Michael Riepl (* 1989 in Regensburg) ist ein deutscher Jurist, Schriftsteller und humanitärer Aktivist.
Leben Riepl studierte von 2009 bis 2013 Rechtswissenschaften an der Universität Passau. Nach seinem ersten juristischen Staatsexamen spezialisierte sich Riepl an der Academy for International Humanitarian Law and Human Rights in Genf auf Völkerrecht, insbesondere das Recht der bewaffneten Konflikte (humanitäres Völkerrecht). 2018 absolvierte er auch sein zweites juristisches Staatsexamen am Oberlandesgericht Nürnberg und wurde 2021 bei Angelika Nußberger an der Universität zu Köln zum Dr. jur. promoviert. Seine Doktorarbeit befasste sich mit Russlands widersprüchlicher Rolle im Hinblick auf das Recht der bewaffneten Konflikte. Die Arbeit, die kurz vor Beginn der Russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 erschien, wurde mit mehreren Auszeichnungen bedacht und von der Juristenzeitung unter die zehn besten juristischen Bücher des Jahres 2022 gewählt.
Seit 2016 arbeitete Riepl zudem für verschiedene humanitäre Organisationen und NGOs. Nachdem er zunächst als Associate in der Rechtsabteilung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf tätig war, wurde er als humanitärer Delegierter des IKRK in verschiedenen Krisengebiete entsandt. Von 2020 bis 2024 arbeitete Riepl im Südkaukasus, der Demokratischen Republik Kongo und der Ukraine. Dabei war er vor allem für die Suche von Vermissten, den Austausch sterblicher Überreste von im Krieg Gefallenen, die Betreuung von Kriegsgefangenen und die Auslieferung humanitärer Hilfsgüter zuständig.
Einige dieser Erfahrungen verarbeitete Riepl auch in seinem literarischen Debütwerk Ferne Heimat Altmontal. Darin verwebt er die Lebenserinnerungen seiner Großmutter, einer Schwarzmeerdeutschen, mit den eigenen Erlebnissen in der Ukraine und im Kaukasus zu einer Erzählung über eine junge Frau, die sich in der größten Not in den Kopf setzt, gegen alle Widerstände Ärztin zu werden.
Riepl ist Habilitand an der Akademie für Europäischen Menschenrechtsschutz der Universität zu Köln und forscht dort zur Entwicklung des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Er lehrt Völkerrecht sowohl an der Universität zu Köln als auch im Südkaukasus. Er ist Redaktionsmitglied des Armenian Journal of International Law.
Riepl ist verheiratet und hat einen Sohn. Er lebt mit seiner Familie in Armenien.
Veröffentlichungen (Bücher) Ferne Heimat Altmontal – Das Leben meiner Großmutter zwischen schwarzem Meer und Kaukasus (2026, C.H. Beck Literatur und Sachbuch). Russian Contributions to International Humanitarian Law – A Contrastive Analysis of Russia’s Historical Role and its Current Practice (2022, Nomos).
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