Die Sparkasse Darmstadt und Dieburg ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut mit Sitz in Darmstadt in Hessen. Es entstand mit Wirkung zum 1. Januar 2026 durch Vereinigung der Stadt- und Kreis-Sparkasse Darmstadt mit der Sparkasse Dieburg und betreibt zwei Hauptstellen in Darmstadt und in Groß-Umstadt.

Sie ist als öffentlich-rechtliches Institut im Sparkassenrecht verankert. Ihr Geschäftsgebiet erstreckt sich über den Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Stadt Darmstadt, die Stadt Rödermark (Kreis Offenbach) und den Ortsteil Nieder-Roden der Stadt Rodgau (Kreis Offenbach).

Hauptstellen Die Sparkasse Darmstadt und Dieburg hat ihren Sitz in Darmstadt. Sie unterhält zwei Hauptstellen.

Darmstadt Die Hauptstelle am Darmstädter Luisenplatz befindet sich an der Westseite des Luisenplatzes an der Rheinstraße. Das Gebäude steht auf dem Grundstück, auf dem sich ehemalig das Palais des Landgrafen Christian befand, welches 1838 nach Umbauten das Ständehaus, Sitz der Landstände des Großherzogtums Hessen bzw. des Landtags des Volksstaates Hessen wurde. Das Ständehaus wurde im Zweiten Weltkrieg beim Luftangriff auf Darmstadt zerstört. Das heutige Gebäude entstand im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt und prägt gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Wilhelminenhaus das heutige Erscheinungsbild des Luisenplatzes. Derzeit finden umfangreiche Umbaumaßnahmen am Gebäude statt, die zum Zwecke der energetischen Sanierung und der Neugestaltung des Kundencenters Anfang 2026 begonnen haben und voraussichtlich bis ins Jahr 2028 andauern werden.

Groß-Umstadt Die Hauptstelle befindet sich in der St.-Péray-Straße in Groß-Umstadt. Der heutige Gebäudekomplex entstand schrittweise aus mehreren Bauphasen. Er vereint Gebäudeteile aus unterschiedlichen Epochen, darunter bauliche Reste des späten 19. Jahrhunderts sowie Erweiterungen aus den 1960er- und 1980er-Jahren. Zwischen 2013 und 2015 wurde die Hauptstelle im laufenden Geschäftsbetrieb grundlegend umgebaut und energetisch saniert. Das Gebäude zählt durch den baulichen Umfang und die zentrale Lage zu den markanten Verwaltungsgebäuden Groß-Umstadts.

Organisationsstruktur Die Sparkasse Darmstadt und Dieburg ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Träger ist der Sparkassenzweckverband Darmstadt und Dieburg. Rechtsgrundlagen bilden das Hessische Sparkassengesetz sowie die Satzung der Sparkasse.

Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Der Vorstand leitet die Sparkasse eigenverantwortlich und vertritt das Institut gerichtlich wie außergerichtlich. Der Verwaltungsrat beaufsichtigt die Geschäftsführung und entscheidet über in der Zusammenarbeit über grundlegende Angelegenheiten der Sparkasse Darmstadt und Dieburg. Im Zuge der Fusion zum 1. Januar 2026 wurden die Leitungs- und Gremienstrukturen zusammengeführt.

Die Sparkasse gliedert ihre Geschäftstätigkeit in die marktseitigen Bereiche Privat- und Firmenkunden sowie Immobilien- und Versicherungsgeschäft. Die Marktbereiche verfügen über persönliche Kundenberater für Privatkunden und für Firmenkunden, die auf andere Experten bei speziellem Beratungs- oder Vermittlungsbedarf zurückgreifen können. Unterstützt werden diese durch zentrale Marktfolge- und Stabsbereiche, darunter Personal, Organisation, Revision und Unternehmenssteuerung.

Geschichte

Stadt- und Kreis-Sparkasse Darmstadt Die Geschichte der Sparkasse Darmstadt geht zurück bis in das Jahr 1808. Ihre Ursprünge liegen in einem 1807 in Darmstadt gegründeten staatlich eingerichteten Pfandhaus, das die Bevölkerung vor Wucherzinsen schützen und den einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten den Zugang zu Krediten ermöglichen sollte. Durch ein Dekret des Großherzogs Ludewig I. vom 28. Oktober 1808 wurde das Pfandhaus mit einer Ersparungskasse verbunden. 1833 gingen Pfandhaus und Ersparungskasse in die Verantwortung der Stadt Darmstadt über, die 1836 die Sparkasse organisatorisch wieder von dem Pfandhaus trennte. Nach Genehmigung ihrer Satzung durch Großherzog Ludwig II. nahm die selbstständige Sparkasse am 8. Februar 1837 ihren Geschäftsbetrieb auf.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung und dem Wachstum Darmstadts entwickelte sich die Stadt- und Kreis-Sparkasse Darmstadt im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Kreditinstitut der Region. Der kontinuierliche Anstieg der Spareinlagen machte mehrfach einen Umzug in größere Geschäftsräume erforderlich, bis die Sparkasse 1891 einen repräsentativen Neubau an der Ecke Hügelstraße und Schützenstraße bezog. Während des Luftangriffs auf Darmstadt im Zweiten Weltkrieg in der Nacht auf den 12. September 1944 wurden jedoch nahezu sämtliche Sparkassengebäude zerstört – auch ein Großteil der Geschäftsunterlagen ging verloren. In Zeiten des Wiederaufbaus eröffnete die Sparkasse 1951 eine neue Hauptstelle in der Rheinstraße, bevor sie 1956 ihren heutigen Hauptsitz am Luisenplatz bezog.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitete sich das Filialnetz der Stadt- und Kreis-Sparkasse Darmstadt im Stadtgebiet Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg kontinuierlich aus und entwickelte sich zu einem Institut mit umfassendem Angebot für Privatkunden, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Sparkasse Dieburg 1832 fand im Großherzogtum Hessen eine Verwaltungsreform statt und bisherigen Landratsbezirke wurden zugunsten größerer Landkreise aufgelöst. Das Ministerium des Inneren und der Justiz wies die neu ernannten Landräte in einer „Instruktion“ vom 18. September 1832 auf ihre Pflichten hin. § 81 dieser Instruktion nannte die Bildung von Spar- und Leihkassen zur Vermeidung von Zinswucher als wichtiges Ziel. Im Kreis Dieburg griff Landrat Friedrich Kritzler dies auf. Er erstellte einen Entwurf der Statuten der „Ersparungskasse für den Kreis Dieburg“ und lud am 27. Juni die Landrichter Martin aus Groß-Umstadt und Gerau in Lichtenberg sowie den Obereinnehmer Schaub zu einer ersten Besprechung zur Gründung ein. 1834 wurde gemäß den Statuten die Sparkasse Dieburg als Vereinssparkasse organisiert und als „Ersparungskasse für den Kreis Dieburg“ gegründet. Die Haftung lag nicht bei den Gemeinden oder dem Kreis, sondern bei den Anteilseignern. Hierzu wurden „Actien“ à 200 Gulden ausgegeben und in ausreichendem Maße gezeichnet um im Herbst 1834 die Gründungsversammlung durchführen zu können. Neben dem Sitz der Kasse in Groß-Umstadt sollte der Rechner noch Zahl- und Empfangstage in Reinheim durchführen.

1835 fand im Haus Bachtorstraße 4 der erste Zahl- und Empfangstag der Sparkasse statt. Im weiteren Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden mit der Spar- und Creditkasse Groß-Bieberau sowie der Sparcasse und Creditanstalt Reinheim weitere selbstständige Sparkassen im Kreisgebiet.

1941 verfügte das Reichswirtschaftsministerium im Zuge einer Neuordnung des Sparkassenwesens den Zusammenschluss der drei Institute zur Kreissparkasse für den Landkreis Dieburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Sparkasse den Geschäftsbetrieb schrittweise wieder auf und beteiligte sich am Wiederaufbau der Region. Um die Bevölkerung flächendeckend mit Finanzleistungen versorgen zu können, wurde in den folgenden Jahrzehnten das Filialnetz kontinuierlich ausgebaut.

Seit 1973 bestand das Institut als Sparkasse Dieburg – Zweckverbandssparkasse. Träger war der Sparkassenzweckverband Dieburg, dem der Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie die Städte und Gemeinden des ehemaligen Landkreises Dieburg angehörten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitete sich das Filialnetz der Sparkasse Dieburg im Geschäftsgebiet kontinuierlich aus und entwickelte sich zu einem Institut mit umfassendem Angebot für Privatkunden, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Sparkassen-Finanzgruppe Die Sparkasse Darmstadt und Dieburg ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört damit auch ihrem Haftungsverbund an. Er sichert den Bestand der Institute und sorgt dafür, dass sie auch im Fall der Insolvenz einzelner Sparkassen alle Verbindlichkeiten erfüllen können. Die Sparkasse vermittelt Bausparverträge der regionalen Landesbausparkasse, offene Investmentfonds der DekaBank und Versicherungen der SV SparkassenVersicherung. Im Bereich des Leasings arbeitet die Sparkasse Darmstadt und Dieburg mit der Deutschen Leasing zusammen. Die Funktion der Sparkassenzentralbank nimmt die Landesbank Hessen-Thüringen wahr.

Engagement für die Region Die Sparkasse Darmstadt und Dieburg verleiht jährlich den Ludwig-Metzger-Preis an gemeinnützige Vereine, Institutionen und weitere Organisationen mit gemeinnütziger Zielsetzung. Hiermit unterstützt sie die wichtige soziale und ehrenamtliche Arbeit in allen Bereichen des Geschäftsgebiets. Mit einem Dotationskapital von rund 75.000 Euro pro Jahr - gespeist aus der Kundenlotterie "PS-Los-Sparen" - wurden bereits viele Preisträger nachhaltig gefördert.

1983 errichtete die Sparkasse anlässlich ihres 175-jährigen Jubiläums mit dem Ziel der Förderung von Kunst und Kultur, Bildung und Wissenschaft, Umwelt, Sport, Jugend- und Altenhilfe sowie Gesundheits- und Wohlfahrtswesen insbesondere im Bereich des Gebietes der Träger, der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Das Stiftungskapital der Jubiläumsstiftung beträgt 10 Millionen Euro. Dieses Kapital steht der Region dauerhaft zur Verfügung.

1984 errichtete die Sparkasse eine Stiftung anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums. Das anfängliche Stiftungskapital von 500.000 Deutsche Mark wurde aufgestockt und erreichte im Jahr 2011 ein Volumen von fünf Millionen Euro. Die Stiftung fördert unterschiedliche Projekte, teils einmalig, zum Teil auch im Rahmen von Langzeitprojekten. Ein Schwerpunkt ist der Bereich Jugendförderung, bei dem insbesondere Vereine und Schulen mit langfristig angelegten Projekten unterstützt werden.

Aus- und Weiterbildung Die Sparkasse Darmstadt und Dieburg zählt zu den größten Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern in der Region. Sowohl der ehemaligen Sparkasse Darmstadt als auch der ehemaligen Sparkasse Dieburg wurde vom TÜV Hessen das TÜV-Zertifikat „Premium-Ausbildung“ verliehen.

Kategorie:Unternehmen (Darmstadt) Kategorie:Sparkasse in Hessen Kategorie:Unternehmensgründung 2026