mini|Das Melanchthondenkmal in Wittenberg Das Melanchthondenkmal auf dem Markt in Wittenberg erinnert an den deutschen Reformator Philipp Melanchthon. Das neogotische Standbild wurde 1865 im Auftrag von Wilhelm I. nach einem Entwurf von Friedrich Drake errichtet.
Geschichte Seit 1821 beherrschte den Platz vor dem Alten Rathaus das Lutherdenkmal von Johann Gottfried Schadow. Als in den 1850er Jahren der 300. Todestag Melanchthons in den Blick rückte, entstand der Plan, dem Lutherdenkmal eine Statue des Mitreformators und „Lehrers Deutschlands“ Melanchthon zur Seite zu stellen, der von 1518 bis 1560 den Lehrstuhl für Griechisch an der jungen Wittenberger Universität innehatte.
Friedrich Drake vollendete seinen Entwurf 1855. Die Ädikula in Entsprechung zum Schinkelschen Baldachin am Lutherdenkmal schuf Johann Heinrich Strack. Am 19. April 1860, Melanchthons 300. Todestag, legte der damalige preußische Prinzregent und spätere König und Kaiser Wilhelm den Grundstein des Denkmals, woran die Widmungsinschrift auf der Rückseite erinnert. Die feierliche Einweihung des fertiggestellten Denkmals erfolgte 1865.
Wiederholt wurde das Denkmal bzw. das Zierdach restauriert, darunter 1967, 1998, 2010–2013 und 2024.Online-Ausgabe Dehio. Abgerufen am 1. August 2026. Das Standbild steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 35948 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.
Beschreibung Der Aufbau des Monuments folgt dem des vierzig Jahre älteren Lutherdenkmals: Auf einem vierstufigen Treppenpodest erhebt sich das quadratische Postament mit polygon ausgefalteten Ecken und Inschriftflächen. Auf ihm steht die überlebensgroßeMelanchthon war nur etwa 1,50 m groß (Universität Halle). Bronzestatue Melanchthons im weitärmeligen, pelzverbrämten Professorentalar. Die linke Hand liegt auf der Brust, die rechte hält im Übergabe-Gestus ein Schriftstück. Es ist die von Melanchthon 1530 für den Augsburger Reichstag verfasste, für die Verlesung vor dem Kaiser bestimmte grundlegende lutherische Bekenntnisschrift, die Confessio Augustana. Melanchthons Gestalt ist aufrecht, Kopf und Blick gerade, der Gesichtsausdruck von heiterer Gewissheit.
Die Ädikula ist wie ihr Gegenstück reich mit neugotischen Zierelementen gestaltet, mit einem viergiebligen Dach bekrönt und von vier langen Fialen überragt. Die Metallkonstruktion ruht auf Säulen, zwischen denen sich Inschriften am Postament befinden: Vorderseite: „Ich rede von Deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht. Psalm 119.46.“ () Westseite: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens. Ephes. 4.3“ () Ostseite: „Quum animos ad fontes contulerimus Christum sapere incipiemus – Melanchthon“ („Wenn wir den Geist auf die Quellen ausrichten, werden wir anfangen, Christus zu erkennen“, ein Satz aus Melanchthons Wittenberger Antrittsvorlesung 1518, der das reformatorische mit dem humanistischen Anliegen verbindet) Rückseite: „Dem Lehrer Deutschlands die evangelische Kirche. – König Wilhelm legte den Grundstein als Prinz-Regent den 19. April 1860.“
Literatur Dehio-Vereinigung (Hrsg.): Georg Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Deutscher Kunstverlag, Berlin 1999, ISBN 978-3-422-03065-7.
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Einzelnachweise
Melanchthondenkmal Melanchthondenkmal Kategorie:Denkmal nach Person (Christentum) Kategorie:Philipp Melanchthon als Namensgeber Kategorie:Erbaut 1865