Das Münsterland Festival ist ein internationales Musik- und Kunstfestival, das im zweijährigen Rhythmus dezentral in der Region Münsterland stattfindet. Es umfasst vier bis fünf Wochen im Herbst, in denen etwa 40 Konzerte sowie diverse Kunst- und Dialogformate an 30 bis 40 unterschiedlichen Orten stattfinden. Der musikalische Fokus liegt auf Jazz, Pop, Folk und Klassik. Die Künstlerische Leitung hat Christine Sörries inne, Organisator ist seit 2010 der Münsterland e.V.

Geschichte

2005 bis 2009 Das Münsterland Festival wurde 2005 von Christine Sörries in ihrer damaligen Funktion als Leiterin der Kulturabteilung des Kreises Coesfeld ins Leben gerufen. Die Grundidee war es, drei wesentliche Aspekte zu verbinden: die Förderung der europäischen Völkerverständigung durch kulturellen Austausch, die Vermittlung europäischer Kultur in ihrer ganzen Bandbreite sowie die Entdeckung des Münsterlandes. Von 2005 bis 2009 fand es zunächst im einjährigen Rhythmus statt und legte den thematischen Schwerpunkt auf die Bereiche Klassik, Jazz und Bildende Kunst einer jährlich wechselnden, ausgewählten europäischen Region.

ab 2010 Seit 2010 organisiert der Münsterland e.V. das Münsterland Festival unter der Künstlerischen Leitung von Christine Sörries. Seitdem findet das Festival alle zwei Jahre statt, dann aber mit einem umfangreicheren Programm, bei dem auch weitere Bereiche wie Global Music, Pop und Folk vertreten sind. Dabei liegt der Fokus nach wie vor bei jeder Ausgabe auf einer europäischen Gastregion bzw. einem europäischen Gastland.

Programm Das Münsterland Festival verbindet europäische Musik, Kunst und Kultur mit typischen und sehenswerten Orten der Region Münsterland. Das Programm greift dafür unterschiedliche Aspekte der Kultur- und Kunstszene des jeweiligen Gastlands bzw. der jeweiligen Gastregion auf und macht so die europäische Vielfalt vor Ort erlebbar. Der musikalische Fokus liegt auf Jazz, Pop, Folk und Klassik und wird ergänzt durch ein Angebot an Kunst- und Dialogveranstaltungen wie Ausstellungen, Exkursionen, Lesungen, Filmabende oder Kulinarikevents. Es werden im Durchschnitt circa 45 Konzerte, Kunst- und Dialogveranstaltungen angeboten.

Gastregionen und Gastländer Gastregionen und Gastländer der Jahre 2005 bis 2009 waren die Schwarzmeerregion (2005), die Adria mit Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Albanien (2006), das Westliche Mittelmeer mit der Iberischen Halbinsel und verschiedenen Maghrebstaaten (2007), die Ostsee mit Polen, dem Baltikum und Königsberg (2008) sowie Skandinavien mit Dänemark, Schweden und Norwegen (2009).

2011 lag der Länderschwerpunkt auf den Staaten England, Irland und Schottland, 2013 fand das Festival mit den Gastländern Frankreich und Schweiz statt, passend zum 50. Jubiläum des Élysée-Vertrags. 2015 lag der Länderschwerpunkt auf den Benelux-Staaten (Belgien, Niederlande, Luxemburg), 2017 dann auf Island und Griechenland. 2019 feierte das Münsterland Festival seine zehnte Ausgabe mit zehn Ländern aus Europa: Georgien, Griechenland, Großbritannien, Island, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal und Schweiz.

Seit 2021 steht jeweils ein einzelnes europäisches Gastland im Fokus des Münsterland Festivals. Nach Österreich (2021) folgten Finnland (2023) und Spanien (2025). Gastland 2027 wird Frankreich sein.

Künstlerinnen und Künstler Für das Münsterland Festival werden aus der jeweiligen Gastregion sowohl etablierte Künstlerinnen und Künstler als auch Newcomer eingeladen. Die Beiträge greifen zum Teil kulturelle und künstlerische Traditionen der jeweiligen Region bzw. des Landes auf und verbinden diese mit zeitgenössischen Ausdrucksformen. Zu den musikalischen Höhepunkten der vergangenen Jahre zählen beispielsweise:

ADHD, Rebekka Bakken, Adam Bałdych, Stefano Bollani, Lars Danielsson, Manu Delago, Tania Giannouli, Michel Godard, Sophie Hunger, Maria João, Anna Maria Jopek, Marco Mezquida, Nils Petter Molvær, China Moses, Leszek Możdżer, Wolfgang Muthspiel, Cæcilie Norby, Émile Parisien, Vincent Peirani, Clara Peya, Verneri Pohjola, Michel Portal, Iiro Rantala, Shake Stew, Andy Sheppard, Francesco Tristano, Marcin Wasilewski, Bugge Wesseltoft, Kenny Wheeler, Savina Yannatou, Dhafer Youssef.

Veranstaltungsorte Eine Besonderheit des Münsterland Festivals ist sein dezentrales Konzept. So findet es von Beginn an nicht in einer einzigen Spielstätte, sondern verteilt im ganzen Münsterland statt. Zu den Veranstaltungsstätten zählen für das Münsterland typische Orte wie Schlösser und Burgen, Orte mit Geschichte und Orte moderner Architektur in unterschiedlicher Größe – beispielsweise  Wasserschlösser, Herrensitze, ehemalige Industriehallen, Konzertsäle oder moderne Museumsbauten.

Die vielfältigen Spielstätten dienen nicht nur als Kulisse, sondern werden mit Blick auf die regionale Kulturgeschichte aktiv in das Festivalprogramm eingebunden. Einige der Orte befinden sich im Privatbesitz und werden eigens für das Festival den Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht.

Wiederkehrende Veranstaltungsorte sind beispielsweise das LWL-Museum für Kunst und Kultur (Münster), das Kloster Gravenhorst (Hörstel), die Burg Vischering (Lüdinghausen), das Kulturgut Haus NottbeckPressemitteilung Kulturgut Haus Nottbeck vom 12. Oktober 2017: https://www.kulturgut-nottbeck.de/fileadmin/dateisammlung-nottbeck/user_upload/PM_Imam_Baildi_Muensterland-Festival.pdf (Oelde) oder das Alte Rathaus Schöppingen.

Bedeutung und Wirkung Das Münsterland Festival hat sich seit seiner Gründung in der Region Münsterland und darüber hinaus etabliert: Die Veranstaltungsreihe stärkt mit ihrer großen Strahlkraft die Kulturlandschaft der Region und zieht sowohl ein regionales Publikum als auch überregionale und sogar internationale Besucher und Besucherinnen an. Durch die internationale Ausrichtung fördert das Münsterland Festival den kulturellen Austausch und die Vernetzung der Region mit europäischen Ländern, wobei die unterschiedlichen Angebote das Festival zu einer "Drehscheibe der Kultur" machen.

Regelmäßig erreicht das Festival mit allen Veranstaltungen, inklusive der mehrwöchigen Ausstellungen, rund 15.000 Besucherinnen und Besucher. Im Jahr 2025 wurden die Konzerte von über 4.000 Personen besucht.

Veranstalter Veranstalter ist der Münsterland e.V., eine Regionalmanagement-Organisationen mit Markenführung. Rund 50 Beschäftigte arbeiten in den Bereichen Kultur, Tourismus und Wirtschaft daran, die Region weiterzuentwickeln.

Weblinks Homepage des Münsterland Festivals

Einzelnachweise

Kategorie:Musikfestival in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Kultur (Münsterland)