Rosl Seegers (* 5. Dezember 1895 in Wien; † 9. September 1969 in Berlin-Wilmersdorf) war eine österreichisch-deutsche Opernsängerin (Sopran).
Leben Rosl Seegers besuchte zunächst die Schauspielschule Otto in Wien. Ihre Ausbildung zur Sängerin erfolgte im Wesentlichen am Stern’schen Konservatorium in Berlin.Rosl SEEGERS: 125. Geburtstag. In: Online Merker. Ausgabe Dezember 2020. Abgerufen am 15. September 2026. Seit den 1920er-Jahren trat sie an verschiedenen Berliner Bühnen in zahlreichen Partien, primär als lyrischer Sopran und als Soubrette auf. In der Spielzeit 1926/27 war sie am Großen Schauspielhaus engagiert.Rosl Seegers. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1927. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 38. Jg., Berlin 1927, S. 233 und S. 795 (Register).
Sie feierte vor allem in den 1930er- und 1940er-Jahren bei Bunten Abenden in Berliner Operettensälen große Erfolge als Sängerin von Operetten, Liedern im Volkston und Unterhaltungsmusik.Rosl Seegers. Nachruf. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1970. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 78. Jg., Hamburg 1970, S. 154. 1936 trat sie bei „Bunten Abenden“ gemeinsam mit Paul Hörbiger im Rahmen einer Deutschland-Tournee unter anderem bei Sagebiel in Hamburg und im Gewerbehaussaal in Dresden auf.Paul Hörbiger-Abend. In: Hamburger Fremdenblatt vom 26. Februar 1936, Seite 4.Wir trinken noch a Flascherl Wein.... In: Dresdner Nachrichten vom 7. März 1936, Seite 6. Nach ihrer Sopran-Karriere gastierte sie 1955 an der Städtischen Oper Berlin (im Theater des Westens) in Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt in der reiferen Mezzo-Rolle der Juno.Reichhardt, Hans J. (u. a.): 25 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing Verlag, Berlin, 1972. Seite 66. 1958 trat sie in der Rolle der Hotelbesitzerin Carla Schlumberger im Titania-Palast in Berlin in der Operette Die Zirkusprinzessin von Emmerich Kálmán auf.Reichhardt, Hans J. (u. a.): 25 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing Verlag, Berlin, 1972. Seite 408.
Insbesondere hatte sie eine große Karriere als Rundfunksängerin. Seegers wirkte außerdem an zahlreichen Rundfunk- und Plattenaufnahmen klassischer Stücke mit. Bekanntheit erlangte sie unter anderem durch die Übernahme von Rollen in Aufnahmen von Johann Strauss’ Eine Nacht in Venedig,Eine Nacht in Venedig by Johann Strauß II. Besetzung. Reichssender Berlin (1938). Franz Lehárs ZigeunerliebeZigeunerliebe by Franz Lehár. Besetzung. Berliner Rundfunk (1950). oder Oskar Nedbals Polenblut, wobei häufig der bekannte Rundfunktenor Herbert Ernst Groh ihr Partner war. Während ihrer Karriere sang Seegers unter anderem mit dem Hans-Bund-Tanzorchester und dem Gloria-Tanz-Orchester.
Seegers’ Stimme ist auf diversen Schallplattenaufnahmen überliefert. Dazu zählen auch Kinderlieder wie das Wiegenlied „Mamatschi“, das Volkslied „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ sowie das Kinderlied „Wulle wulle Gänschen“. Ihre Aufnahmen erschienen damals vielfach auf Schellackplatten namhafter Labels wie Odeon. Mit Seegers wurde auch die Ballade der Natalitza aus Carl Millöckers Apajune, der Wassermann aufgenommen.
Seegers wurde auf der sogenannten Gottbegnadetenliste verzeichnet, handschriftlich auf dieser aber wieder gestrichen. Seegers lebte in Berlin-Wilmersdorf. Sie starb im September 1969 im Alter von 73 Jahren in ihrer Wohnung, wo sie in der Küche, auf einen Stuhl sitzend, tot aufgefunden wurde, nachdem Nachbarn die Feuerwehr gerufen hatten, da Seegers in den Tagen zuvor nicht gesehen worden war.
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 687. Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theater-Lexikon. Band III. Pallenberg – Singer. Seite 2161. De Gruyter, Berlin [u. a.]. Januar 1971, ISBN 978-3-907820-29-2 (abgerufen über De Gruyter Online).
Weblinks Rosl Seegers, Eintrag auf Allmusic
Rosl Seegers singt Mamatschi! (1943)
Einzelnachweise
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