Octet (New York) 1995 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 24. November 1995 beim Tri-Centric (Thanksgiving 1995) Festival im Veranstaltungsort Knitting Factory, New York City, entstandenen Aufnahmen erschienen 1997 im Selbstverlag Braxton House.

Hintergrund Anthony Braxton, der hier Altsaxophon, Fis-Sopransaxophon, Sopransaxophon, B-Klarinette, Kontrabassklarinette und Flöte spielt, nahm seine „Composition No. 188“ mit Roland Dahinden (Tenor- und Altposaune), Andre Vida (Baritonsaxophon, Altsaxophon, B-Sopransaxophon, Tenorsaxophon, Ungarische Hirtenflöte), Brandon Evans (C-Sopransaxophon, Tenorsaxophon, Bassklarinette, Flöte, Holzflöte), Jason Kao Hwang (E-Violine), Ted Reichman (Akkordeon), Joe Fonda (Bass) und Kevin Norton (Schlagzeug, Vibraphon, Glockenspiel, Perkussion) auf. In ähnlicher Besetzung entstand das Album Sextet (Istanbul) 1996.

Titelliste Anthony Braxton: Octet (New York) 1995 (Braxton House BH 006) Composition No. 188 58:33 Die Komposition stammt von Anthony Braxton.

Rezeption Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic drei Sterne und schrieb, diese Oktett-Aufnahme von Anthony Braxtons „Composition 188“ sei ein eindeutiger Beweis dafür, wie sehr die Fähigkeit der Musikindustrie nachgelassen hat, einen Künstler – selbst einen von Braxtons Kaliber – zu fördern und über den reinen Gewinn hinauszublicken, um ihrer Funktion als Dokumentatoren der Kulturgeschichte gerecht zu werden. Diese CD sei ein Ärgernis, und zwar nicht wegen der Qualität der komponierten Musik oder gar wegen Braxtons Darbietung, die wie üblich hervorragend sei. Vielmehr sei es die Tatsache, dass er sie [in Eigenproduktion] aufnehmen musste – mit einer Gruppe von Musikern, die trotz ihrer individuellen Qualitäten der Aufgabe nicht gewachsen waren, ein so wundersames und schwieriges Werk wie dieses mit irgendeiner Art von Inspiration aufzuführen. Braxton würde hier offensichtlich mit seinen Studenten zusammenarbeiten, und das zeige sich im Aufnahmeergebnis. Die matschige Abmischung, die schlampigen räumlichen Beziehungen zwischen den Instrumenten und die offensichtlich große Anstrengung seitens einer Gruppe, deren gesamte kollektive Leistung zwar bewundernswert sei, aber den Herausforderungen von „Composition 188“ nicht gewachsen ist – einem fast einstündigen Stück voller kniffliger harmonischer Ideen und seltsamer, kaskadenartiger, sich wiederholender Notenmuster, die sich in merkwürdig abgegrenzten Intervallen klanglicher Ausgelassenheit von vorne nach hinten und dann von einer Seite zur anderen verschieben.

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Einzelnachweise

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