mini|Broad Peak am Concordiaplatz aus gesehen, abgebildet im Jahr 2004

Beim Lawinenunglück an Broad Peak 2026 erfasste eine Lawine am 30. Juli 2026 eine Gruppe von zehn Bergsteigern, die den Gipfel des Broad Peak im Karakorum-Gebirge in Pakistan besteigen wollten. Die Lawine ging in einer Höhe von etwa 6.600 Metern am Hang zwischen Lager 2 und Lager 3 ab und riss die Bergsteiger mit sich.

Am 1. August wurde der Tod aller zehn Bergsteiger bestätigt. Es handelte sich um Nirmal Purja, Pur Bahadur Gurung, Nima Sherpa, Nadhira Al Harthy, Kili Pemba Sherpa, Nawang Thindu Sherpa, Gyalu Sherpa, Sohail Sakhi, Mallory Geis und Wang Zhong.

Hintergrund Der Broad Peak ist mit 8.051 m der zwölfthöchste Berg der Welt und liegt in Gilgit-Baltistan, Pakistan, in der Nähe des K2. In der Klettersaison 2026 unternahmen mehrere Bergsteiger, darunter der verstorbene nepalisch-britische Bergsteiger Nirmal Purja und das Team EliteExped, den Versuch, den Broad Peak zu erreichen. Purja versuchte als erster Mensch alle vierzehn Achttausender dreimal und dabei zweimal ohne Flaschensauerstoff besteigen.

Unter den vom Lawinenunglück betroffenen Personen befanden sich mehrere erfahrene Sherpa-Bergsteiger aus Nepal. Pur Bahadur Gurung, bekannt als „Yukta“, ein IFMGA-zertifizierter Guide, gehörte zu den Bergsteigern, die für Purjas EliteExped-Team arbeiteten. Kili Pemba Sherpa, einer der renommiertesten Bergsteiger Nepals vom Team Imagine Nepal, war zusammen mit Purja Teil des Teams, das 2021 die erste Winterbesteigung des K2 vollbrachte.

Die omanische Bergsteigerin Nadhira Al Harthy, die mit Seven Summit Treks Berge bestieg, bestieg als die erste Frau Omans den Mount Everest. Später bestieg sie erfolgreich K2, Nanga Parbat, Manaslu und Ama Dablam. Der erfahrene einheimische pakistanische Bergsteiger Sohail Sakhi begleitete die US-Amerikanerin Mallory Geis, die sich auf ihrer ersten Achttausender-Expedition befand.

Die Bedingungen in den Tagen vor dem Lawinenunglück waren instabil. Ein Bergsteiger, der den Broad Peak zu Beginn der Saison verlassen hatte, berichtete von einem schweren Sturm am 18. Juli und gab an, dass die Winde in der gesamten Region zu stark und die Luftfeuchtigkeit hoch gewesen seien, was auf wahrscheinlichen Neuschnee bis zum 29. Juli hindeutete.

Verlauf Am 30. Juli 2026 gegen 9:30 Uhr Ortszeit ereignete sich zwischen Lager 2 und Lager 3 ein Lawinenabgang, der die zehn Bergsteiger erfasste. Dabei registrierten ihre GPS-Geräte registrierten einen rasanten Fall von mehreren hundert Metern. Einige Bergsteiger kamen fast im Basislager zum Liegen. Purjas Gerät zeigte einen Fall von etwa 800 Metern an, während Al Harthy fast bis zum Fuß des Berges stürzte. Berichten zufolge wurde nur wenige Stunden nach dem Lawinenabgang ein Rettungseinsatz aus der Luft angefordert.

Am Morgen des 31. Juli 2026 begannen zwei Hubschrauber mit der Luftsuche, parallel zu den Suchtrupps am Boden, die von Lager 1 aus operierten. Ein Drohnenflug entdeckte weitere Leichen, deren Identifizierung jedoch unmöglich war. Die GPS-Tracker mehrerer vermisster Bergsteiger zeigten ungefähre Positionen um 5,800 m an.

Der Alpine Club of Pakistan koordinierte die Rettungsaktion, und EliteExped, Purjas Team, flog weitere nepalesische Bergsteiger nach Pakistan, um sich der Suche anzuschließen. Die meisten Teams am benachbarten K2 brachen ihre Gipfelversuche ab, um bei der Suche zu helfen.

Tote und Verletzte Am 31. Juli 2026 bestätigte der Alpine Club of Pakistan die Identität von drei der verstorbenen Bergsteiger – Al Harthy, Gurung und Geis. Ihre Leichen wurden von einem Team des Veranstalters Karakorum Expeditions am Fuße der Lawine gegenüber dem Broad Peak Base Camp geborgen. Am selben Tag sichtete eine Drohne sieben Leichen, konnte deren Identität jedoch nicht bestätigen, sodass einer der zehn Bergsteiger weiterhin vermisst blieb. Eine frühere Meldung über vier gefundene Leichen wurde später korrigiert.

Am 1. August bestätigte das Team von EliteExped den Tod aller Bergsteiger über seinen Social-Media-Account.

Am 2. August gab der Alpine Club of Pakistan bekannt, dass ein nepalesisch-pakistanisches Team die Leichen von Purja, Zhong, Nima Sherpa und Kili Pemba Sherpa in etwa 5.700 m Höhe gefunden hatte. Damit erhöhte sich die Zahl der geborgenen Leichen auf acht. Geis und Sakhi galten am 3. August weiterhin als vermisst.

Reaktionen Nepals Premierminister Balen Shah schrieb auf den sozialen Medien, dass der Tod aller teilnehmenden Bergsteiger beim Lawinenunglück am Broad Peak das nepalesische Volk zutiefst erschüttert hatte und dessen Mut und Entschlossenheit das nepalesische Volk inspiriere.

Der britische Prinz William, Prince of Wales, brachte seine Trauer zum Ausdruck, indem er betonte, dass er vom Tod aller Bergsteiger beim Unglück zutiefst betrübt sei. Er anerkannte Nirmal Purjas Auszeichnungen bei den britischen Streitkräften und seine Bekanntheit als Alpinist sowie auch Purjas Wille, Unmögliches zu erreichen, Bescheidenheit und Selbstlosigkeit. Seine Gedanken seien bei Purjas Familie und die Familienmitglieder aller verstorbenen Bergsteiger.

Einzelnachweise

Kategorie:Starkschneeereignis Kategorie:Naturkatastrophe 2026 Kategorie:Geschichte Pakistans Kategorie:Karakorum (Gebirge)