Die 101. Schutzbrigade des Generalstabs, vollständiger Name 101. Separate Brigade zum Schutz des Generalstabs benannt nach Generaloberst Henadij Worobjow, (Militäreinheit Nr. A0139; , 101 ОБрО ГШ, в/ч: A0139) ist ein Sonderverband der Streitkräfte der Ukraine. Sie untersteht direkt dem Generalstab und ist für dessen Sicherheit verantwortlich sowie für den Schutz von Einrichtungen des Verteidigungsministeriums.

Konkret untersteht sie dem Oberbefehlshaber und dem Stabschef des Generalstabs und wird trotz ihrer formellen Schutzfunktion aktiv als Eliteeinheit in Kampfhandlungen eingesetzt.

Geschichte Die Schutzbrigade wurde am 10. März 1992, auf Basis des 368. Schutz- und Dienstbataillons der Sowjetarmee, gegründet. Dieses Bataillon war zuständig für den Schutz des Hauptquartiers des Militärbezirk Kiew und auf dem Boden der Kiewer Militärakademie stationiert. Mit Gründung hatte der Verband ein Schutzbataillon, welches am 7. Juni 1995 durch das 2. Schutzbataillon und am 11. September desselben Jahres durch das 3. Schutzbataillon ergänzt wurde.

In den Folgenden Jahren und Jahrzehnten nahm die Brigade an Übungen wie Vorposten-2010, Ost-West, Reaktion-2005, Klarer Himmel, Interaktion-2010 und Adequate Reaktion-2011 sowie weiteren teil.

Russisch-Ukrainischer Krieg

Am 3. August 2014 erreichte das erste Kontingent des Verbands die ATO-Zone. Dann am 15. August waren die ersten Soldaten an Gefechten beteiligt, als sie einen russischen Angriff Richtung Debalzewe abwehrten.

Bis zum 3. Februar 2015 hatte die 101. Brigade über 300 Konvois an die Front eskortiert und mehr als zehn Kampfaufklärungsmissionen durchgeführt. Die Konvois lieferten Munition, Medikamente und Lebensmittel an die Front und brachten Verwundete zurück. Laut Angaben der Brigade geriet jeder zweite eskortierte Konvoi unter Beschuss von Mörsern und BM-21-Raketenwerfern. Im Rahmen ihrer Kampfeinsätze nahmen sie Kämpfer gefangen, zerstörten feindliches Material und beschlagnahmten Waffen.

Am 16. Februar 2015 wurde eine Aufklärungsgruppe, die im Gebiet um Debaltsewe eine Erkundung durchführte, auf dem Rückweg von der Siedlung Zentralnoe, in der Nähe von Komissariwka überfallen. Eine 150 Mann starke Gruppe Separatisten eröffnete aus dem Hinterhalt das Feuer. Sechs Brigadesoldaten wurden verwundet. Nach Meldung über den Angriff wurde eine Reserve unter Oberst Donow und Major Tschernezkym aktiviert. Unterstützt von vier BMP-1, drei BTR-4 der Nationalgarde und zwei BTRs des 25. Territorialverteidigungs-Bataillon rückten sie zum Ort des Gefechts aus. Durch das Eintreffen der Reserve gelang es der 101. Brigade, die verwundeten Kameraden zu bergen. Insgesamt wurden vier Soldaten getötet und um die zwölf verwundet. Auf der Seite der Angreifer wurden mehr als zehn Kämpfer getötet, drei weitere wurden verletzt und gefangen genommen. Zwei ZIL- und KAMAZ-LKW wurden zerstört.

Am 16. Februar wurde ein BTR-80 des Verbands in der Nähe des Bahnhofs von Debaltsewe getroffen und kam auf den Gleisen zum Stehen. Am 19. Februar veröffentlichten Separatisten ein Video mit Dokumenten des verstorbenen Kriegsberichterstatters Dmytro Labutkin.

Zwischen August 2014 und März 2016 wurden von den 900 Soldaten und Offizieren, die in der Ostukraine kämpften, 11 getötet und 49 weitere verwundet.

Alle der gefallenen erhielten posthum den Bohdan-Chmelnyzkyj-Orden oder den Orden für Tapferkeit. Insgesamt erhielten 18 Soldaten Ehrenauszeichnungen im März 2016.

Anlässlich des 30. Unabhängigkeitstages der Ukraine am 24. August 2021 verlieh Präsident Wolodymyr Selenskyj der Einheit, zu Ehren des verstorbenen Ersten Stellvertretenden Chefs des Generalstabs, Henadij Worobjow, den Ehrentitel benannt nach Generaloberst Henadij Worobjow.

Vollinvasion 2022 Zu Beginn der vollumfänglichen russischen Invasion nahm die 101. Brigade zum Schutz der Hauptstadt an der Schlacht um Kiew teil. Am Morgen des 26. Februar soll sie einen russischen Konvoi in der Nähe der Stadt abgefangen haben, wobei zwei leichte Fahrzeuge, zwei LKW und ein Panzer zerstört wurden.

Noch am selben Tag ereignete sich in der Hauptstadt ein tragischer Vorfall. Auf der Beresteiski-Prospekt in der nähe des U-Bahnhof Berestejska wurden 8 Soldaten der Schutzbrigade in einem Fall von Eigenbeschuss getötet, 7 davon Wehrpflichtige. Die Einheit, von der der Beschuss ausging, blieb unbekannt, und von offizieller Seite wurde zuerst von einem „Gefecht“ und der „Zerstörung einer DRG“ (Sabotage- und Aufklärungsgruppe; ) gesprochen. Jurij Butussow, Chefredakteur von Zensor.NET und Offizier im 2. Nationalgardekorps, sieht die Verantwortung bei den Autoritäten. Diese hätten nicht früh genug die Reserve und Territorialverteidigung aktiviert, unter dem Vorwand keine Panik in der Bevölkerung auszulösen. Diese Entscheidung hätte, zusammen mit der schlechten Koordinierung zu Kriegsbeginn, zu dutzenden Toten Soldaten und Zivilisten durch Eigenbeschuss geführt. Dazu beigetragen hätten die generelle Paranoia, die in den ersten Tagen in der Hauptstadt herrschte, und die Tatsache, dass man Waffen an unausgebildete Zivilisten ausgegeben hatte.

Ab September 2024 nahm das 4. Bataillon der Brigade an Gefechten um Nju-Jork und den anschließenden schweren Stadtkämpfen in Torezk teil.

Struktur mini|200px|Gedenkplatine, die aus Metall gefertigt an Soldaten der Brigade ausgegeben wurde 101. Schutzbrigade des Generalstabs Hauptquartier 25px 1. Schutzbataillon 25px 2. Schutzbataillon 25px 3. Schutzbataillon 25px 4. Schutzbataillon 25px Bataillon Unbemannter Systeme Talion 25px Flugabwehrdywision 25px Aufklärungskompanie Akademik Group 25px Kompanie für elektronische Kampfführung

1992 Der erste Kommandeur der Formation war Oberst Wiktor Jemzew und sie hatte folgende Zusammensetzung: 1. Schutzbataillon Ehrengarde des Verteidigungsministeriums Ehrengarde-Militärkapelle 30. Versorgungsbasis

Kommandeure Oberst Wiktor Jemzew (1992–1996) Oberst Wiktor Sawodskyj (1996) Oberst Leonid Jesernyzkyj (1996–1997) Oberst Ihor Kowalyk (1997–1999) Oberst Oleksandr Dubljan (1999–2004) Oberst Oleksij Taran (2004–2007) Oberst Oleksij Hajtanschy (2007–2010) Oberst Petro Jakymez (2010–2012) Oberst Mykola Schwez (2012–2018) Oberst Oleksij Donow (2018–2021) Oberst Oleksandr Wdowytschenko (2021) Oberst Iwan Wojtenko (2021) Oberst Serhij Tschernezkyj (seit 2022)

Siehe auch

101. Fernmelderegiment 101st Airborne Division 101. Infanterie-Division

Einzelnachweise

Kategorie:Brigade (Ukraine) Kategorie:Militär (Oblast Riwne)