Joël-François Durand (* 17. September 1954 in Orléans/Centre-Val de Loire) ist ein französischer Komponist und Musikpädagoge.

Leben Durand studierte Musikpädagogik an der Universität Paris VIII (Lizenziat 1980) und Klavier an der École normale de musique de Paris. Zwischen 1979 und 1983 besuchte er am Centre Acanthes in Aix-en-Provence Kurse in Musikanalyse und Komposition von György Ligeti und Luciano Berio. An der Musikhochschule Freiburg studierte er von 1981 bis 1984 Komposition bei Brian Ferneyhough. An der Stony Brook University setzte er sein Studium bei Bülent Arel und Daria Semegen mit dem Abschluss als Ph.D. in Komposition 1988 fort. Am IRCAM besuchte er 1987 einen Kurs für Computermusik. Gefördert wurde er während seines Studiums durch Stipendien des DAAD, der Fulbright-Kommission und des französischen Kulturministeriums. Von 1989 bis 1990 arbeitete er als Toningenieur in einem Produktionsstudio in New York. 1990 wurde er mit dem Kranichsteiner Musikpreis der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik ausgezeichnet.

Seit 1991 unterrichtet Durand Komposition und Musiktheorie an der University of Washington und ist dort Professor für Komposition und Leiter der School of Music. Von 2019 bis 2022 hatte er dort die Donald E. Petersen Endowed Professorship inne. Daneben wirkte er als Composer in Residence und Dozent u. a. am Centre de la Voix in Royaumont, an der Musikschule Mailand, an der Royal Academy of Music in London und bei den Darmstädter Ferienkursen. Jonathan Bernard veröffentlichte 2005 über ihn das Buch Joël-François Durand in the Mirror Land.

Das kompositorische Werk Durands umfasst Vokalmusik und Stücke für Soloinstrumente, Instrumentalensembles und für Orchester. Auftragswerke komponierte er u. a. für das Ensemble intercontemporain, die London Sinfonietta, das Ensemble Contrechamps, das Arditti Quartett, das Ensemble Asko|Schönberg, das Nieuw Ensemble, das Ensemble Köln, das Ensemble recherche, das Ensemble MusikFabrik, das New York Philomusica Chamber Ensemble, das BBC Symphony Orchestra, das Orchestre Philharmonique de Radio France und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin.

Neben seinem Wirken als Musikpädagoge und Komponist betätigt sich Durand auch als Entwickler von Audio-Hardware. Im Jahr 2010 entwarf er den Talea, einen Tonarm für Plattenspieler, und nahm dessen kommerzielle Fertigung auf; es folgten drei weitere Modelle (Telos, Kairos und Tosca) für die Nutzer von High-End-Audiosystemen. Für seine Arbeit bei der Firma Durand Tonearms LLC wurde er 2010 zum „Entrepreneurial Fellow“ der University of Washington ernannt.

Werke String Trio (1980–81) Roman für Violine (1982, 2000) ...d’asiles déchirés… für Klavier (1983, 2007) So er für 20 Instrumente (1985) Trois Mélodies für Mezzosopran, Klarinette, Horn, Perkussion, Viola und Kontrabass (1986) Lichtung für 10 Instrumente (1987) Die Innere Grenze für Streichsextett (1988) L’exil du feu für 16 Instrumente und Elektronik (1989–91) Un feu distinct für Flöte (oder Piccolo-, Altflöte), Klarinette (oder Bassklarinette), Klavier, Violine und Cello (1991) B.F., Ein Mittelpunkt für 8 Instrumente (1992) La mesure des choses I. La mesure de l’air für Klarinette (1992, 2002) La mesure des choses II. La mesure de la mer für Klavier (1993) Concerto for piano and orchestra (1993) Le chemin für Klavier (1994) Un chant lointain für Carillon (1995) Les raisons des forces mouvantes für Orgel (1996) Par le feu recueilli für Flöte (1997) Au-delà, cinq études pour piccolo (1997–98) Five Musical Tales für Orchester (1998) She or not für Bariton (1998) La terre et le feu für Oboe und 12 Instrumente (1999) La mesure des choses III. La mesure de la terre et du feu für Oboe und Viola (1999) Cinq Duos für Violine und Viola (1999) Athanor für Orchester (2000–01) Tiodhlac für Klarinette (2001) In the Mirror Land für Flöte und Klarinette/Flöte und Oboe/Klarinette und Oboe (2003) Ombre/Miroir für Flöte und 14 Instrumente (2004) Quatuor à cordes no.1 (2005, 2018) Tiodhlac II für Bassklarinette (2006) Further Refections on the Nature of the Mirror für Flöte (2006) Le Tombeau de Rameau I für Flöte, Viola und Harfe (2008) Hermetic Definition für 10 Instrumente (2012–13) Cage 100 Party Piece für 12 Instrumente (2013) Le Tombeau de Rameau II für Klavier (2013) Enfance für Klavier (2015) Yellow and red für Drumset (2015) Mundus Imaginalis für 14 Instrumente (2015) La mesure des choses IV. La mesure du temps für einen Perkussionisten (2017) Tropes de : Bussy für Orchester (2017–18) Geister, Schwebende Geister für Viola und 9 Instrumente (2019–20) Quatuor à cordes no.2 “Cantar de amigo” (2020) Geister, wieder… für Viola (2020) In a weightless quiet für Violine (2020) La descente de l'ange für Klarinette und Violine (2022) Quatuor à cordes no.3 (2024) Messe à six voix für Sopran, Mezzosopran, Countertenor, Tenor, Bariton und Bass (2025) Musica fict(iv)a, six pièces et deux interludes für Bläserquintett (2026)

Quellen Schott Music: Joël-François Durand Mode Records: Joël-François Durand University of Washington, 10. März 2025: Joël-François Durand named director of the School of Music University of Washington: Joël-François Durand IRCAM: Joël-François Durand

Weblinks Website von Joël-François Durand

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