Richard Schlenz (* 20. Januar 1939 in Leipzig; † 27. August 1967 bei Markthof, Österreich) war ein Todesopfer an der tschechoslowakisch-österreichischen Grenze.

Leben

Der Stahlgussformer Schlenz arbeitete zuletzt als Kraftfahrer bei der Stadtreinigung Leipzig. Im August 1967 fuhr er mit drei Freunden in die Tschechoslowakei, um über die Grenze nach Österreich zu gelangen. Das Ziel seiner Flucht war die Beschaffung einer unbedingt benötigten künstlichen Herzklappe für seine herzkranke Frau.

Beim westlich der Stadt Bratislava gelegenen Stadtteil Devín versuchten sie, die March zu überqueren, die dort die Grenze bildet. Sie kletterten auf das Dach ihres Autos, überwanden den Signalzaun und sprangen nach der Durchquerung des Grenzstreifens in die March. Tschechoslowakische Grenzsoldaten eröffneten das Feuer auf sie. Während seine Begleiter unverletzt ihr Ziel erreichten, wurde Schlenz bereits auf österreichischem Gebiet von einem Schuss tödlich in den Nacken getroffen. Seine Leiche wurde in Hainburg an der Donau angeschwemmt. Dort wurde er auch bestattet.

Der Grenzsoldat Josef Mlčoušek wurde in diesem Zusammenhang im April 2006 vom Landgericht Brünn zu 3 Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt – nicht wegen des Todesschusses auf Schlenz, der einem anderen, bereits verstorbenen Grenzsoldaten angelastet wurde, aber wegen Amtsmissbrauchs, da er auf österreichisches Gebiet gefeuert hatte.

Weblinks

https://todesopfer.eiserner-vorhang.de/article/276-richard-schlenz/ Freie Universität Berlin Bericht über Richard Schlenz auf den Seiten des Instituts zur Erforschung totalitärer Regimes in Prag (tschechisch) https://www.spiegel.de/politik/teure-genossen-a-1b1ca3ac-0002-0001-0000-000046369430/ Bericht im SPIEGEL 37/1967

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