mini|Das John Randle Centre for Yoruba Culture and History, links (hinter Bäumen) das Nationalmuseum Das John Randle Centre for Yoruba Culture and History (John-Randle-Zentrum für Yoruba-Kultur und -Geschichte) ist ein Museum in Onikan (Lagos, Nigeria), das mithilfe neuer Technologie Besuchern die Kultur der Yoruba nahebringt. Es liegt in der direkten Nähe zum Nationalmuseum, dem MUSON Konservatorium und dem Tafawa Balewa Square, in dem 1960 Nigerias Unabhängigkeit ausgerufen wurde.
Das Zentrum ist nach John K. Randle benannt, einem der ersten Ärzte aus Westafrika, der in der Kolonialzeit auch Stadtrat von Lagos war. Der Neubau des Museums wurde vom Architektur-Magazin Dezeen prämiert.
Bau und Renovierung Die Anlage wurde 1928 als erstes öffentliches Schwimmbad in Nigeria unter dem Namen „JK Randle Memorial Hall and Swimming Pool“ gebaut. Im Jahr 2023 renovierte die Regierung des Bundesstaates Lagos das im Laufe der Jahrzehnte etwas verfallene Zentrum. Es wurde 2024 vom damaligen Staatspräsidenten Buhari eingeweiht.
Design Der geschwungene Neubau stammt von Seun Oduwole vom Architektenstudio SI.SA. Die Innenarchitektur und das kuratorische Konzept wurde von der Ralph Appelbaum Associates aus New York ausgearbeitet, einem angesehenen Ausstellungsdesignunternehmen, das zuvor in Washington das Holocaust Memorial Museum konzipiert hatte. Appelbaum setzte dabei auf „immersive Erfahrungen“ und interaktive Vermittlung der Yoruba-Kultur. Man durchbreche das statische Konzept klassischer Museen und wende sich sowohl an Kenner der Yoruba-Kultur als auch an „Novizen“.
Ausstellungsstücke Das J. K. Randle Centre for Yoruba Culture and History zeigt Ausstellungen zur Kultur von Lagos und der Yoruba. Zu sehen sind unter anderem frühe Trachten und Designs des Volkes der Yoruba. Leihgaben zu den Ausstellungen kamen von berühmten Nigerianern wie Wole Soyinka, Lola Shoneyin und Ebenezer Obey sowie den Familien von Obafemi Awolowo, Fela Kuti, Baba Sala und Daniel O. Fagunwa.
Ausstellungen und Festivals Als Zentrum für Yoruba-Kultur und als touristisches Ziel konzipiert, bietet es auch einen Veranstaltungsort für Unterhaltung. Im Jahr 2024 fand dort die erste Ausgabe des internationalen Festivals für Kunst, Kreativität und Innovation, des „Afropolis Lagos Festival“, statt. 2025 folgten das Àrìyá Village und das Janggu Festival (eine gemeinsame Kulturveranstaltung Südkoreas mit Nigeria) und 2026 das Rush Festival.
Auszeichnung Das Architektur-Magazin Dezeen prämierte 2025 das Randle Centre in seiner Longlist wie folgt:„By blending traditional Yoruba narratives with cutting-edge exhibition design and technology, the John Randle Centre not only preserves and celebrates Yoruba culture but also engages visitors in a meaningful dialogue about its past, present and future.“(„Durch die Verbindung traditioneller Yoruba-Erzählungen mit modernstem Ausstellungsdesign und modernster Technologie bewahrt und würdigt das John Randle Centre nicht nur die Yoruba-Kultur, sondern regt die Besucher auch zu einem bedeutungsvollen Dialog über ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an.“)
Einzelnachweise
Kategorie:Lagos Kategorie:Museum in Afrika Kategorie:Historisches Museum