mini|Katholische Kirche St. Joseph in Herten-Süd St. Joseph in Herten-Süd nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Antonius (Herten). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Josef, des Ziehvaters von Jesus, und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine Saalkirche mit Fassadenturm und hat ca. 360 Sitzplätze.
Geschichte Für die neuen Schachtanlagen „Hilger und Hagedorn“ sowie „Ewald Schacht V“ entstanden ab Ende des 19. Jahrhunderts im Süden von Herten mehrere Siedlungen für die Familien der Bergarbeiter.
Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks von St. Antonius (Herten) erfolgte 1908 die Errichtung eines selbstständigen Pfarrrektorats und 1914 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Joseph.
Baubeschreibung Nach den Plänen des Architekten Franz Lohmann (Recklinghausen) entstand 1908 das Gotteshaus in Herten-Süd. Nach den Vorschlägen von Wilhelm Sunder-Plassmann (Münster) wurde 1938–39 die Kirche erweitert und der mächtige Fassadenturm hinzugefügt. 1974 erfolgte der Anbau der Sakristei.
St. Joseph ist ein Saalbau unter einem Satteldach. Der eingezogene Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten. Der leicht austretende Fassadenturm besitzt ein Walmdach. Die eingeschossige Sakristei im Südosten hat ein Flachdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit weißen Putzfassadenteilen und Dächern aus roten Dachziegeln.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1908, das Pfarrheim von 1927 sowie der 1956 eröffnete und 1972 umgebaute Kindergarten.
Nach dem Konzept des Architekten Peter Bastian (Münster) wurde 2007 zur vorhandenen Kirche ein eingeschossiges Backsteingebäude hinzugefügt und dadurch ein introvertierter Innenhof geschaffen. Für das erweiterte Pfarrzentrum St. Joseph bekam dieser Architekt 2010 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den erstmals verliehenen Westfälischen Preis für Baukultur.
Strukturentwicklungen Durch Fusion der Gemeinden St. Joseph (Herten-Süd), St. Barbara (Paschenberg), St. Antonius (Herten) und St. Josef (Disteln) entstand am 28. Oktober 2007 die neue Großpfarrei St. Antonius in Herten.
Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Antonius (Herten) und St. Martinus (Westerholt) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.
Glocken Im Fassadenturm von St. Joseph hängen die folgenden drei 1885 von St. Antonius (Herten) geschenkten Kirchenglocken aus Bronze:
Glocke 1: Schlagton: g‘; Ø 102 cm; Gießerei: Wolter Westerhues (Münster); Gussjahr: 1526 Glocke 2: Schlagton: h‘; Ø 83 cm; Gießerei unbekannt; Gussjahr: 1476 Glocke 3: Schlagton: cis‘‘; Ø 81 cm; Gießerei unbekannt; Gussjahr: 1446.
Orgel Die Firma Franz Breil (Dorsten) baute 1930 für das Gotteshaus in Herten-Süd eine Pfeifenorgel mit 32 Registern, mit elektropneumatischen Spiel- und Registertrakturen sowie mit drei Manualen (C–g3) und Pedal (C–f1).
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Joseph (Herten-Süd) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen
Einzelnachweise
Kategorie:Josefskirche Joseph Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Saalkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Erbaut 1908 Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus