Raisin SE ist ein deutsches Fintech-Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen betreibt Online-Plattformen für die Vermittlung von Tages- und Festgeldanlagen sowie Angebote für Geldanlage und Altersvorsorge.
Raisin ist in Deutschland, den USA, dem Vereinigten Königreich und acht weiteren Ländern aktiv und verwaltete 76 Milliarden Euro von 733.000 Kunden.
Geschichte Raisin wurde 2012 von Tamaz Georgadze, Frank Freund und Michael Stephan gegründet, die zuvor bei der Unternehmensberatung McKinsey gearbeitet hatten.
Unter dem Markennamen WeltSparen betrieb das Unternehmen eine Plattform, über die Kunden zunächst Tages- und Festgelder bei europäischen Banken anlegen konnten. In den USA lief das Angebot bis 2023 unter dem Markennamen SaveBetter. Seit 2025 firmieren auch die WeltSparen-Plattformen in Deutschland und Österreich unter dem Namen Raisin.
2019 übernahm das Unternehmen die 1973 gegründete Frankfurter MHB-Bank, die zuvor bereits die Verrechnungskonten der Raisin-Kunden geführt hatte. Durch die Übernahme erhielt Raisin eine Vollbanklizenz. Nach der Übernahme wurde die Bank in Raisin Bank umbenannt.
Das Unternehmen führte eine Reihe von Finanzierungsrunden durch, u. a. 2019 (195 Millionen Euro, u. a. von Goldman Sachs) und 2023 (60 Millionen Euro, u. a. von M&G Capital). Mit diesem Geld wurde unter anderem der Berliner Altersvorsorge-Spezialist fairr gekauft sowie die Auslandsexpansion finanziert.
2021 fusionierte Raisin mit dem Hamburger Konkurrenten Deposit Solutions, der die Plattformen Zinspilot und Savedo sowie in den USA SaveBetter betrieb. Dies war die bis dahin größte Fusion zweier Fintech‑Unternehmen in Deutschland. Im selben Jahr zog sich das Unternehmen aus dem Geschäftskundengeschäft zurück.
2022 übernahm Raisin das Zahlungsdienstleistungsgeschäft des Münchener Bankhauses August Lenz und damit u. a. den Betrieb von rund 4.500 nicht-bankgebundenen Geldautomaten, etwa in Kiosken und Tankstellen.
Seit 2025 ist Raisin eine Europäische Aktiengesellschaft (SE). Die Anzahl der aktiven Kunden hat sich von 160.000 (2019) auf 733.000 (2024) erhöht; bei (Stand 2024) 76 Milliarden Euro verwalteten Geldern fiel ein Gewinn von 30 Millionen Euro an.
Raisin ist seit der Saison 2025/2026 Hauptsponsor des Fußballvereins 1. FC Union Berlin und einer der Sponsoren des niederländischen Radsportteams Team Picnic PostNL.
Unternehmen
Struktur Chief Executive Officer ist Tamaz Georgadze, Chief Financial Officer ist Frank Freund und Chief Operating Officer ist Michael Stephan. Chief Client Officer ist Katharina Lüth. Zu den Anteilseignern zählen Tencent, Headline, Index Ventures, M&G Investments, Hedosophia, Ribbit Capital, TopTier, Vitruvian, die Deutsche Bank und PayPal.
Geschäftsfelder Kunden registrieren und identifizieren sich einmalig auf der jeweiligen Plattform von Raisin und können dann bei insgesamt (Stand 2025) bis zu 250 angeschlossenen Banken Gelder in unterschiedlichen Finanzprodukten anlegen. Raisin erhält für die Vermittlung Provisionen von den Partnerbanken. Alle Partnerbanken unterliegen dem jeweiligen nationalen Einlagensicherungssystem.
Kerngeschäft von Raisin ist die Vermittlung von Spar- und Anlageprodukten. Hierzu gehören etwa Tagesgeld- und Festgeldanlagen. Kunden haben die Möglichkeit, Geld bei zahlreichen Banken anzulegen, auch bei Spezialbanken, die kein eigenes Massenkundengeschäft haben.
Das Unternehmen bietet ETF-basierte Rürup-Produkte sowie eine digitale Vermögensverwaltung an, ein auf Algorithmen basierendes System, das automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage gibt und diese auch selbstständig umsetzen kann. Dieses Angebot ging aus dem zuvor angebotenen Robo-Advisor hervor. Über die digitale Vermögensverwaltung ist in Deutschland und den Niederlanden auch die Investition in börsengehandelte ETFs möglich.
Im Mai 2026 führte Raisin zudem ein Depot für Minderjährige ein. Die Marken Raisin Invest und Raisin Pension wurden in die Dachmarke Raisin überführt. Kryptowährungen und ein Riester-Produkt gehörten zeitweise zum Angebot, werden jedoch nicht mehr vertrieben.
Raisin Bank Die Raisin Bank wurde im Jahr 1973 unter dem Namen Mitteleuropäische Handelsbank AG Deutsch-Polnische Bank in Frankfurt am Main durch die Hessische Landesbank und die polnische Bank Handlowy gegründet. 2005 kaufte die US-amerikanische Investmentgesellschaft Lone Star die Bank, 2019 übernahm Raisin sie.
Das deutsche Kreditinstitut ist vorwiegend als Servicebank für Raisin tätig. Die Raisin Bank übernimmt in der EU die Verwaltung und Verwahrung von Kundeneinlagen und Wertpapieren sowie die Abwicklung von Transaktionen. Zudem ist sie als Dienstleister im Business-to-Business-Bereich tätig. Sie ist eine Vollbank und unterliegt der deutschen Einlagensicherung.
Kritik Als die Greensill-Bank in Bremen 2021 Insolvenz anmeldete, hatten dort rund 15.000 Kunden über Raisin Gelder angelegt. Private Anleger mit Einlagen bis 100.000 Euro wurden über die gesetzliche Einlagensicherung vollständig entschädigt. Im Zuge der Insolvenz prüfte die Bundesregierung, ob Zinsplattformen wie Raisin strenger reguliert werden sollten. Im Finanzausschuss des Bundestages wurde diskutiert, dass das Geschäftsmodell der Plattformen darauf beruhe, Sparer an Banken mit höheren Zinsen zu vermitteln, zu denen diese ohne die gesetzliche Einlagensicherung nicht gegangen wären.
Anlässlich der Jahresabschlussprüfungen 2021 und 2022 wies die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Mängel in der Geldwäscheprävention der Raisin Bank hin, die mit dem Jahresabschluss 2024 jedoch durch die Bank behoben wurden.
Einzelnachweise
Weblinks Offizielle Website
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