Carlo, Keep Swingin’ (Untertitel: A Jazz Experience) ist ein deutscher Dokumentarfilm der Regisseurin Elizabeth Ok aus dem Jahr 2015. Das filmische Lebensporträt befasst sich mit dem Wirken des deutschen Jazz-Trompeters, Musikpädagogen und Gastronomen Carlo Bohländer (1919–2004) sowie der Entstehung der Jazz-Szene im Frankfurt am Main der Nachkriegszeit.
Inhalt Der Film zeichnet das Leben des Frankfurter Jazz-Pioniers Carlo Bohländer nach, der nach dem Zweiten Weltkrieg das zerstörte Frankfurt zu einer europäischen Jazz-Metropole machte. Im Zentrum steht die Gründung des legendären „Domicile du Jazz“ im Jahr 1952, dem heutigen Jazzkeller Frankfurt.
Durch Archivmaterial, bis dato unveröffentlichte Tonaufnahmen und Interviews mit Weggefährten wie Albert Mangelsdorff, Emil Mangelsdorff, Bill Ramsey, Jutta Hipp und dem Konzertveranstalter Fritz Rau dokumentiert der Film, wie der Jazzkeller zu einem internationalen Treffpunkt für Jazz-Größen wie Dizzy Gillespie, Duke Ellington, Ella Fitzgerald und Louis Armstrong wurde. Zudem wird die gesellschaftliche Bedeutung des Jazz als Symbol für Freiheit, jugendlichen Protest und als Kontrapunkt zur nationalsozialistischen Kulturpolitik beleuchtet.
Produktionshintergrund Die Regisseurin und Produzentin Elizabeth Ok entdeckte den Filmstoff durch einen Zufall, als sie 2008 in eine Wohnung am Frankfurter Mainkai zog und im Keller den privaten Nachlass von Carlo Bohländer fand. Gemeinsam mit Bohländers Witwe Anita Honis Bohländer sichtete sie über mehrere Jahre hinweg das historische Material und führte Interviews mit verbliebenen Zeitzeugen durch.
Veröffentlichung Der Film feierte seine Uraufführung im März 2015 auf dem 8. Lichter Filmfest Frankfurt. Der reguläre Kinostart in Deutschland sowie die Veröffentlichung auf DVD und Video-on-Demand erfolgten am 9. Dezember 2016 im Verleih von W-film.
Rezeption und Auszeichnungen Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh dem Dokumentarfilm das Prädikat „besonders wertvoll“. In der Jurybegründung wurde hervorgehoben, dass das Werk eine „wertvolle zeithistorische Dokumentation“ darstelle, die sich im Verlauf zu einem „eindrucksvollen und perfekt erzählten Einzelporträt eines Mannes [entwickelt], der für die Musik gelebt hat“.
Auf dem Lichter Filmfest Frankfurt 2015 gewann die Produktion den Binding-Publikumspreis. Bereits 2014 war der Film für den Hessischen Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert. Liste aller Auszeichnungen 2015: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), Prädikat besonders wertvoll 2015: Lichter Filmfest Frankfurt, DE, Gewinner Binding Publikumspreis 2014: Hessischer Film- und Kinopreis, DE, Nominierung Bester Dokumentarfilm
Weblinks
Offizielle Seite zum Film beim W-film Verleih Offizieller Trailer bei YouTube
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Jazzfilm Kategorie:Filmtitel 2015 Kategorie:Kultur (Frankfurt am Main)