Gottfried Schlögl (* 1950 in Planegg; † 10. Februar 1989 in MünchenGottfried Schlögl auf dem Münchner Friedhofsportal.) war ein deutscher Liedermacher. Er trug eigene Lieder und Chansons von Jacques Brel vor, was ihm den Spitznamen „der bayerische Brel“ eintrug.

Leben

Schlögl machte eine Ausbildung als Schriftsetzer. Danach begann er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München. Um sein Studium zu finanzieren, trat er mit selbst geschriebenen Liedern auf. Dies waren zuerst derbe Stimmungslieder,Markus Mähner: Singer-Songwriting (5): Der vergessene Poet: Gottfried Schlögl. In: Literaturportal Bayern, 19. Februar 2024. später lyrische, sensible und provokante Texte, die er überwiegend selbst vertonte.Kabarett und Kleinkunst beim Musikverlag Te Bi Ton. Schlögl trat auf lokalen Bühnen wie dem MUH (Musikalisches Unterholz) oder der Liederbühne Robinson auf. Seine Lieder wurden auch im Hörfunk gespielt, doch der Durchbruch folgte erst, als Schlögl begann, mit Übertragungen der Chansons von Jacques Brel ins Deutsche bzw. Bairische aufzutreten.

Das Album Gottfried Schlögl singt Jacques Brel (1987) wurde sein größter Erfolg und brachte ihm den Spitznamen „der bayerische Brel“ ein. Laut Markus Mähner trug Schlögl die Chansons so authentisch vor, dass das Publikum sie ihm abnahm, selbst wenn sie das „flache Land“ in Flandern besangen (Le Plat Pays). Das bekannte Chanson Ne me quitte pas übertrug er als Laß mi net alloa! ins Bairische.Schallplatten. In: Die Zeit Nr. 43/1987. Schlögl hatte nun überregionale Auftritte, etwa in der Alten Oper in Frankfurt am Main. Doch sein Erfolg währte nur kurz. Am 10. Februar 1989 starb Schlögl mit 39 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in München. Nach seinem Tod geriet er weitgehend in Vergessenheit.

Diskografie

1978: Wahrheiten (Gulielminetti & Schlögl Records) 1980: Als ich noch fliegen konnte (Ariola) 1982: Spiele (Ariola) 1984: Gelassenheit (G&S, WOM) 1987: Gottfried Schlögl singt Jacques Brel (Jupiter Records) 2004: Mane fahr’ zua (Te Bi Ton)

Weblinks

Markus Mähner: Singer-Songwriting (5): Der vergessene Poet: Gottfried Schlögl. In: Literaturportal Bayern, 19. Februar 2024. Sich wieder amoi verlieren – Liedtext in Südwind 1/87 (pdf). Bilder von Gottfried Schlögl bei Alamy.

Einzelnachweise

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