Adelina ist eine einaktige Oper (Farsa, Originalbezeichnung: „Dramma sentimentale“) des italienischen Komponisten Pietro Generali auf ein Libretto von Gaetano Rossi. Sie wurde am 15. oder 16. September 1810 im Teatro San Moisè in Venedig uraufgeführt.

Inhalt

Die Oper spielt in einer idyllischen Berglandschaft in der Schweiz. Die junge Adelina lernt Erneville kennen und wird von diesem verführt. Während ihrer Liaison wird sie von diesem geschwängert und in der Folge verlassen. Als Adelina nach einem längeren Aufenthalt bei Verwandten wieder nach Hause zurückgekehrt leidet sie aufgrund ihres unehelichen Kindes und der erwarteten Reaktion ihres Vaters Qualen und denkt sogar an Selbstmord. Wie erwartet ist ihr Vater Varner sehr erzürnt und wendet sich von seiner Tochter ab, da er das uneheliche Kind als Schande empfindet. In der Folge gelingt es durch die Hilfe des Nachbarn und Lehrers Simone die Situation zu bereinigen. Varner vergibt seiner Tochter und am Ende kehrt Erneville zu Adelina zurück und beide heiraten.

Werkgeschichte

Als Grundlage des Werkes im Stile eines melodramma sentimentale diente die französische Opéra-comique Lisbeth des Dramatikers Edmond de Favières (1755–1837) mit Musik von André-Ernest-Modeste Grétry aus dem Jahr 1797. Das Libretto verfasste Gaetano Rossi. Generali galt bis zum Aufstieg Gioachino Rossinis zu den bekanntesten Komponisten Venedigs.

Bei der Uraufführung am 15. oder 16. September 1810 im Teatro San Moisè in Venedig wurde der Einakter mit der Farsa Amore ed interesse, ossia L’inferno ad arte von Raffaele Orgitano und dem Ballett La costanza premiata des Choreografen Antonio Papini kombiniert. Die Bühnenbilder stammten von Giovanni Sabadini, die Kostüme von Giuseppe Dian. Es sangen Luigi Rafanelli (Varner), Rosa Morandi (Adelina), Clementina Lanari (Carlotta), Tommaso Ricci (Erneville), Nicola De Grecis (Simone) und Domenico Remolini (Firmino).

Die Oper war ein großer Erfolg. Sie wurde bis 1837 in vielen italienischen Städten nachgespielt. Nachweisbare Aufführungen außerhalb Italiens waren in München (1815), Barcelona (1817), Dresden (1817), Stuttgart (1818), Amsterdam (1820) und Lissabon (1826).

Eine Wiederentdeckung in neuerer Zeit gab es 2010 beim Festival Rossini in Wildbad.

Aufnahmen

14., 16. und 24. Juli 2010 – Giovanni Battista Rigon (Dirigent), Virtuosi Brunensis, Eliseo Castrignanò (Klavier). Gabriele Nani (Varner), Dušica Bijelić (Adelina), Silvia Beltrami (Carlotta), Gustavo Quaresma Ramos (Erneville), Elier Muñoz (Simone), Ugo Rabec (Firmino). Live aus dem Königlichen Kurtheater Bad Wildbad vom XXII. Festival Rossini in Wildbad; Koproduktion mit Deutschlandradio Kultur. Naxos 8.660372-73 (2 CDs).

Digitalisate

Lisbeth. Libretto (französisch), Paris 1797. Digitalisat bei Google Books Libretto (italienisch), Venedig 1810. Digitalisat der UC Berkeley Library Libretto (italienisch/deutsch), München 1815. Digitalisat der Library of Congress Libretto (italienisch/deutsch), Dresden 1817. Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums

Weblinks

Paolo Fabbri, Reto Müller (Übersetzung): Pietro Generalis „Adelina“. Moralische Lektionen für eine bessere Welt. In: Opera Lounge (entspricht dem Text der Beilage zur CD Naxos 8.660372-73)

Einzelnachweise

Beilage zur CD Naxos 8.660372-73 (online in der Naxos Music Library; PDF; 12 MB). . . Alfred Loewenberg (Hrsg.): Annals of Opera 1597–1940. John Calder, London 1978, ISBN 0-7145-3657-1, Sp. 617 (online im Internet Archive). Heinz W. Koch: In der Trinkhalle. Rezension der Produktion in Bad Wildbad 2010. In: Opernwelt. Ausgabe September/Oktober 2010, S. 67 (eingeschränkte Vorschau; Abonnement für den vollständigen Text erforderlich).

Kategorie:Operntitel Kategorie:Oper in italienischer Sprache Kategorie:Oper aus dem 19. Jahrhundert Kategorie:Musik 1710 Kategorie:Farsa