Das Nexus Instituut (rechtlich Stichting Nexus Instituut) ist eine 1994 gegründete niederländische Stiftung mit Sitz in Amsterdam. Es gibt die kulturphilosophische Zeitschrift Nexus heraus und veranstaltet Konferenzen, Vorträge, Symposien und Masterclasses zu kulturellen, philosophischen und gesellschaftlichen Themen. Gegründet wurde das Institut von Rob Riemen.
Geschichte Rob Riemen gründete 1991 die kulturphilosophische Zeitschrift Nexus. Aus deren Umfeld ging 1994 das Nexus Instituut hervor. Das Institut war bis 2017 mit der Universität Tilburg verbunden. Die erste Nexus Lecture hielt der Literaturwissenschaftler Edward Said im September 1994. Die erste Nexus Conference fand 1996 statt. Während der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft 2004 organisierte das Institut eine internationale Konferenzreihe über die politische und kulturelle Zukunft Europas. Veranstaltungen fanden unter anderem in Den Haag, Warschau, Berlin, Washington, D.C. und Rotterdam statt. Nach dem Ende der institutionellen Verbindung mit der Universität Tilburg verlagerte das Institut seine Tätigkeit nach Amsterdam.
Tätigkeit Das Institut veranstaltet jährlich internationale Konferenzen, Vorträge, Symposien und Masterclasses zu Themen aus Philosophie, Geschichte, Politik, Literatur und Kultur.
Darüber hinaus gibt das Institut die dreimal jährlich erscheinende Essayzeitschrift Nexus heraus. Außerdem veröffentlicht es im Rahmen der Nexus Library Bücher und Vorträge bedeutender zeitgenössischer Denker.
Nach eigener Darstellung verfolgt das Institut das Ziel, die Tradition des europäischen Humanismus zu bewahren und weiterzuentwickeln sowie einen internationalen kulturphilosophischen Dialog zu fördern.
Nexus Conference Die jährlich stattfindende Nexus Conference bildet die zentrale öffentliche Veranstaltung des Instituts. Sie bringt Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Literatur, Musik und Philosophie zusammen und widmet sich jeweils einem aktuellen gesellschaftlichen Leitthema.
Zu den Rednern der vergangenen Jahre gehörten unter anderem:
Edward Said George Steiner Daniel Barenboim Jürgen Habermas Simon Schama Garry Kasparow Emmanuel Macron Anne Applebaum Mario Vargas Llosa Michael Ignatieff Susan Sontag Richard Rorty Amos Oz Wynton Marsalis
Die Konferenz 2025 stand unter dem Motto Apocalypse Now – The Revelation of our Time und behandelte die Auswirkungen geopolitischer Konflikte, künstlicher Intelligenz sowie die Zukunft der liberalen Demokratie.
Jahr Thema Ausgewählte Redner 1996 The Legacy of the Twentieth Century – Part I: The Politics of Amnesia György Konrád, Avishai Margalit, Ian Buruma, Michael Ignatieff, Peter Sellars 1997 The Trial of Richard Wagner Daniel Barenboim, George Steiner, Alfred Brendel 1998 The Legacy of the Twentieth Century – Part II: Idolatry Leszek Kołakowski, Roger Scruton, Michael Ignatieff 1999 No Place for Cosmopolitans? Amos Oz, Timothy Garton Ash, Bernard-Henri Lévy 2000 The Legacy of the Twentieth Century – Part III: The Muses' Farewell George Steiner, Mario Vargas Llosa, Claudio Magris 2001 The Quest of Life – Part I: Love and Death 2002 The Quest of Life – Part II: Evil 2003 The Quest of Life – Part III: The Anatomy of Loss 2004 Europe: A Beautiful Idea? José Manuel Barroso, Mario Vargas Llosa 2005 What Is a Good Society? – Part I: Mass Democracy on Trial 2006 Towards a Definition of Western Culture – Part I: The Classics, Art and Kitsch 2007 Towards a Definition of Western Culture – Part II: What Is an Educated Man? 2008 Identity Please! 2009 Man after the End of History – Faith, Death and Freedom 2010 What's Next for the West? 2011 The Questor Hero 2012 How to Change the World? 2013 The Triumph of Science – and the Secret of Man 2014 War and Peace 2015 Waiting for the Barbarians 2016 What Will Save the World? 2017 The Last Revolution Antony Blinken, Alexander Dugin 2018 The Battle Between Good and Evil 2019 The Ring or What Will Rule the World Michael Ignatieff, José Manuel Barroso 2020 A New Age of Anxiety 2021 The Revolution of Hope 2022 The War and the Future 2023 Nietzsche and Van Gogh discuss the Future of Western Civilization 2024 The Quest for Vision 2025 Apocalypse Now – The Revelation of our Time Mike Pence, Josep Borrell, Patrick J. Deneen, Connor Leahy, Dmytro Kuleba
Leitung Gründer und Präsident des Instituts ist der Kulturphilosoph Rob Riemen, der 1991 bereits die namensgebende Zeitschrift Nexus ins Leben rief. Die Geschäftsführung (CEO) obliegt Eveline Riemen-van der Ham, die gemeinsam mit Riemen die inhaltliche, strategische und finanzielle Ausrichtung verantwortet. Das Institut wird zudem von einem internationalen Beirat (International Advisory Board) unterstützt, dem unter anderem Persönlichkeiten wie der ehemalige EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der US-Außenminister Antony Blinken angehören bzw. angehörten.
Veröffentlichungen Zeitschrift Nexus: Seit 1991 erscheint die Essayzeitschrift Nexus. In jeder Ausgabe reflektieren internationale Denker, Schriftsteller und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen über ein zentrales Thema aus Kunst, Kultur, Gesellschaft oder Politik. Jubiläumsausgaben erschienen unter Titeln wie „The University of Life“ oder „The Return of Europe“. Nexus Library: In dieser Publikationsreihe veröffentlicht das Institut gebundene, oft zweisprachige Ausgaben prägender Vorträge und Essays. Zu den veröffentlichten Texten gehören unter anderem The Idea of Europe von George Steiner und My Time von Thomas Mann. Weitere prominente Beiträger der Reihe sind Sonia Gandhi, Patti Smith, Adam Zagajewski und Daniel Barenboim.
Weblinks
Offizielle Website: https://www.nexus-instituut.nl
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation (Amsterdam) Kategorie:Gegründet 1994 Kategorie:Organisation (Kultur) Kategorie:Philosophische Institution