Sebastian Sobota (* 1985 in Wiesbaden) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Kriminologe. Er ist seit 2025 stellvertretender Direktor der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ) in Wiesbaden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Sanktionsrecht, im Drogenstrafrecht sowie in der Kriminologie.
Werdegang Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz von 2005 bis 2010 war Sobota als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht von Volker Erb sowie als freier Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafvollzug und Strafrecht von Michael Bock tätig. 2014 wurde er mit einer Dissertation im Sanktionenrecht promoviert, die mit dem Förderpreis der Peregrinus-Stiftung ausgezeichnet wurde. Nach der Zweiten Staatsprüfung war er Akademischer Rat auf Zeit am Lehrstuhl von Volker Erb. Im Wintersemester 2022/23 vertrat er die Professur für Kriminologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit Januar 2025 ist Sobota stellvertretender Direktor der Kriminologischen Zentralstelle. Daneben ist er als Rechtsanwalt zugelassen.
Forschung und Publikationen Sobota forscht zu Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie. Im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland war er als Sachverständiger am Gesetzgebungsverfahren beteiligt und verfasste zahlreiche Beiträge zum Cannabisgesetz. 2026 erschien der von ihm mitherausgegebene Kommentar Cannabisrecht – KCanG, MedCanG im Verlag C. H. Beck, in dem er insbesondere die strafrechtlichen Vorschriften kommentiert.
Ein gemeinsam mit zwei Naturwissenschaftlern veröffentlichter Aufsatz, der auf einen Interpunktionsfehler im Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz und eine dadurch bewirkte versehentliche Re-Legalisierung von LSD-Derivaten hinwies, fand 2023 ein breites Medienecho. In der Folge wurde die Anlage zum NpSG korrigiert.Vierte Verordnung zur Änderung der Anlage des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes, BR-Drs. 96/23 vom 2. März 2023, BGBl. 2023 I Nr. 69.
An der Kriminologischen Zentralstelle leitet Sobota empirische Forschungsprojekte, etwa zur Vollstreckung lebenslanger Freiheitsstrafen und zur praktischen Anwendung des Terrorismusstrafrechts im Rahmen des Forschungsverbunds MOTRA.;
Als Experte wird er regelmäßig in überregionalen Medien zu strafrechtlichen und kriminologischen Themen zitiert.
Schriften (Auswahl) Die Nebenfolge im System strafrechtlicher Sanktionen (= Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge. Band 263). Duncker & Humblot, Berlin 2015, ISBN 978-3-428-14620-8 (zugleich Dissertation, Universität Mainz 2014). mit Tobias Wipplinger: Die strafrechtliche Revision im Assessorexamen (= Jura kompakt). C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69452-3; 3. Auflage 2026, ISBN 978-3-406-83973-3. mit Annika Klose und Lukas Mirko Reinold: Interpunktionsfehler im NpSG: Re-Legalisierung statt Pönalisierung. In: Strafverteidiger. 2023, S. 282–285. Das Cannabisgesetz als Zeitenwende im Drogenrecht. In: Neue Juristische Wochenschrift. 2024, S. 1217–1221. mit Zilan Akgül, Laura Biedermann und Axel Dessecker: Die Vollstreckung lebenslanger Freiheitsstrafen. Dauer und Gründe der Beendigung im Jahr 2024 (= BM-Online. Band 43). Kriminologische Zentralstelle, Wiesbaden 2026, ISBN 978-3-945037-62-1 (PDF). als Herausgeber mit Marcus Geschwandtner und Angela Graf: Cannabisrecht – KCanG, MedCanG. C. H. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-82139-4.
Weblinks
Profil bei der Kriminologischen Zentralstelle
Einzelnachweise
Kategorie:Strafrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Kriminologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Mann