Philippe Fénelon (* 23. November 1952 in Suèvres/Centre-Val de Loire) ist ein französischer Komponist, Sachbuchautor und Filmregisseur.

Leben Fénelon begann seine musikalische Ausbildung im Alter von acht Jahren und wurde am Konservatorium von Orleans von Janine Coste und Claude Ardent geprägt. Ab 1971 studierte er an der École des Langues Orientales bulgarische Sprache, vergleichende Literaturwissenschaft und Linguistik. Am Pariser Konservatorium gewann er 1977 als Student von Olivier Messiaen den Ersten Preis im Fach Komposition. Von 1981 bis 1983 war er Stipendiat der Casa de Velázquez in Spanien, 1988 besuchte er im Rahmen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Westberlin.

Das kompositorische Werk Fenélons umfasst Opern und Ballettmusiken, sinfonische Werke, Kammermusik, Vokalwerke und Werke für Soloinstrumente. Seine erste Oper, Le Chevalier Imaginaire (nach Miguel de Cervantes und einer Erzählung von Franz Kafka) wurde 1992 am Théâtre du Châtelet uraufgeführt. In der Folge komponiert er Les Rois (nach Julio Cortázar, 1994), Salammbô (nach dem Roman von Gustave Flaubert, 1998 und 2000 an der Opéra National de Paris), Faust (nach Nikolaus Lenau, 2007), Judith (nach Friedrich Hebbel, Opéra National de Paris, 2007), La Cerisaie (nach Anton Tschechow, Bolschoi-Theater 2010, Opéra National de Paris, 2012), JJR, citoyen de Genève, (zum 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau, Grand Théâtre de Genève 2012) und Flaubert & Voltaire (2014).

Sein Ballett Yamm, ein Auftragswerk der Opéra National de Paris, wurde 2000 in der Choreographie von Lionel Hoche aufgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Choreographen Michel Kelemenis entstand das Ballett Pasodoble. Viele seiner Kompositionen schrieb er für Ensembles und Solisten, so Latitudes (für Klarinette und Ensemble) für Michel Arrignon, Ommaggio (für Violine) für Maryvonne Le Dizès, Notti (für Kontrabass und Stimme) für Joëlle Léandre, ein Klavierkonzert für Florent Boffard, das Dritte Streichquartett für das Arditti Quartet, Zabak für Florent Jodelet, das Vierte Streichquartett für das Belcea-Quartett und mehrere Werke für das Ensemble intercontemporain (u. a. Diagonal et Midtown). Für das Amphitheater der Opéra Bastille schrieb er Dix-huit madrigaux (nach Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien). Gloria (für Orchester), ein Auftragswerk des Festival international de musique Besançon wurde vom BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Andrew Davis aufgeführt.

Als Regisseur drehte Fénelon den Film 87, Galle road, Bentota über ein Haus der Architekten Geoffrey Bawa. Carnet I – Anne-Marie Pécheur wurde 2002 beim Dokumentarfilmfestival États généraux du documentaire gezeigt. Der Film La vie est plus courte qu’un jour d’hiver (2005) über die Komponistin Leni Alexander war im Programm der Filmfestivals in Montpellier und Besançon, beim FIPATEL in Biarritz sowie in Santiago de Chile. Im Rahmen einer Ausstellung über Julio Cortázar in Santiago de Compostela lief der Film Aurora Bernárdez leyendo a Cortázar.

1998 erschien der Gesprächsband Arrière-pensées bei Musica Falsa. Diesem folgten beim Verlag Actes Sud 2077 Histoires d’opéras und bei Riveneuve 2017 Déchiffrages, Une vie en musiques. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen wurde Fénelon als Chevalier des Ordre national du Mérite (2000) und der Ehrenlegion (2008) geehrt.

Quellen Encyclopaedia Universalis: Fénelon Philippe Durand Salabert Universal Music Publishing Group: Fénelon, Philippe Opéra National de Paris: Philippe Férnelon

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