Die Menage war ein Fachwerk-Gebäude an der Wittener Straße Nr. 115 in Dortmund-Dorstfeld, das etwa 1800 errichtet und im April 1967 wieder abgerissen wurde. Es befand sich am Fuße der Halde Carlsglück (auch Karlsglück) der Zeche Vereinigte Carlsglück.
Lage Das Gelände liegt unterhalb der Halde Carlsglück (auch Karlsglück) der Schachtanlage Dorstfeld II / III bzw. vormals Zeche Carlsglück bzw. Karlsglück, die 1963 mit den übrigen Schachtanlagen der Zeche Dorstfeld stillgelegt wurde. Gegenüber der Menage befand sich die Kohlenkippe, eine Verladestation der Kohlehändler auf Pferdefuhrwerke oder Lastwagen.
An der Stelle der Menage stehen heute drei Wohntürme. Auf der ehemaligen Halde befindet sich heute die Siedlung Oskar-Wachtel-Weg.
Wortherkunft Das Wort Menage bezeichnet ein „Kost- und Logierhaus für alleinstehende Belegschaftsangehörige“ der Zeche.
Beschreibung Das Gebäude wurde ab 1850 zum Ledigenwohnheim umgebaut. Etwa 1919 wurde eine „Abortanlage für 120 Arbeiter, welche in drei Dritteln ihr Tageswerk verrichten, 8 Aborte und 2 Pissoire“ eingerichtet. Ab etwa 1950 fand ein Umbau zu Wohnzwecken statt. Die Wohnfläche betrug 710 m².
Das Haus bot Platz für 19 Familien auf drei Etagen. Da die Wohnungen über kein Waschbecken oder fließendes Wasser verfügten, mussten sich sieben Familien ein Waschbecken auf dem Flur teilen. Auch eine Heizung war nicht vorhanden, so dass nur die Küchen beheizbar waren, in denen große Kohleherde standen.
Während der ersten Bombenangriffen auf Dorstfeld im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Hauptgasleitung des Bergwerks getroffen. Anschließend war das Gebäude der Menage seitlich geneigt.
Das Haus verfügte über eine Waschküche für 14 Familien in der ersten Etage mit gemauerten Öfen, auf denen die Wäsche in Kesseln ausgekocht wurde. Hinter dieser Waschküche waren acht Plumpsklosetts vorhanden, die von allen Familien benutzt wurden. Darunter befand sich die Sickergrube („Jauchekuhle“). Im Erdgeschoss lag eine weitere Waschküche für drei Familien.
Bunker in der Halde Carlsglück In die Halde Carlsglück hinter dem Haus hatten die Bewohner einen Bunker gezimmert, in den die Familien bei Bombenangriffen flüchteten. Tagsüber benutzten die arbeitenden Männer die sechs Betten im Bunker, um sich ungestört ausruhen zu können.
Einzelnachweise
Kategorie:Wohngebäude in Dortmund Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Dortmund