Ulrich Abram (* 17. März 1957 in Greiz) ist ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer im Ruhestand an der FU Berlin.
Werdegang Ulrich Abram wurde 1957 in Greiz geboren und wuchs in der DDR auf. Er studierte von 1977 bis 1982 Chemie an der Universität Leipzig. Im Jahr 1986 promovierte er am Zentralinstitut für Kernforschung in Rossendorf (Dresden) bei Rudolf Münze (über das Promotionsrecht der Universität Leipzig). Seine Habilitation schloss er im Jahr 1990 an der Technischen Universität Dresden ab – genau im Jahr der deutschen Wiedervereinigung. Da er bis zum Ende der DDR als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Rossendorf tätig war, erhielt er im Jahr 1991 noch den Friedrich-Wöhler-Preis, der von der Chemischen Gesellschaft der DDR für den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben wurde. Erst nach der Wende zog er im Rahmen eines DFG-Heisenberg-Stipendiums nach Westdeutschland an die Universität Tübingen. Im Februar 2000 wurde er als Professor an die Freie Universität Berlin berufen. Er engagiert sich im internationalen Wissenschaftsaustausch, insbesondere mit Partnereinrichtungen in Brasilien. Er wurde im April 2023 emeritiert.
Abram ist Mitglied der GDCh.
Forschung Seine Forschungsinteressen sind zum einen die Grundlagen der Chemie radioaktiver Elemente wie Technetium, Uran und Thorium und zum anderen medizinische Anwendungen dieser Chemie. Seine Arbeit konzentriert sich dabei auch auf die Synthese, Koordinationschemie und Strukturanalyse von radioaktiven und nicht-radioaktiven Metallkomplexen wie z. B. Gold und Rhenium. Seine Forschung lieferte auch wichtige Grundlagen für die Nuklearmedizin, da diese Metallkomplexe als Marker (Tracer) eingesetzt werden, um Organe wie das Gehirn in bildgebenden Verfahren grafisch darzustellen.
Auszeichnungen 1991: Friedrich-Wöhler-Preis der Chemischen Gesellschaft der DDR 2006: eLearning-Preis der FU Berlin 2022: TERACHEM Lifetime Achievement Award der Society of Radiopharmaceutical Sciences
Publikationen (Auswahl) Ulrich Abram hat im Laufe seiner Karriere weit über 400 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht und weist einen hohen h-Index auf. Seine am häufigsten zitierten Arbeiten befassen sich primär mit der Koordinationschemie von Technetium und Rhenium sowie deren Relevanz für die Nuklearmedizin.
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Literatur Helmut Werner: Geschichte der anorganischen Chemie, Wiley-VCH 2017, S. 532, ISBN 978-3-527-33887-0
Weblinks
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Einzelnachweise
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