Jörg Mehlhorn (* 18. Februar 1949 in Gießen) ist ein deutscher Ökonom und emeritierter Professor für Betriebswirtschaftslehre & Marketing an der Hochschule Mainz von 1985 bis 2015.
Leben Jörg Mehlhorn studierte 1967 – 1973 Ökonomie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen u. a. bei Knut Bleicher und promovierte dort am Lehrstuhl von Karl Alewell Ende 1980 über die Filialnetzplanung der Deutschen Bundespost. Seine Praxiserfahrungen erwarb er von 1981 bis 1984 als Juniorberater am Battelle-Institut in Frankfurt in den Bereichen Innovationsmanagement, Diversifikationsplanung und insbesondere Szenario-Technik.
Diese damals in Deutschland noch wenig bekannten Themen bildeten den Kern seiner Vorlesungen in Mainz, die sich auch an Berufstätige richteten. Alleinstellung hatte sein Wahlpflichtfach KREATIVES DENKEN, das nach seiner Emeritierung dort nicht fortgeführt wurde. Von 2001 bis 2015 konnte er dieses Modul im Rahmen des Fernstudienganges SozialKompetenz der Hochschule Fulda auch extern anbieten.
Gemeinsam mit Ute Diehl gründete er 1987 das Marketing-Forum-Mainz, den ersten Alumni Verein an der damaligen Fachhochschule. 2015 wurden beide dafür mit dem Kurt-Dörr-Preis geehrt.
Studienreisen führten ihn 1987 in die damalige UdSSR und nach China, zuvor hatte er ein Szenario-Projekt über die Zukunft der Chemie-Industrie in Brasilien betreut.
Von 1989 bis 2026 war er in Kronberg im Taunus als Parteiloser in der Kommunalpolitik als ehrenamtlicher Stadtrat aktiv und war von 1998 bis 2014 Dezernent für den ÖPNV. In dieser Funktion realisierte er ein StadtBus-System mit MIDI-Bussen, das in der Region eine Vorbildrolle spielte.
Ab 1994 gehörte er zum Darmstädter Kreis – Initiative für Kreativität (DAKIK), den Horst Geschka ins Leben rief, um dem Thema Kreativität in Deutschland mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Zu diesem Zweck formulierte er gemeinsam mit Helmut Schlicksupp die 12 Thesen wider das Schattendasein der Kreativität.
Aus dieser Initiative entstand 1998 die gemeinnützige Gesellschaft für Kreativität e.V., die sich 2015 umbenannte in Deutsche Gesellschaft für Kreativität e.V. Seit Anbeginn leitet er diesen Verein. Er ist Initiator des Day of Creativity, der zu Ehren von Joy Paul Guilford jeweils am 5. September gefeiert wird
Seit 2002 führt er ohne Unterbrechung den Vorsitz und öffnete den Verein für sämtliche Bereiche des kreativen Schaffens, wozu neben Kunst und Design auch Technik, Wirtschaft und Gesellschaft zählen. Mit Horst Geschka realisierte er den ab 2007 jährlich verliehenen Kreativ-Preis CREO. Diesen erhielten u. a. internationale Experten wie Edward de Bono (2009), Mihály Csíkszentmihályi (2014) sowie Marken wie BIONADE (2007) und LEGO (2008).
Von 2003 bis 2011 vertrat er den Verein im Board der European Association for Creativity and Innovation EACI (Enschede NL) und von 2010 bis 2022 war er Mitglied im Editorial Board des Kindai Management Review (Japan).
Veröffentlichungen (Auswahl)
Die Filialnetzplanung von Postämtern – ein Ansatz des Nonprofit-Marketing, Gießen 1981. Marken erfinden: Namensfindung als kreativer Prozeß und 12 Thesen wieder das Schattendasein der Kreativität in: Clemens Renker (Hrsg.) Produktive Kreativität und Innovation, Stuttgart 1998. Kreatives Denken, Studienbrief Nr. 11 des Fernstudienganges SOZIALKOMPETENZ, 2. Auflage Koblenz 2004. Jeder Mensch ist kreativ, in: Festschrift für Horst Geschka: Immer eine Idee voraus, Herausgeber Peter Harland, Martina Schwarz-Geschka, Lichtenberg 2010. Marketing & Innovation – Kreativität als Basis in: Marketing in Forschung und Praxis – Jubiläumsausgabe zum 40 jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft für MARKETING: AFM Herausgeber Günter Hofbauer und andere, Ingolstadt 2013.
Einzelnachweise
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