Das Österreichische Zentrum für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Intensivmedizin (ASDI) ist ein österreichischer gemeinnütziger Verein, der 1996 gegründet wurde, um der Entwicklung der Qualitätssicherung in der Intensivmedizin dynamische Impulse zu geben.
Ziele Die Entwicklung und Bereitstellung von Methoden zur internen Qualitätskontrolle. Die Entwicklung und Durchführung eines externen Qualitätssicherungsprogramms (ASDI Benchmarking Projekt). Die Erfassung und Auswertung von Daten für wissenschaftliche Studien zur Förderung einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung in der Intensivmedizin.
Organisation ASDI ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht auf Gewinn ausgelegt ist. Sitz des Vereins ist in Wien. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf ganz Österreich.
Der Vorstand setzt sich aus Intensivmedizinern verschiedener Fachrichtungen zusammen. den Vorsitz führt aktuell der Leiter der Intensivmedizin am LKH-Universitätsklinikum Graz Philipp Metnitz.
Mitglieder Mitglieder des Vereins sind Intensivstationen von Krankenanstalten bzw. deren Rechtsträger.
Geschichte ASDI wurde 1994 als interdisziplinären Arbeitsgruppe gegründet. Ziel war die Schaffung einer österreichweit einheitlichen und standardisierten Dokumentation intensivmedizinischer Daten. Hierfür wurde der ASDI Datensatz Intensivmedizin entwickelt, der die strukturierte Erfassung qualitätsrelevanter Informationen auf Intensivstationen ermöglicht und als Grundlage für Qualitätssicherung, wissenschaftliche Auswertungen sowie den Vergleich zwischen Einrichtungen dient.
1996 wurde der Verein Österreichisches Zentrum für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Intensivmedizin gegründet. Mit der Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) wurden Teile des ASDI-Datensatzes in das nationale Abrechnungssystem übernommen. Seit 1997 erfolgt die Abrechnung öffentlicher Intensivstationen auf Basis dieses Dokumentationsstandards. Im Zuge der Weiterentwicklung des LKF-Systems wirkte ASDI ab 2010 an der Entwicklung eines erweiterten LKF-Datensatzes Intensiv mit, der unter anderem die tägliche Einstufung des Betreuungsaufwandes von Patientinnen und Patienten umfasst.
Zur technischen Umsetzung des Dokumentationsstandards wurde gemeinsam mit der Technischen Universität Wien und der büll informatik gesmbh das System ICdoc pro entwickelt. Die Software unterstützt die Erfassung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitätsdaten auf Intensivstationen und ermöglicht die automatische Berechnung etablierter intensivmedizinischer Bewertungsinstrumente wie SAPS 3, APACHE II, TRISS und TISS-A.
Neben der Datenerfassung bietet ICdoc pro Funktionen zur Erstellung des verpflichtenden LKF-Datensatzes, zur Datenübermittlung sowie zur Auswertung und Berichterstattung. Hierzu zählen standardisierte und benutzerdefinierte Berichte, Analysen zu Bettenauslastung, Diagnosegruppen und Pflegeaufwand sowie Schnittstellen für den Import und Export von Daten aus Krankenhausinformationssystemen.
Der ASDI-Datensatz Intensivmedizin und ICdoc pro bilden gemeinsam die Grundlage für Projekte der Qualitätssicherung in der österreichischen Intensivmedizin sowie für lokale Auswertungen und Berichte auf Intensivstationen. Die daraus gewonnenen Daten werden zudem in wissenschaftlichen Publikationen für multizentrische Untersuchungen in der Intensivmedizin herangezogen.
Seit 1998 können Intensivstationen am ASDI-Benchmarking teilnehmen. Dabei werden standardisiert erhobene Qualitätsdaten wissenschaftlich ausgewertet, um die Qualitätssicherung in der Intensivmedizin zu unterstützen. Erfasst werden unter anderem Diagnosen, Schweregrad der Erkrankung, therapeutische Maßnahmen und Behandlungsergebnisse. Für die Teilnahme bestehen definierte Verfahren zur Datenübermittlung, Qualitätskontrolle, Anonymisierung und zum Datenschutz. Die Ergebnisse werden den teilnehmenden Stationen in geschützter Form bereitgestellt. Seit 2010 erhalten teilnehmende Stationen Zertifikate für ihre Beteiligung am Benchmarking-Projekt.
Der Verein beteiligt sich an bundesweiten Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen. Im Rahmen des österreichischen Projekts A-HAI (Austrian Healthcare-Associated Infections) ist ASDI eines der Netzwerke, deren zur Surveillance nosokomialer Infektionen erhobene Daten die Grundlage der vom Bundesministerium veröffentlichten nationalen Berichte über gesundheitssystemassoziierte Infektionen bilden. Die erhobenen Daten dienen der bundesweiten Qualitäts- und Infektionsüberwachung sowie dem internationalen Datenvergleich im Rahmen der Vorgaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).
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Einzelnachweise
Kategorie:Intensivmedizinische Fachgesellschaft Kategorie:Anästhesiologische Fachgesellschaft Kategorie:Verein (Wien) Kategorie:Vereinsgründung 1996