Die Agence de presse Inter-France war eine französische Nachrichten- und Presseagentur, die während des Vichy-Regimes mit den deutschen Besatzern kollaborierte. Sie wurde 1937 in Paris gegründet.

Geschichte mini|alt=Schwarz-Weiß-Bild, Hitler begrüßt den französischen Staatschef Marschall Petain in Montoire-sur-le-Loir. In der Mitte Chefdolmetscher Gesandter Dr. Paul Schmidt. Rechts Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop.|Treffen Pétains mit Hitler Die Agentur wurde von Dominique Sordet gegründet. Sordet hatte zuvor als Journalist bei der Zeitung L’Action française gearbeitet. Dem Historiker Pascal Ory zufolge diente die Agentur dazu, die rechte Provinzpresse mit Informationen über die Front populaire zu versorgen. Sie wurde von französischen Finanziers finanziell gut ausgestattet.Siehe Literaturliste Bonet 2021, S. 181 Der ehemalige Aktivist der Action française Marc Pradelle wurde Sordets Vertreter.Siehe Literaturliste Bonet 2021, S. 65 Als Chefredakteur fungierte Georges Vigne, der zuvor nicht nur für rechte Publikationen, sondern auch für La Gazette du franc, das Blatt der Anlagebetrügerin Marthe Hanau gearbeitet hatte. Inter-France war eine Aktiengesellschaft im Besitz von (1940) 38 Zeitungsverlagen.

Im Dezember 1938 verbreitete Inter-France einen Aufruf, der in 430 Zeitungen veröffentlicht wurde (L’appel des 430) und in dem ein Verbot der Parti communiste français gefordert wurde. Die kommunistische L’Humanité wandte sich in mehreren Artikeln gegen diese Kampagne.

Im Frühjahr 1940, also zu Beginn des deutschen Vormarschs, verlor die Agentur ihre Basis; die sie tragenden Zeitungen existierten nicht mehr. Am 11. Oktober 1940 erhielt sie unter Zensurauflagen die Wiederzulassung von den deutschen Behörden. Nach dem Treffen Philippe Pétains mit Adolf Hitler in Montoire-sur-le-Loir kollaborierte sie vollständig.

Inter-France arbeitete ab 1940 mit der deutschen Nachrichtenagentur Transocean zusammen.Siehe Literaturliste Sordet 1942, S. 25–28 Das Vichy-Regime unterstütze Inter-France auch finanziell und die Agentur gewann auch dadurch an Bedeutung, dass Konkurrenten wie die Agence Havas ausgeschaltet waren. 1941 wurden die Éditions Inter-France gegründet; ein Buchverlag, der bis 1944 mit einem Grundkapital von 1 Million Francs arbeiten konnte. Mit dem gleichen Grundkapital wurde mit der Inter-France informations eine weitere Tochter ins Leben gerufen.

Im Oktober 1942 organisierte Inter-France die Inter-France-Tage, ein Treffen, das Zeitungsleute sowohl aus der besetzten Zone als auch dem Vichy-Bereich zusammenführte.

Nach dem Krieg wurde die Rolle der Agentur immer wieder thematisiert. Ein dreistündiger Prozess gegen Beteiligte fand im Juni 1949 statt. Die Hauptangeklagten waren großteils verstorben (Sordet 1946). In der Regel konnten die beteiligten Verleger und Journalisten in der Folge ihre Karrieren fortsetzen.

Literatur

Die französische Sprachversion bemerkt dazu, dass Quéval (der dort im Übrigen unter Jean Queval abrufbar ist) zwar die beteiligten Personen in diesem Text scharf verurteile, aber selbst zeitweiliger Mitarbeiter gewesen sei.

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Nachrichtenagentur Kategorie:Französische Kollaboration Kategorie:Unternehmensgründung 1937