Herberts Baumanis (eigentlich Herbert Baumann; russisch: Герберт Бауманис; * in Riga; † nach 1951) war ein deutsch-lettischer Fußballspieler, -funktionär und -trainer sowie Leichtathlet.
Karriere und Leben Herberts Baumanis wurde in Riga als Sohn des deutschen Kaufmanns Heinriha Baumanis (Heinrich Baumann) und seiner Ehefrau Emilija Pīka (Emilia Pieck) geboren. Er besuchte ein Gymnasium in Riga und anschließend die Königliche Preußische Hochschule für Leibesübungen in Berlin, die er als Sport- und Turnlehrer abschloss. In Lettland arbeitete Baumanis in der Zwischenkriegszeit als Sportlehrer und Trainer sowohl an verschiedenen Schulen als auch in Sportvereinen. Im Herbst 1944 wurde er vor der anrückenden Roten Armee in das Deutsche Reich evakuiert und kam am Ende des Zweiten Weltkriegs in das DP-Lager in Würzburg. Er lebte und arbeitete als Sportlehrer mindestens bis Anfang der 1950er-Jahre in Deutschland.
Fußballspieler Herberts Baumanis begann mit dem Fußballspielen 1907 in der Mannschaft von Union Riga. Vor dem Ersten Weltkrieg spielte er weiterhin für Union, unterbrochen durch sein Studium im Deutschen Reich. In den ersten Jahren der lettischen Unabhängigkeit vertrat er die Mannschaften von JKS Riga und LSB Riga. Er spielte auf nahezu allen Positionen, am häufigsten jedoch als linker Außenstürmer.
Fußballfunktionär Baumanis war zusammen mit Harold Trevenen Hall einer der wichtigsten Initiatoren und 1921 späterer Mitbegründer des Lettischen Fußballverbands.
Fußballtrainer Baumanis gilt als der erste professionelle Fußballtrainer in Lettland. Im Laufe der Zeit arbeitete er mit zahlreichen verschiedenen lettischen Fußballmannschaften, darunter JKS Riga, LSB Riga, Makkabi Riga und RFK Riga. Im Jahr der sowjetischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg war er Sportinstrukteur bei Dinamo Riga, während der deutschen Besatzungszeit Trainer der Universitäts-Sportmannschaft. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Trainer in Deutschland. Zunächst unterrichtete er im Dienst der Stadt Erfurt Schwimmen, später Fußball. 1947 arbeitete er bei der Turngemeinde Zell, 1950 beim VfL Kirchheim/Teck und 1951 beim VfL Germania Leer.
In anderen Sportarten Herberts Baumanis war ein äußerst vielseitiger Sportler. Als Beginn seiner sportlichen Laufbahn gilt das Jahr 1902, als der 13-jährige Baumanis einen Eisschnelllaufwettbewerb für Schüler gewann. Im Laufe seiner sportlichen Karriere betrieb er Leichtathletik, Eisschnelllauf, Bandy, Eishockey, Schwimmen, Fechten, Rudern, Radsport, Volleyball und Basketball und nahm außerdem an Wettkämpfen in den Bereichen Schwerathletik und Reiten teil. In der Leichtathletik erreichte er 1912 den Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn, als er an den Olympischen Spielen in Stockholm teilnahm und im 200-Meter-Lauf startete. Im Vorlauf erreichte Baumanis den 4. Platz. 1909 war er russischer Rekordhalter im 800-Meter-Lauf (2:14,6 Minuten) und wurde zweimal russischer Vizemeister im 400-Meter-Lauf (1909 und 1910).
Weblinks Lebenslauf bei kazhe.lv (lettisch) Lebenslauf bei olimpiade.lv (lettisch) Herberts Baumanis in der Datenbank von olympedia.org
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballspieler (LSB Riga) Kategorie:Fußballfunktionär Kategorie:Olympiateilnehmer (Russland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1912 Kategorie:Person (Riga) Kategorie:Lette Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann