Filippo Cappellano (geboren 4. Juni 1963 in Florenz; gestorben 12. Juli 2026 in Rom) war ein italienischer Brigadegeneral und Militärhistoriker.

Werdegang Cappellano besuchte ab 1983 den Offizierslehrgang an der Accademia Militare in Modena. Nach weiteren Lehrgängen an der Scuola di Applicazione in Turin und einem Jahr an der Kriegsschule (Generalstabsakademie des Heeres) in Civitavecchia wurde er zur Panzertruppe des V. Armeekorps im Friaul abgestellt. Nach acht Jahren im aktiven Dienst im Friaul kommandierte er ein Bataillon in der Hauptstadt Rom.

Zu Beginn der 2000 Jahre wurde er zum Direktor des Archivs des Militärhistorischen Amts des Heeres ernannt. Später wurde er Leiter dieses Amts und blieb es bis zu seiner Pensionierung 2026. Mit seiner Pensionierung wurde er zum Brigadegeneral befördert.

Filippo Cappellano besaß eine Laurea in Politikwissenschaften und Strategische Studien. Zudem promovierte er in Geschichtswissenschaften an der Universität La Sapienza.

Cappellano war einer der führenden italienischen Militärhistoriker sowie Experte für Rüstung, taktische Doktrinen und militärische Ordnungen. Seine vielseitige Ausbildung ermöglichte es ihm, sich mit der italienischen Militärgeschichte auseinanderzusetzen und die verschiedenen Entwicklungsaspekte der italienischen Armee mit fachlicher Kompetenz und Analysefähigkeit zu untersuchen. Dank seiner strikten Objektivität gelang es ihm ohne Vorurteile, sich selbst mit den heikelsten Themen der italienischen Militärgeschichte auseinanderzusetzen. Seine Uniform hat ihn nie daran gehindert, sich mit Kritik in militärhistorischen und -technischen Fragen zurückzuhalten. Zugleich zeigte er sich offen gegenüber Verbesserungsvorschlägen und Kritik in Bezug auf seine eigene umfangreiche Publikationstätigkeit.

Er verstarb nach kurzer schwerer Krankheit wenige Monate nach seiner Pensionierung. Bis zuletzt arbeitete er an verschiedenen militärhistorischen Arbeiten, wie den standrechtlichen Todesurteilen im Königlich-Italienischen Heer während des Ersten Weltkrieges.

Schriften (Auswahl) L’Imperial regio Esercito austro-ungarico sul fronte italiano 1915–1918. Dai documenti del servizio informazioni dell’Esercito italiano. Museo Storico Italiano della Guerra – Stato Maggiore dell’Esercito, Ufficio storico, Rovereto–Rom 2002. mit Nicola Pignato: Gli autoveicoli da combattimento dell’esercito italiano. (4 Bände) Stato Maggiore dell’Esercito, Ufficio storico SME, Rom 2002–2010. mit Salvatore Orlando: L’esercito italiano dall’armistizio alla guerra di liberazione: 8 settembre 1943–25 aprile 1945. Stato Maggiore dell’Esercito, Ufficio storico, Rom 2005, ISBN 88-87940-61-4. mit Nicola Pignato: Gli autoveicoli tattici e logistici del R. Esercito italiano fino al 1943. (2 Bände) Stato Maggiore dell’Esercito, Ufficio storico, Rom 2005. Storia dello Stato Maggiore dell’Esercito, Dalle origini al 1914. Stato Maggiore dell’Esercito, Ufficio storico, Rom 2022, ISBN 978-88-96260-96-8. Storia dello Stato Maggiore dell’Esercito. La Grande Guerra. Stato Maggiore dell’Esercito, Ufficio storico, Rom 2024, ISBN 978-88-96260-80-7. Morto senza onore. I fucilati nella Grande Guerra. (2 Bände). Viella, Rom 2026, ISBN 979-12-5701-225-0.

Weblinks

Veröffentlichungen von Filippo Cappellano im OPAC des Servizio Bibliotecario Nazionale (SBN) Normeintrag im OPAC des SBN

Einzelnachweise

Kategorie:Brigadegeneral (Italien) Kategorie:Militärhistoriker Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann