Erik Mauritz Hahr, auch Erik Maurits Hahr, zumeist nur Erik Hahr, (geboren am 17. Dezember 1869 in Dingtuna församling, Västmanlands län; gestorben am 12. Oktober 1944 in Engelbrekts församling, Stockholms län) war ein schwedischer Architekt und Stadtbaumeister.
Leben Hahr war ein Sohn des Adolf Robert August Hahr (15. September 1835 – 10. Juni 1923) und dessen Frau Ragnhild Hilma Theresia (geborene Ljung, adoptierte Lindström; 12. Juli 1840 – 8. Mai 1899) und ein Bruder des Kunsthistorikers August Hahr und der Malerin Julia Mathilda Hahr (verheiratete Grundell). Er wurde aufgrund seiner schwächlichen Gesundheit zeitweise von der Schule genommen, wurde 1884 von seinem Onkel W. F. Ljung in Tunaberg unterrichtet und kam 1885 in ein Internat in der Nähe von Stockholm.
Von 1887 bis 1889 arbeitete er in Stockholm mit dem Dekorationsmaler Carl Ludvig Grabow (29. Dezember 1847 – 23. November 1922) zusammen, der in Berlin für die Brüder Carl und Paul Gropius gearbeitet hatte. Hahr besuchte Abendkurse an der technischen Schule und studierte dort bis 1891 an der Abteilung für Industriedesign und Kunsthandwerk. Er widmete sich zunächst dem Bereich der Theaterdekoration und wurde mehrmals ausgezeichnet. 1890 erhielt er den ersten Preis des Schwedischen Handwerksverbands für die Zeichnung eines Kronleuchters und 1891 nahm er mit einer Reihe von Drucken mit Motiven aus Tidö an einer Ausstellung im Nationalmuseum teil. Anschließend arbeitete er für den Architekten Agi Lindegren und wurde mit der Restaurierung der Innenräume von Schloss Målhammar und der Kirche von Dingtuna in Västmanland betraut.
Von 1892 bis 1894 unternahm er Studienreisen durch Europa und besuchte Deutschland, Frankreich und Italien, wobei er für längere Zeit in Paris weilte. Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst wieder für Lindegren und wechselte bald in das Büro des Architekten Fredrik Lilljekvist. Hahr erhielt von diesen insbesondere Aufträge für die Ausführung von Dekorationen und Raumausstattungen und half Lilljekvist als dessen Assistent bei der Restaurierung von Schloss Gripsholm und beim Wiederaufbau der Altstadt und des ehemaligen Stockholmer Schlossgeländes für die Kunst- und Industrieausstellung im Jahr 1897.Carine Lundberg: Erik M Hahr. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 17: 1967–1969. S. 765 (schwedisch, sok.riksarkivet.se).
Seit 1897 war er als selbstständiger Architekt tätig und eröffnete sein eigenes Architekturbüro in Stockholm. Er erwarb in Västerås das Haus seiner Eltern, das er als Zweitwohnsitz nutzte, da er von 1909 bis 1935 dort als Stadtarchitekt arbeitete. Hahr hatte einen erheblichen Einfluss auf das Stadtbild von Västerås. 1907 hatte er eine Überarbeitung des Planes für das Stadtbild initiiert und arbeitete dafür eng mit dem Stadtplanungsarchitekten Per Olof Hallman zusammen. Er erhielt eine Vielzahl bedeutender Bauaufträge und fertigte die Zeichnungen für die Feuerwehr- und Polizeiwache (1898) sowie für Wohn- und Industriegebäude an. Er lehnte seinen Stil an die Bauten von Isak Gustaf Clason an. Als Stadtbaumeister wurde ihm die Renovierung der wichtigsten Baudenkmäler von Västerås sowie die Sanierung nahezu der gesamten Altstadt übertragen (darunter das Bischofshaus 1902 und das Schloss 1918–1926). Bei den Restaurierungen arbeitete Hahr häufig mit Filip Månsson (1864–1933) zusammen, dem er die Innen- und Außengestaltung seiner Häuser (Deckenmalerei, Schmiedearbeiten, Möbel) anvertraute. Nach seiner Pensionierung als Stadtarchitekt erhielt er ab 1935 private Aufträge. Für den Bauunternehmer Anders Diös entwarf er große Wohnhäuser mit mehreren Wohneinheiten.
Familie Hahr war seit dem 24. Juni 1906 mit Clara Emilia (geborene Rossander; 19. November 1871 – 21. November 1909) verheiratet, einer Tochter von Carl Jacob Rossander (1828–1901) und Emma Maria (geborene Godenius; 1839–1876) und eine jüngere Schwester der Physikerin Gulli Charlotta Petrini. Das Paar hatte eine Tochter: Clara Wendela Ingegerd Hahr (30. August 1907 – 21. Januar 1951), wurde Lehrerin für Sprachen.
Werke (Auswahl) mini|Zeichnung: Göteborgs Högskola mini|hochkant|Herrgärdsskolan 1898: Polizei- und Feuerwache in Västerås 1900: Villa Stora Fridnäs 1902: Mariaskolan 1904–1907: mit Ernst Torsten Torulf (1872–1936), Entwürfe für den Bau der Hochschule Göteborg 1905: Herrgärdsskolan 1906–1909: Direktörsvillorna (mehrere Direktorenvillen) in Stallhagen (Västerås) 1907: Kapten Schenströms Gård (für August Schenström 1875–1932) 1907: Västerås Stadshotell (zeitweise aufgrund des großen Sitzungssaales als Rathaus bezeichnet) 1910–1911: Affärs- och bostadshus, Malmö (Wohn- und Geschäftshaus) Theater in Västerås 1914–1915: Korsängsskolan 1915–1916: Bibliotheksgebäude am Dom 1916–1919: Zentrale der Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget 1923: Sparkassengebäude in Liseberg 1928: Erweiterungsbau der Diözesanbibliothek in Linköping
Literatur
Carine Lundberg: Erik M Hahr. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 17: 1967–1969. S. 765 (schwedisch, sok.riksarkivet.se). Jan-Åke Alkeblad, Anders Lif, Ylva Öhlander (Hrsg.): Erik Hahr – arkitekten som formade Västerås. Västmanlands läns museum, 2016, ISBN 978-91-87828-18-8.
Weblinks
Einzelnachweise
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