Annerose Schulze (* 26. August 1947 in Walthersdorf) ist eine deutsche Textilkünstlerin.

Leben und Werk Annerose Schulze absolvierte von 1964 bis 1967 eine Lehre als Gebrauchswerberin. Danach machte sie ein Praktikum an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg, wo sie dann von 1967 bis 1970 in der Fachrichtung Teppichgestaltung studierte. Von 1970 bis 1975 arbeitete sie als Fachmethodikerin am Bezirkskabinett für Kulturarbeit Dresden. In dieser Funktion förderte sie unter anderem gezielt das volkskünstlerische Textilschaffen. Seit 1975 ist sie freischaffend als Textilgestalterin in Dresden und jetzt in Radebeul tätig.

Im Jahr 1979 gründete sie die volkskünstlerische Gruppe Textilkunst Dresden, die sie bis 1989 leitete. Sie beteiligte sich neben anderem 1979 an den I. Schneeberger Werkstatt-Tagen für Textilgestaltung der DDR und 1981 am 8. Internationalen Pleinair für Textil in Kowary.

Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete sie medienübergreifend mit Musikern und Tänzern zusammen.

Annerose Schulze war von 1975 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Sie hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, so 1981, 1985 und 1988 an der Internationalen Textil-Triennale Łódź, von 1980 bis 1988 vier Mal an der Internationalen Mini-Textilien-Biennale Szombathely, 1983 in Göttingen an Kunsthandwerk aus der DDR. Textilgestaltung – Holzgestaltung, 1983/1984 in Hannover und Tilburg an der Ausstellung Minitextil, 1986 an der Miniaturtextilausstellung in Luxembourg, 1987 an der 2. Internationalen Triennale Straßbourg und 1982/1983 und 1987/1988 an der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Im Dezember 1989 gehörte sie zu den Gründerinnen der Dresdner Sezession 89, der sie weiter angehört. Sie nahm an Ausstellungen der Sezession teil.

Annerose Schulze schuf Assemblagen, Collagen, Applikationen, Materialmontagen, Objekte und Installationen und seit 1979 komplexe architekturgebundene Werke. Für ihre Arbeit benutzt sie neben textilen Materialien auch Papier und andere Stoffe. Dabei befasste sie sich „seit den 1970er Jahren intensiv mit Genese und Konventionen sprachlicher, mathematischer und musikalischer Zeichen. So entsteht 1995 ihre Werkgruppe de-komm-post. In Collagen arrangiert sie Buchstaben und Zahlen auf papiernen Büttenfonds.“

Seit den 1980er Jahren fertigte sie Entwürfe für die im Jahre 2000 geschlossene Paramentenwerkstatt der Diakonissenanstalt Dresden und stand dieser beratend zur Seite.

Von 1997 bis 2000 hatte Annerose Schulze einen Lehrauftrag für Textilkunst/Textildesign an der Fakultät Angewandte Kunst in Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Annerose Schulze ist mit dem Holzbildhauer Fritz-Peter Schulze (* 1936) verheiratet, den sie während des Studiums in Schneeberg kennengelernt hatte.

Werkbeispiele

Dekorative Form (1979; Kokos, Schlingtechnik, Höhe etwa 280 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 2/1980, S. 72 Zeitzeichen (1982; Serie von Miniaturtextilien)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 1/1983, S. 43

2 Klavierminiaturen, zu Georg Katzer (1985; Applikation mit Kleidermarken, 20 × 18 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR) Stabat mater / zu Penderecki (1989; Applikation/Stickerei; 30 × 40 cm)Abbildung in Textilforum, Hannover, 2/91, S. 46

Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)

1990: Dresden, Galerie Comenius (Verkaufsausstellung; mit Heidemarie Dreßel, Gabriele Putz, Armgard Stenzel und Monika Winkler) 2013: Bitterfeld, Galerie am Ratswall (mit Fritz-Peter Schulze) 2013: Radebeul, Stadtgalerie („paperwork“) 2025: Radebeul, Bergverwalterhaus der Hoflößnitz („Wegzeichen“; Collagen und Assemblagen)Katharina-Arlt-Worte-zur-Vernissage-A.-Schulze-Hofloessnitz-2025.pdf

Literatur

Irmgard Rapp: Dresdner Textilgestalterinnen. In: Textilforum, Hannover, 2/91, S. 43–46

Weblinks pulz.de/galerie - Annerose Schulze

Einzelnachweise

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