Stankowo, auch: Stańkowo () war ein Ort im Gebiet der heutigen Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. mini|Reste der Erinnerung an Steenkenwalde
Geographische Lage Die Ortsstelle von Stankowo resp. Steenkenwalde befindet sich am Ostufer des Jezioro Ruda Wola () auf einer in den See hineinragenden Halbinsel. Bis zur Stadt Morąg sind es zehn Kilometer in nordöstlicher Richtung, und die Kreismetropole Ostróda liegt südöstlich 20 Kilometer entfernt. mini|links|Steenkenwalde auf einer Karte von 1910
Geschichte In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das Areal auf der Halbinsel als unbenanntes Wald- und Ufergrundstück zum Gebiet des Rittergut Venedien im ostpreußischen Kreis Mohrungen.Dietrich Lange: Steenkenwalde, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Steenkenwalde, Stańkowo„Jüdische Ecke“ – Steenkenwalde.Wahre Geschichte (polnisch) Aufgrund einer offiziellen Verfügung der Regierung in Königsberg wurde am 4. Dezember 1852 eine Siedlung in den Grenzen des Gutes Venedien als Treidelstation eingerichtet, die den offiziellen Namen „Steenkenwalde“ erhielt. Hier wurde ein Dorfkrug erbaut, der als Wohnplatz zu Venedien galt. Eine Kahnfähre zum Westufer des Röthloff-Sees schuf die Infrastruktur für die Treidelschifffahrt auf dem in dieser Zeit erbauten Oberländischen Kanal (), der für einen erheblichen Wirtschaftsaufschwung sorgte. mini|150px|Georg Steenke (1801–1884) Der Ortsname Steenkenwalde wurde zu Ehren des Konstrukteurs und Erbauers des Oberländischen Kanals Georg Steenke gewählt.Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen: Steenke, Georg Jakob Der Name wurde auch auf das gesamte Gebiet der Halbinsel ausgeweitet.Informationszentrum Ostpreußen: Gut Venedien und Gutshaus
Der Schiffsverkehr auf dem Kanal erlitt durch den Ausbau der Eisenbahn erhebliche Einbußen, auch die Steenkenwalder Gasthaussiedlung mit ihren – im Jahre 1910 gezählten – sieben EinwohnernMeyers Gazetteer: Venedien musste schließen. Die Halbinsel wurde in den Jahren 1910 bis 1914 gezielt aufgeforstet, denn auch die Motorisierung der Schifffahrt hatte dazu geführt, dass kaum noch Arbeit für das Schleppen der Schiffe bestand.
Bereits vor 1945 wurde Steenkenwalde als Siedlungsplatz aufgegeben. Als in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen fiel, erhielt die Ortsstelle Stenkenwaldes die offizielle Namensform „Stankowo“ (auch „Stańkowo“ geschrieben), wird aber jetzt immer noch als unbewohnter Weiler in der Gmina Morąg im Powiat Ostródzki der Woiwodschaft Ermland-Masuren geführt.
In den ersten Nachkriegsjahren wurde von einem Mord an der Familie eines jüdischen Gastwirts berichtet. So wird das Areal von den heutigen Einwohnern auch „Żydowski Kąt“ (= „Jüdische Ecke“) genannt.
Religion Kirchelich war Steenkenwalde in den Sprengel Venedien der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Sonnenborn-Venedien in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei St. Joseph in Mohrungen eingegliedert.
Verkehr Nach Steenkenwalde führte vor 1945 von Venedien aus ein Verbindungsweg, der heute kaum noch erkennbar ist, denn bis auf ganz wenige Reste ist von der Ortsstelle nichts mehr zu sehen. Bis 1945 waren Kuhdiebs und Sonnenborn die nächsten Bahnstationen. Sie lagen an der heute nicht mehr existierenden Bahnstrecke Osterode–Liebemühl–Mohrungen–Liebstadt–Wormditt.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Morąg Kategorie:Wüstung in Polen
pl:Stankowo (powiat ostródzki)