grabmäler Der Ruhepark mit einer Größe von ca. einem Hektar, bewahrt zahlreiche historische Grabmale und erinnert an bedeutende Persönlichkeiten der Diezer Stadtgeschichte. Viele Grabsteine wurden im klassizistischen Stil aus Lahnmarmor gefertigt. Sie entstanden teilweise in der Gefängnismanufaktur des nahegelegenen Grafenschlosses, in der Gefangene unter fachlicher Anleitung von Steinmetzen und Bildhauern arbeiteten.

Als Vorlage diente unter anderem ein Musterkatalog der Herzoglich-Nassauischen Marmorfabrik aus dem Jahr 1826. Darin konnten Auftraggeber aus etwa 80 verschiedenen Grabmalentwürfen auswählen. Einige Grabsteine verbinden klassizistische Formen mit neugotischen Elementen und zählen damit zu den frühen neugotischen Objekten in Deutschland.

Auf dem Gelände befinden sich außerdem Gedenkzeichen für Opfer des Nationalsozialismus sowie ein Denkmal für 16 Luxemburger, die im Herbst 1944 ermordet wurden.

Der Arzt und Pomologe August Friedrich Adrian Diel wurde hier beigesetzt.

Arboretum Durch die über Jahrzehnte weitgehend ungestörte Entwicklung der Bepflanzung entstand auf dem alten Friedhof ein parkähnlicher Baumbestand. Dieser wurde durch den Bauhof der Stadt Diez zu einem Arboretum mit zahlreichen unterschiedlichen, teilweise exotischen Baum- und Straucharten weiterentwickelt.

Zu den genannten Gehölzen gehören unter anderem:

Eibe und Thuja Blauglockenbaum und Trompetenbaum Zeder und Maulbeerbaum Riesenmammutbaum Blutbuche und Robinie

Die Verbindung von historischen Grabmalen, Lahnmarmor und vielfältiger Vegetation prägt das heutige Erscheinungsbild des Ruheparks.

Heutige Nutzung Der Ruhepark dient als historischer Erinnerungsort, öffentlich zugängliche Grünanlage und Begräbnisstätte. Im Rahmen der Neuausrichtung wurden Möglichkeiten für Urnenbeisetzungen geschaffen, wobei der parkartige Charakter und die historische Gesamtanlage erhalten bleiben sollen.

Die Kulturstiftung übernimmt schrittweise Gelände und Friedhofsbetrieb von der Stadt Diez. Ehrenamtliche des Museums- und Geschichtsvereins unterstützen die Pflege, die Dokumentation der Grabmale und die Durchführung von Führungen. Spenden und Einnahmen aus dem Friedhofsbetrieb sollen langfristig zum Erhalt der Anlage beitragen.

Der Park ist ganzjährig ganztägig geöffnet und liegt an der Oraniensteiner Straße neben dem Restaurant Tacheles.

Denkmalpflege und Vermittlung Zu den Maßnahmen der vergangenen Jahre zählen die Inventarisierung historischer Grabstätten, die Überprüfung der Standsicherheit von Grabmalen und Bäumen, die Restaurierung einzelner Denkmäler sowie die Wiederherstellung und Montage historischer Grabmale. Außerdem werden Führungen und Veranstaltungen zur Friedhofs-, Stadt- und Regionalgeschichte angeboten.

Der Ruhepark ist Bestandteil der Lahn-Marmor-Route, die von Wetzlar bis Balduinstein führt und die kulturhistorische Bedeutung des heimischen Marmors und seiner Verarbeitungsorte vermittelt.

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Einzelnachweise

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