Dieter Hiss (auch Hiß; * 10. Juli 1930 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Volkswirt und Ministerialbeamter.

Werdegang Hiss wuchs als Sohn eines selbstständigen Kaufmanns auf und studierte Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er schloss das Studium 1954 als Diplom-Volkswirt ab. 1957 wurde er in Freiburg mit der Dissertation Probleme konjunktureller Preisstabilität: Ein Beitrag zur dynamischen Preistheorie zum Dr. rer. pol. promoviert.

Von 1957 bis 1967 war Hiss Mitarbeiter, zuletzt Abteilungsleiter, am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in West-Berlin. 1967 wechselte er ins Bundesministerium für Wirtschaft, wo er bis 1972 als Unterabteilungsleiter tätig war. 1972 übernahm er dort die Leitung der Abteilung Geld und Kredit, die er bis 1974 innehatte. Ab 1974 war er Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung im Bundeskanzleramt. In dieser Funktion war er zudem von 1977 bis 1978 als persönlicher Beauftragter von Bundeskanzler Helmut Schmidt deutscher Sherpa der G7-Gipfel.

1978 wurde Hiss vom damaligen Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, Dietrich Stobbe, als Nachfolger von Werner Gust zum Präsidenten der Landeszentralbank Berlin ernannt. Im Bundeskanzleramt folgte ihm Horst Schulmann nach. Als Präsident der Landeszentralbank war er auch Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Während seiner Amtszeit wurde die Landeszentralbank Berlin 1992 zur Landeszentralbank Berlin/Brandenburg erweitert. 1995 trat Hiss in den Ruhestand, als Landeszentralbankpräsident folgte ihm Klaus-Dieter Kühbacher nach.

Hiss ist parteilos, gilt aber als der SPD nahestehend. Er ist evangelisch, seit 1957 verheiratet und Vater von vier Kindern.

Werke (Auswahl) Finanzrisiko und Liquiditätssicherung bei Normalisierung der Konjunktur, in: Dynamische Betriebsführung. Berlin 1959. Kosten und Preise in der Bundesrepublik 1950 bis 1960. Entwicklung und Probleme. Berlin 1963. Zur Reform des internationalen Währungssystems, in: Schriftenreihe des Instituts für Kapitalmarktforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Bd. 7, S. 115 ff. Frankfurt am Main 1973. gemeinsam mit Wolfgang Schröder: Die Bedeutung der ausländischen Finanzmärkte für den nationalen Sparprozeß, in: Beiheft zu Kredit und Kapital, Heft 9, Berlin 1985. Geld- und währungspolitische Implikationen einer Globalisierung der Finanzmärkte, in: Schriftenreihe des Instituts für Kapitalmarktforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Bd. 30, S. 105 ff. Frankfurt am Main 1988. gemeinsam mit Wolfgang Schröder: Geldmengenpolitik der Deutschen Bundesbank: Probleme der Steuerung und Interpretation, in: Herausforderungen der Wirtschaftspolitik. Festschrift für Claus Köhler, S. 147 ff., Berlin 1988.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Ministerialdirektor (Bund) Kategorie:Person (Deutsche Bundesbank) Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Bankmanager Kategorie:Person (Bundeskanzleramt, Deutschland) Kategorie:Person (Berlin) Kategorie:Absolvent der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Mann