Paul Erich Krüger (* 28. April 1885 in Dippoldiswalde; † 5. Mai 1968 in Homburg) war ein deutscher Biologe. Die Dr. Erich-Krüger-Stiftung wurde nach ihm benannt.

Leben Krüger besuchte in Dippoldiswalde die Volksschule und in Freiberg das Gymnasium, wo er im Jahr 1905 das Abitur ablegte. Danach studierte er Naturwissenschaften an der Universität Leipzig. 1910 wurde er dort zum Dr. phil. promoviert. Nach der wissenschaftlichen Staatsprüfung für das höhere Lehramt im Mai 1910 berief ihn das Königliche Ministerium des Kultus und Öffentlichen Unterrichts an das Königliche Gymnasium zu Döbeln. Ab 1. Januar 1911 arbeitete er als Probelehrer am Gymnasium Albertinum in Freiberg.Jahresbericht des Gymnasium Albertinum zu Freiberg : für das Schuljahr Ostern 1910 bis Ostern 1911. Freiberg, 1911, S. 13 (Digitalisat)

Im Sommer 1914 nahm Krüger an einer Exkursion nach Deutsch-Ostafrika teil, um Termiten am Kilimandscharo zu erforschen, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte jedoch seine sofortige Rückreise erforderlich. Ab 1915 diente er im Krieg als Funkunteroffizier. 1917 kehrte er in den Schuldienst zurück, wurde Oberlehrer und später Studienrat. Im Studienjahr 1918/1919 hörte er bei Otto Brunck an der Bergakademie Freiberg Vorlesungen zur quantitativen chemischen Analyse, er belegte dabei auch die dazu erforderlichen Übungen. Von besonderem Forschungsinteresse waren für ihn die Schäden, die der Rauch der Freiberger Hüttenwerke in der Landwirtschaft anrichtete.Werner Lauterbach: Berühmte Freiberger : ausgewählte Biographien bekannter und verdienstvoller Persönlichkeiten. Teil 5. Freiberg, 2009. S. 57–60.

Am 3. Juli 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.295.818).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/23531337 Vom August 1939 bis zum April 1941 diente er im Zweiten Weltkrieg. Nach seiner Entlassung aus gesundheitlichen Gründen berief ihn das Sächsische Ministerium für Volksbildung als Leiter an die von Franz Brenthel an der Bergakademie gegründete Forschungsstelle für Rauchschäden. 1944 wurde ihm aufgrund bisheriger Publikationen nach einem Prüfungsgespräch an der Bergakademie die Habilitation anerkannt. Im gleichen Jahr bekam er einen Lehrauftrag für Zoologie und Botanik für Geologen.

Im Sommer 1945 wurde er auf Befehl der Roten Armee verhaftet. Bis 1948 war er in Bautzen, dann im Speziallager Nr. 1 Mühlberg inhaftiert. Am 24. Juli 1948 wurde er auf Befehl von Wassili Danilowitsch Sokolowski entlassen, die nächsten drei Jahre verbrachte er mit dem Auskurieren einer in der Haft zugezogenen Knochentuberkulose. 1951 kam er an die Bergakademie Freiberg zurück, wo ihm der Rektor Friedrich Leutwein den Posten als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Fernstudium zuwies. Im Jahr 1958 zog er nach Tutzing, später nach Homburg, wo er 1968 starb.

Sein Sohn Peter Krüger würdigte das Wirken Erich Krügers, indem er die Dr.-Erich-Krüger-Stiftung nach ihm benannte.

Veröffentlichungen (Auswahl) Beiträge zur Anatomie und Biologie des Claviger testaceus Preyssl (Dissertation, 1910) Über den Nachweis von Fluor in rauchbeschädigten Pflanzen. In: Metall und Erz. 38/1941, S. 265–266 Zur Hüttenrauchfrage. In: Jahrbuch der Metalle. 1943, S. 377–383 (mit Oscar Walter Oelsner): Lagerstätten der Steine und Erden. Lehrbriefreihe. 5 Bände, 1954–1955 (mit Friedrich Leutwein und Felix Edelmann): Allgemeine Lötrohrprobierkunde. Lehrbriefreihe. 2 Bände, 1954–1960 (mit Paul Beyersdorfer): Glashüttenkunde. Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin, 1957 (mit Oscar Walter Oelsner): Lagerstätten der Steine und Erden : Taschenbuch. Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin, 1958 (mit Oscar Walter Oelsner): Erzlagerstätten, Lehrbriefreihe. 5 Bände, 1958–1962

Literatur Jahresbericht des Gymnasium Albertinum zu Freiberg : für das Schuljahr Ostern 1910 bis Ostern 1911. Freiberg, 1911, S. 13 (Digitalisat) Werner Lauterbach: Berühmte Freiberger : ausgewählte Biographien bekannter und verdienstvoller Persönlichkeiten. Teil 5. Freiberg, 2009. S. 57–60.

Einzelnachweise

Kategorie:Biologe Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Person (Technische Universität Bergakademie Freiberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1968 Kategorie:Mann Kategorie:Speziallagerhäftling