Johannes Hoppe (* 30. April 1907 in Kriewen; † 20. April 1987 in Jena) war ein deutscher Astronom und Astronomiehistoriker.
Leben Johannes Hoppe studierte Physik und Astronomie in Jena und promovierte 1936 an der Friedrich-Schiller-Universität bei Heinrich Siedentopf „Über die physikalischen Vorgänge beim Eindringen meteoritischer Körper in die Erdatmosphäre“. Die Arbeit diskutierte die Wechselwirkungen von Reibung, Erwärmung und Leuchten beim Eintritt von Meteoren in die Erdatmosphäre. Im Zweiten Weltkrieg war Hoppe Assistent an der Universitätssternwarte sowie Meteorologe der Luftwaffe. Eine Entlassung wegen NSDAP-Mitgliedschaft wurde nach Aufnahme in die neugegründete CDU (Ost) wieder aufgehoben. Von Oktober 1946 bis 1952 hatte er einen Aufenthalt auf der russischen Insel Gorodomlia nahe Moskau mit Helmut Gröttrup, Werner Albring, Erich Apel u. a. zur Weiterentwicklung des Peenemünder Aggregats A4. Nach seiner Rückkehr trat er nicht wieder in die CDU ein. 1954 erhielt er eine Dozentur an der Universitätssternwarte und habilitierte sich mit der Arbeit „Untersuchung zur physikalischen Theorie der Sternschnuppen“. Bei reger Vorlesungstätigkeit zur klassischen Astronomie wurde er 1959 zum außerordentlichen Professor mit Lehrauftrag berufen. Seit dieser Zeit verfasste er nur noch gelegentliche, vorwiegend populärwissenschaftliche Publikationen. Von 1962 bis zur Ablösung 1966 durch Hans-Jürgen Treder arbeitete Hoppe als Direktor der Sternwarte der Akademie der Wissenschaften in Potsdam-Babelsberg. Danach war er Direktor am Heinrich-Hertz-Institut in Adlershof mit Dienstsitz Jena und bis 1973 Chefredakteur der Zeitschrift „Astronomie und Raumfahrt“ sowie bis 1978 Präsident der Deutschen Astronautischen GesellschaftS. Marx: Nachruf Johannes Hoppe, Astronomie und Raumfahrt 25, 5 (1987). Erst in dieser Zeit trat Hoppe in die SED einHarry Waibel: Ein fruchtbarer Schoß - Wissenschaftler in der DDR die bis 1945 Mitglieder in Nazi-Organisationen waren - Personenlexikon, Rediroma-Verlag 2024, S. 216.
Nach Johannes Hoppe ist der 1981 in Tautenburg entdeckte Kleinplanet (3499) Hoppe benannt.
Werke (Auswahl) Die physikalischen Vorgänge beim Eindringen meteoritischer Körper in die Erdatmosphäre. Astronomische Nachrichten 262, 169 (1937) Planeten, Sterne, Nebel; Astronomie für Jedermann. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1961 Prof. Dr. Cuno Hoffmeister zum 70. Geburtstag. Die Sterne 38, 120 (1962) Johannes Kepler. BSB Teubner, Leipzig 1975
Literatur Reinhard Buthmann: Konfliktfall „Kosmos“. Die politische Geschichte einer Jugendarbeitsgruppe in der DDR, Köln 2012 Werner Albring: Gorodomlia – Deutsche Raketenforscher in Russland, Luchterhand Literaturverlag, Hamburg 1991
Einzelnachweise
Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert) Kategorie:Astronomiehistoriker Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann