Die Baja-California-Kängururatte (Dipodomys simulans) ist ein auf der Halbinsel Niederkalifornien (Baja California) in Mexiko und im südliche Kalifornien verbreitetes Nagetier in der Gattung der Kängururatten. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von San Diego. Die Population zählte zeitweilig als Unterart oder Synonym der Pazifik-Kängururatte. Abweichungen im Karyotyp, in Schädelmerkmalen und im Verhalten führten zur Wiederanerkennung als Art. Am Cajon Pass könnten beide Arten gleichzeitig vorkommen.
Unterarten und Verbreitung Es werden zwei Unterarten unterschieden: D. s. simulans, vom genannten Pass in Kalifornien bis zu den Gebieten, die bei der anderen Unterart genannt sind. D. s. peninsularis, lebt in der Vizcaíno-Wüste und auf der Magdalena-Ebene im Bundesstaat Baja California Sur.
Merkmale Diese mittelgroße Kängururatte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 111 bis 121 mm, eine Schwanzlänge von 160 bis 181 mm und ein Gewicht von 55 bis 70 g. Die Hinterfüße sind etwa 42 mm lang und die Länge der Ohren liegt bei 15 mm. Allgemein sind Männchen etwas größer als Weibchen. Von den fünf Zehen am Hinterfuß ist eine klein und sie liegt seitlich. Es gibt eine deutliche Grenze zwischen der graubraunen bis dunkel rotbraunen Oberseite und der weißen Unterseite. Auch der Schwanz ist oberseits dunkler als unterseits und schwarzbraune Haare bilden auf dem Schwanz einen Kamm sowie an der Spitze eine Quaste. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 60 Chromosomen (2n=60). Die Pazifik-Kängururatte ist dagegen größer, hat ein breiteres Gesicht und die Ohren sind länger. Verglichen mit der San-Quintin-Kängururatte ist das Gesicht dieser Art ebenfalls schmaler, die Füße sind schmaler und die Ohren länger. Zur Stephens Kängururatte (Dipodomys stephensi) gelten dieselben Unterschiede wie zur Pazifik-Kängururatte.
Lebensweise Das Tier hält sich im Vegetationstyp Chaparral und im Grasland auf. Gelegentlich werden Wüsten und Nadelwälder im Hügelland meist bis 800 Meter Höhe besucht. In seltenen Fällen erreicht die Art 2550 Meter Höhe. Der Boden ist meist reich an Kies oder Sand. Die Baja-California-Kängururatte legt einen Bau oft an ausgewaschenen Senken an, dessen Eingänge am Tage oft verstöpselt werden. Gewöhnlich liegen die Gänge 32 cm unter der Oberfläche und es sind zwei Vorratskammern enthalten. Nördliche Populationen legen die komplexesten Baue an. Zum einen muss im Norden der Wintervorrat größer sein und andrerseits sind die Böden weiter südlich trockener und härter. In den gleichen Gebieten können sich der Kalifornische Ziesel, die Gebirgs-Taschenratte, die Kalifornische Taschenmaus, Merriams Kängururatte, die Dunkelfuß-Buschratte und die Kalifornische Maus aufhalten.
Die Nahrung besteht meist aus Pflanzensamen, die manchmal mit grünen Pflanzenteilen und Insekten komplettiert werden. Selbst wird die Kängururatte vom Kojoten, vom Rotluchs, vom Graufuchs, vom Kitfuchs, vom Virginiauhu und von der Westlichen Klapperschlange gejagt. Sollte das Nagetier an Wasserstellen kommen, kann es gut schwimmen.
Die Paarung kann zu allen Jahreszeiten erfolgen mit einem Maximum im Winter und Frühjahr. Weibchen haben bis zu zwei Würfe pro Jahr mit 2 bis 4 Nachkommen pro Wurf. Die meisten Exemplare leben etwa 10 Monate.
Gefährdung Regional kann sich Landwirtschaft negativ auswirken, auch wenn keine Populationsrückgänge bekannt sind. Die Baja-California-Kängururatte kommt in geeigneten Habitaten häufig vor. Sie wird von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.
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Einzelnachweise
Kategorie:Taschenmäuse