Der Ontonagon River ist ein rund 41 km langer Zufluss des Oberen Sees auf der Oberen Halbinsel des US-Bundesstaates Michigan. Zusammen mit seinen Quellflüssen entwässert ein rund 3630 km² großes Areal im Westen der Oberen Halbinsel sowie im nordöstlichsten Wisconsin und ist nach dem Saint Louis River der zweitgrößte US-amerikanische Zufluss des Oberen Sees.
Verlauf Der Ontonagon River entsteht durch den Zusammenfluss seiner deutlich längeren Quellflüsse East Branch Ontonagon River (96 km) und Middle Branch Ontonagon River (115 km) unmittelbar nördlich des Ottawa National Forest im östlichen Ontonagon County auf einer Höhe von rund 210 m, etwa 4 km südlich von Rockland. Von dort fließt er in grundsätzlich nordwestliche Richtung, unterquert den U.S. Highway 45 und erhält nach bereits 2 km mit dem West Branch Ontonagon River seinen mit Abstand größten Zufluss. In großen Flussschlingen fließt er westlich von Rockland durch die Wälder der Oberen Halbinsel, unterquert den Michigan Highway 64 und durchquert das Stadtgebiet von Ontonagon, wo er im Ontonagon Harbor auf einer Höhe von 184 m in den Oberen See mündet.
Hydrologie Der Ontonagon River ist als Zufluss des Oberen Sees Teil des Einzugsgebietes des Saint Marys River, der über St. Clair River, Detroit River, Niagara River und Sankt-Lorenz-Strom in den Atlantischen Ozean entwässert. Das Einzugsgebiet des Ontonagon River umfasst ein Areal von etwa 3630 km² und grenzt an die Einzugsgebiete von Flintsteel River und Firesteel River im Nordosten, Sturgeon River im Osten, Paint River im Südosten, Wisconsin River im Süden, Manitowish River im Südwesten, Presque Isle River im Westen, Big Iron River im Nordwesten sowie Cranberry River im Norden. Das Einzugsgebiet umfasst Teile der Counties Ontonagon, Houghton, Iron, Gogebic sowie Vilas (Wisconsin) und ist das zweitgrößte aller US-amerikanischen Zuflüsse des Oberen Sees. Mehr als 200 Seen befinden sich im Einzugsgebiet des Ontonagon, darunter mit dem Lake Gogebic der größte Inlandsee der Oberen Halbinsel Michigans.
Der Ontonagon River weist ein komplexes Abflussregime mit einem Maximum im April und einem zweiten, weniger ausgeprägten Maximum im November auf. Der mittlere Abfluss am Pegel Rockland, 33 km oberhalb der Mündung, beträgt 38,8 m³/s, die größten Abflüsse finden sich in den Monaten April und Mai. Die niedrigsten Abflüsse weist der Fluss von Juli bis September sowie von Dezember bis Januar auf. Am 22. August 1942 wurde mit 1189,31 m³/s der bisher höchste Abfluss gemessen.
Geschichte Im 16. und frühen 17. Jahrhundert wurde das Einzugsgebiet des Ontonagon River von den Ojibwa bewohnt, die an der Mündung des Flusses in den Oberen See siedelten. Ab den 1630er-Jahren kamen französische Pelzhändler in die Region, später folgten europäische Siedler, die primär durch die Kupfer-Lagerstätten angezogen wurden. Bekanntheit erlangte der Ontonagon Boulder, ein großer, fast fünf Tonnen schwerer Nugget aus Kupfer, der am West Branch Ontonagon River gefunden wurde und von Pelzhändlern und Entdeckern wie Alexander Henry, Henry Rowe Schoolcraft oder Douglass Houghton besucht wurde. Der Ontonagon Boulder wurde 1840 entfernt und befindet sich heute im Smithsonian Institute in Washington, D.C. Von 1847 bis 1865 wurde um Rockland großflächig Kupfer abgebaut. Im späten 19. Jahrhundert wurde der Unterlauf des Flusses für die Schifffahrt ausgebaut, zudem gewann die Holzwirtschaft an Bedeutung. Im Rahmen der Holzernte entstanden Staudämme und Eisenbahnverbindungen, die heute nicht mehr bestehen. Seit Ende des 20. Jahrhunderts spielt der Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Rolle in der Region.
Galerie
Weblinks
Belege
Kategorie:Ontonagon County