27/7 ist eine Anime-Fernsehserie, die als Teil des gleichnamigen Medienprojektes produziert wurde. Das Konzept des Projektes geht auf den Produzenten Yasushi Akimoto zurück, der in Japan durch seine produzierten Gruppen wie AKB48 oder Onyanko Club Bekanntheit erlangte.
Die Serie ist in das Genre Idol zu verorten und stellt die acht- später elfköpfige Girlgroup 22/7 in den Fokus der Handlung. Die Serie startete am 12. Januar 2020 im japanischen Fernsehen und endete zunächst am 28. März gleichen Jahres mit Ausstrahlung der zwölften Episode, ehe noch im September eine Spezialfolge ausgestrahlt wurde.
Bereits zwei Jahre vor der Ausstrahlung der Fernsehserie wurden acht einminütige Videoclips produziert, die online veröffentlicht wurden.
Handlung Die Oberschülerinnen Miyako Kōno, Nicole Saitō, Reika Satō, Miu Takigawa, Ayaka Tachikawa, Jun Toda, Sakura Fujima und Akane Maruyama erhalten eine mysteriös wirkende Einladung der Talentagentur G.I. Productions. Bei ihrer ersten Zusammenkunft wurde den Mädchen erklärt, dass sie fortan die Idol-Gruppe 22/7 bilden und Aufträge erfüllen müssen, die von einer geheimnisvollen Gestalt namens „The Wall“ erteilt werden.
Produktion Yasushi Akimoto startete in Zusammenarbeit mit den Medienunternehmen Aniplex und Sony Music Records im Oktober 2016 ein Bewerbungsverfahren um Mitglieder für eine fiktive Idol-Gruppe zu finden. Bewerben konnten sich Frauen und junge Mädchen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Bewerbungen eingereicht. Das Auswahlverfahren wurde im Dezember gleichen Jahres beendet und die ausgewählten Bewerberinnen im Mai 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die elf erfolgreichen Teilnehmerinnen verkörpern einen fiktiven Charakter und treten in der Realität zudem als Idol-Gruppe auf. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Mitglieder hatten lediglich acht einen fiktiven Charakter zugeteilt bekommen. Die übrigen drei Mitglieder erhielten ihren zu verkörpernden Charakter im September 2018.
Im Jahr 2018 wurden acht einminütige Videoclips im Studio CloverWorks unter der Regie von Shin Wakabayashi produziert und als ONA auf dem YouTube-Kanal des Projektes veröffentlicht. Eine neunte Kurzepisode folgte im September 2025.
Die Produktion einer Anime-Fernsehserie wurde am 22. Juli 2019 angekündigt. Diese entstand unter der Regie von Takao Abo im Animationsstudio A-1 Pictures. Für das Drehbuch zeichneten sich Chiaki Nagai und Reiji Miyajima verantwortlich, während Majiro das Charakterdesign entwarf und als Animationsregisseur fungierte. Die Vorspannsequenz ist mit dem Lied Muzui () der titelgebenden Idol-Gruppe unterlegt, während im Abspann der Fernsehversion unter anderem das Stück Sora no Emerald () zu hören ist. Darüber hinaus erhielten neun der insgesamt zwölf ursprünglichen Folgen ein eigenes Abspannlied, welches von jeweils von einem Mitglied der Idol-Gruppe in ihrer Charakterrolle interpretiert wurde. Diese sind unter anderem auf der japanischen Heimvideo-Veröffentlichung als Zusatzmaterial zu finden.
Noch vor der Fernsehpremiere der Animeserie wurde angekündigt, dass sich der Anime um eine dreizehnte Folge erweitert werde.
Ausstrahlung Die Animeserie feierte am 11. Januar 2020 Premiere im japanischen Fernsehen und endete zunächst nach der Ausstrahlung der zwölften Folge am 28. März gleichen Jahres, ehe am 16. September eine zusätzliche dreizehnte Folge im Fernsehen gezeigt wurde.
Im englischen Raum wurde die Serie von Aniplex of America im Stream gezeigt. Zusätzlich war der Anime auf Funimation sowie auf Crunchyroll abrufbar. Im deutschsprachigen Raum wurde die Animeserie auf Wakanim im Simulcast mit deutschen Untertiteln gezeigt. Später kündigte der Streamingdienst an, auch die OVA-Episode im Originalton mit deutscher Untertitelung anzubieten.
Der Streaminganbieter Crunchyroll kündigte im April 2023 an die Idol-Serie in Indien zu abrufbar zu machen.
Synchronisation Rolle Japanische Stimme (Seiyū) Sakura Fujima Sally Amaki Reika Saitō Chiharu Hokaze Miu Takigawa Nagomi Saijō Miyako Kōno Mizuha Kuraoka Jun Toda Ruri Umino Nicole Saitō Uta Kawase Akane Maruyama Kanae Shirosawa Mikami Kamiki Moe Suzuhana Urara Takatsuji Yūki Tōjō Aina Takeda Tsubomi Hiiragi
Besprechungen Die Animeserie wurde gemischt wahrgenommen. Chiaka Mitama besprach die Pilotfolge der Serie für Anime Feminist und schrieb, dass diese Episode versuche den Zuschauern zu erzählen, das die „Idol-Industrie voller Scheiße“ und Erwachsene Lügner seien, während die Gründung der Idol-Gruppe selbst, die Aufträge von einer geheimnisvollen Gestalten namens „The Wall“ erhält, verehrt wird. Mitama bezeichnete es als kultisch, dass die Geschichte der fiktiven Idol-Gruppe aus der Animeserie sich von der real existierenden Girlgroup unterscheide. Dies impliziere so Mitama, dass die Idol-Industrie nicht töricht und die Welt der Erwachsenen „kein allgemeines Netz aus Lügen“ ist. Mitama schrieb in einer Besprechung für die Idol-Animeserie Kizuna no Allele, dass der geheimnisvolle Charakter „The Wall“ das Werk von anderen Genrevertretern abheben lasse. Vrai Kaiser schrieb, ebenfalls für Anime Feminist, dass sich der Anime von Serien wie Action Heroine Cheer Fruits und Zombie Land Saga in ihrer Bereitschaft einen „noch tieferen Fall“ zu riskieren unterscheide. Den Charakter „The Wall“ wirkte laut Kaiser zunächst so, als wäre dieser aus einem Horrorfilm entsprungen. Dessen Wandlung zu einem schrulligen Maskottchen-Charakter bezeichnete Kaiser als „beunruhigend“. Kaiser zeigte sich überdies verwundert, ob die Serie irgendetwas mit den „Class-S-artigen Interaktionen“ zwischen Miu und Sakura vor haben oder nicht.
Die Redakteure des Anime-Newsportals Anime News Network, die den Titel in der Kolumne The Winter Anime 2020 Preview Guide besprachen, zeigten ebenfalls gemischte Reaktionen. Während Theron Martin 22/7 als typische Idol-Animeserie, der ab und an etwas schwerere Themen anspreche und aufgrund der Tatsache, das in vorherigen Saison Carole & Tuesday gezeigt wurde, bei der Zuschauerschaft untergehen werden, lobte Nick Creamer in seiner Rezension die „authentische, fesselnde Performance“ von Nagomi Saijō als Miu Takigawa, die Charakterentwicklung rund ihr, die Dialoge und ihre Charaktermomente. Creamer kritisierte allerdings, dass die anderen Charaktere der Gruppe in archetypische Rollen zu fallen scheinen. James Beckett lobte die Präsenz von Sally Amaki in der Anime-Produktion und bezeichnete 22/7 als einer der besseren Idol-Serien der jüngeren Vergangenheit. Auch wenn der Anime nicht wie Revue Starlight war, hatte die Animeserie ein „bemerkenswertes Maß an Melancholie und Selbstreflexion.“ Zudem lobte Beckett die Charakteristika der einzelnen Mitglieder der fiktiven Idol-Gruppe. Rebecca Silverman war im Bezug auf die Pilotepisode kritischer. Sie schrieb, dass die Serie durch die Existenz des Charakters „The Wall“ etwas düsterer als durchschnittliche Vertreter des Idol-Animegenres daherkomme. Sie glaube, dass dieser Charakter geschrieben wurde, um die Protagonistinnen durch kleine, freundliche Handlungen dahingehend zu unterstützen, Selbstvertrauen aufzubauen. Trotz ihrer Kritik befand Silverman, dass die Pilotfolge durchaus ansehbar ist.
Beckett zeigte sich in seinen späteren Besprechungen der letzten drei Episoden der Fernsehserie kritischer. Er beschrieb den Anime zwar als unterhaltsam, entwickelte sich aber im weiteren Verlauf der Geschehnisse über weite Strecken in ein „oberflächliches Idol-Drama“, in der die Freundschaft zwischen den Charakteren jenseits der Animeserie liege und diese als „ein Werbemittel für eine bereits berühmte Idol-Gruppe“ wirke.
Nominierungen 22/7 wurde bei den siebten Anime Trending Awards, die 2021 verliehen wurden, in der Kategorie Best Music Anime of the Year nominiert und von den Nutzern der Anime-Nachrichtenseite auf Platz vier von fünf gewählt.
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Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Anime-Fernsehserie Kategorie:Original Video Animation Kategorie:Web-Anime Kategorie:Musik-Fernsehserie Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre