mini|Person mit zur einen Hälfte deutschen und zur anderen Hälfte philippinischen Wurzeln
Wasian ist ein vor allem im englischsprachigen Nordamerika gebräuchliches umgangssprachliches Kofferwort, das sich auf eine Person bezieht, die sowohl weißer als auch asiatischer Abstammung ist. Es ist ein Synonym zum deutlich älteren Wort Eurasian im britischen Englisch; politische und soziale Implikationen sind allerdings teilweise geladener. Der Begriff gewann insbesondere 2026 aufgrund der Sichtbarkeit von Prominenten wie Alysa Liu und Hudson Williams sowie durch die verbreitete Verwendung durch die Generation Z in sozialen Medien an Bedeutung.
Hintergrund Der Begriff entstand aus einer Wortverschmelzung von „Asian“ und „White“. Der Begriff wird im englischsprachigen Nordamerika (USA, Kanada) häufig als Bezeichnung für Menschen mit gemischter weißer und ostasiatischer Abstammung definiert. In den Vereinigten Staaten wird „Asian“ gewöhnlich im Sinne von „ostasiatisch“ verstanden.
Historisch wurden andere Begriffe – etwa hāfu, hapa, Amerasian und Eurasian – verwendet, um Menschen weißer und asiatischer Abstammung zu bezeichnen. Ähnliche Begriffe wurden für Menschen mit anderen gemischten ethnischen Hintergründen geprägt, etwa Blasian („Black“ und „Asian“).
Geschichte Als TikTok in den 2020er-Jahren bei jüngeren Generationen populär wurde, brachte die Plattform den Trend #WasianCheck hervor, der vor allem in den USA und Kanada zu einer Verbreitung von Inhalten über die Erfahrungen von Menschen führte, die sowohl asiatischer als auch weißer Abstammung sind. Die Soziologin Rebecca Chiyoko King-O'Riain schrieb 2022, der Begriff habe „sich relativ schnell herausgebildet“ und sei „maßgeblich durch Interaktionen in sozialen Medien auf digitalen Plattformen wie TikTok verbreitet und institutionalisiert“ worden. Dabei habe er Begriffe wie hapa (ein aus Hawaiʻi stammendes Wort) verdrängt. Die Popularität von Wasian in den 2020er-Jahren wurde allgemein mit „dem wirtschaftlichen Aufstieg Asiens“ und „dem größeren internationalen Interesse an asiatischen Narrativen“ in Verbindung gebracht.
Medienkommentatoren haben unter anderem der US-amerikanischen Sportlerin Alysa Liu und dem kanadischen Schauspieler Hudson Williams zugeschrieben, die Repräsentation von Menschen mit gemischter weißer und asiatischer Abstammung verstärkt zu haben.
Keanu Reeves wurde als frühes Beispiel für die Repräsentation von Wasian-Personen in den US-amerikanischen Medien genannt. Im Jahr 2026 berichtete der Podcast It's Been a Minute des National Public Radio über die zunehmende Repräsentation von Wasian-Personen aufgrund der Rückkehr von Alysa Liu zum Eiskunstlauf bei den Olympischen Winterspielen 2026 und der Rolle von Hudson Williams in Heated Rivalry. Die Moderatoren räumten ein, dass es „verschiedene Wellen von Wasian-Personen in der US-amerikanischen Geschichte“ gebe, und zeichneten die Geschichte des Begriffs hapa sowie der Eheschließungen zwischen weißen und asiatischen Personen im 20. Jahrhundert nach. Sie erklärten jedoch, die gegenwärtige Welle sei „sagen wir, kulturell die mächtigste von allen“.
Die South China Morning Post stellte fest, dass Liu und Williams sowie Lola Tung, Eileen Gu und Megan Skiendiel im Jahr 2026 „alle im Mittelpunkt großer medialer Aufmerksamkeit“ standen und dadurch ein neu aufkommender Diskurs entstand, der sich „häufig auf ihre ethnische Identität“ konzentrierte. The Huffington Post erklärte, die zunehmende Popularität des Begriffs im Jahr 2026 sei „ein Beispiel dafür, wie sich Einstellungen gegenüber ethnisch gemischten Identitäten entwickeln“. CNN stellte fest, dass der Begriff parallel zu einer zunehmenden Faszination für die asiatische Kultur im Westen populär wurde.
Im Mai 2026 fanden „Wasian“-Treffen im Central Park in New York City und im Dolores Park in San Francisco statt. Einige Menschen mit gemischter asiatischer Abstammung, darunter Mad Tsai und Quentin Nguyen-Duy, kritisierten die Veranstaltungen, da diese ihrer Ansicht nach Menschen mit gemischter asiatischer Abstammung ausschlossen, die nicht weißer oder nicht ostasiatischer Abstammung sind.
Die Popularität des Begriffs breitete sich über die Vereinigten Staaten hinaus aus, unter anderem nach Korea, wo Jeon Somi, Vernon und Nancy populäre Wasian-K-Pop-Stars sind.
Kultur und Gesellschaft Madwoman, ein Lied von Laufey, einer Singer-Songwriterin isländischer und chinesischer Abstammung, mit einem Musikvideo, in dem ausschließlich Wasian-Prominente auftreten Wasia Project – eine englische Popband, bestehend aus zwei Geschwistern mit zur Hälfte chinesischer Abstammung
Einzelnachweise
Kategorie:Asiatische Diaspora Kategorie:Kofferwort Kategorie:Englische Phrase Kategorie:Personenbezeichnung (Rassismus und Kolonialismus)