Peking falten ist eine Science-Fiction-Kurzgeschichte der chinesischen Schriftstellerin Hao Jingfang, zuerst veröffentlicht im Bulletin board system der Tsinghua-Universität im Dezember 2012. Hao Jingfang plante die Kurzgeschichte innerhalb eines Monats und schrieb sie dann innerhalb von drei Tagen. Die Kurzgeschichte erschien ebenfalls in der Anthologie Invisible Planets. Die Kurzgeschichte gewann den Hugo Award im Jahr 2016. Hao Jingfang wurde dadurch die erste damit ausgezeichnete Chinesin, wobei ein Jahr zuvor Liu Cixin für Die drei Sonnen der erste damit ausgezeichnete Chinese wurde.

Handlung In der Zukunft ist Beijing innerhalb der sechsten Ringstraße in drei Bereiche unterteilt, die sich auf einem rotierenden Gestell die Zeit an der Oberfläche und dadurch auch im Sonnenlicht teilen: Die obere Klasse mit 5 Millionen Menschen erhält 24 Stunden. Die mittlere Klasse mit 25 Millionen Menschen erhält 16 Stunden. Die untere Klasse mit 50 Millionen Menschen erhält 8 Stunden. Ist ein Bereich nicht an der Reihe, werden dort alle Menschen in Schlaf versetzt, womit sich die Ungleichheit auch auf die Lebenszeit auswirkt. Reisen zwischen den Bereichen werden zudem streng kontrolliert und illegale Einreise wird mit Gefängnis bestraft. Lao Dao, ein Müllentsorgungsfachmann der unteren Klasse, hat jedoch entdeckt, dass genau das durch das Müllentsorgungssystem möglich ist und nutzt es regelmäßig für einen zusätzlichen Verdienst, insbesondere für die Kindergartengebühren seiner Adoptivtochter Tangtang. Es wundert ihn schon länger, warum seine Möglichkeit der illegalen Reise der Stadt bisher komplett entging. Qin Tian, ein Student der mittleren Klasse, heuert Lao Dao an, einen Brief an seine Freundin Yi Yan der oberen Klasse weiterzuleiten. Lao Dao reist erst zu Qin Tian in die mittlere Klasse und dann zu Yi Yan in die obere Klasse. Dort stellt sich heraus, dass Yi Yan verlobt ist. Sie bietet ihm noch mehr Geld an, dies zu verschweigen. Bei der Rückkehr wird Lao Dao durch fehlende Identifikation als illegaler Einreisender erkannt und stellt sich lebhaft vor, von der Maschine des rotierenden Gestells nun zerquetscht zu werden. Jedoch lässt ihn der Polizist, selbst in der unteren Klasse geboren, wieder laufen. Kurz vor der Rückkehr in die mittlere Klasse beobachtet Lao Dao noch, wie die obere Klasse mit Robotern über ein vollautomatisiertes Müllentsorgungssystem verfügt. Dadurch wird klar, dass seine ganze Arbeit vollkommen sinnlos ist und nur dazu dient, die untere Klasse beschäftigt zu halten. Nach Ablieferung des Antwortbriefes von Yi Yan an Qin Tian und der Rückkehr in die untere Klasse zu Tangtang mit seinem Geld hat sich dort in seiner Abwesenheit der Müll gestapelt. Lao Dao kapituliert seiner Lage und macht sich an die Arbeit.

Verfilmung Im April 2017 kündigte Hao Jingfang an, dass eine Verfilmung unter dem Titel Folding City in Arbeit sei, produziert von Wanda Media und unter der Regie von Josh Kim. Im Jahr 2026 ist der Film weiterhin in Entwicklung.

Kritik Auf sffremembrance.com heißt es, die Kurzgeschichte verfolge eine robust humanistische Handlung und eine gut schwimmende Zentralidee („a robust human interest plot that’s buoyed by an admittedly pretty neat idea“), welche den Zentralkoflikt der Kurzgeschichte effektiv unterstreicht („illustrates the story’s central conceit effectively“).

Weblinks

Folding Beijing (ganzer Text, englisch) I Want to Write A History of Inequality, Erläuterungen von Hao Jingfang

Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Chinesisch)